"Coronavirus reißt dir alle Standbeine weg": Feiern fehlen im Gasthof Spelsberg

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Die Wirtefamilie Ute, Sohn Kai und Karl Friedrich Spelsberg auf der Dachterrasse des Restaurants.

Altena – Familienfeiern, Betriebsfeste und Co: Dafür ist der Gasthof Spelsberg sehr beliebt. Die liegen auf Eis. Die Spelsberg nutzen den Stillstand.

Die Lage auf der Höhe mit weitem Blick ins Tal, das Umland und die unmittelbaren Außenanlagen lassen sich mit einem Begriff zusammenfassen: „Ein Träumchen“, sagt Kai Spelsberg und nickt. „Über 40 Kilometer Fernsicht.“ Zu Besuch im Gasthof Spelsberg auf dem Großendrescheid: Es gibt moderne und gut ausgestattete Zimmer, es gibt eine Küche, die als sehr gut gilt. 

Und es gibt keinen einzigen Gast – weder im Restaurant noch in einem der Zimmer. Der Gasthof Spelsberg wurde auf Entschluss der Eigentümerfamilie komplett „heruntergefahren“, wie es seit der Coronakrise heißt. Kai Spelsberg hatte es sich überlegt: Verkürzte Öffnungszeiten bis 15 Uhr würden sich nicht rentieren, ein Außer-Haus-Service wegen der abgeschiedenen Lage ebenfalls nicht. 

Coronavirus: Mitarbeiter in Kurzarbeit

Für die 24 Mitarbeiter – entsprechen 16 Vollzeitstellen – bedeutete das Kurzarbeit. „Für das Personal tut mir das wirklich sehr leid“, fügt Spelsberg hinzu. Das gelte besonders für die 450-Euro-Kräfte, denn sie gingen dabei leer aus. 

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Durch die Regelungen zum Coronaschutz muss man am Großendrescheid derzeit auf vieles verzichten: Familienfeiern und Betriebsfeste, Vereinsveranstaltungen, Vorträge, Hochzeitsgesellschaften und natürlich der Tourismusbereich – allesamt auf Null gefahren. „Das alles sind unsere Standbeine.“ 

Weitere solcher Anker seien das Appartementhaus, das Tiny House (Minihaus) und die Station für Wanderreiter. „Aber Corona reißt dir alle Standbeine weg“, sagt Kai Spelsberg. Er und sein Vater Karl-Friedrich setzen große Hoffnung in eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf sieben Prozent für die Gastrobetriebe. „Das ist eine Chance für die Zeit nach Corona.“ 

Knapp 3000 weniger Gäste

Der Juniorchef des Traditionsgasthofes hat Zahlen parat, die einen drastischen Einbruch belegen. Gegenüber Anfang April des Vorjahres fehlen ihm 600 „Zimmernächte“ (Übernachtungen) und es gab außerdem 2986 „stornierte Gäste“ mehr, also Absagen von Tischbuchungen. Das sei schon „ein Schlag ins Kontor“. 

Ein Blick nach draußen zeigt: In der Gartenanlage hinter dem Haupthaus sprudelt ein hübsch angelegter Brunnen. Nebenan grasen Bibi und Annabell, zwei Ziegen, und sorgen dafür, dass der Rasen kurz bleibt. 

Und es wird gearbeitet: Zimmerleute sind dabei, ein Blockhaus für künftige Feiern im großen Garten zu errichten, in Richtung Kleinendrescheid wird gerade eine Obstbaumallee angepflanzt. „Das wird in einigen Jahren sehr schön aussehen.“ 

Optimismus in harten Zeiten

Deshalb strahlt Kai Spelsberg Optimismus aus. „Ich freue mich auf das, was kommt.“ Neben der Neugestaltung der Gartenanlage und der Inbetriebnahme des Blockhauses soll das Hotel renoviert werden. Die Pläne liegen in der Schublade. Kai Spelsberg ist überzeugt: „Alle zwei bis drei Jahre muss man in die Substanz investieren. Wenn man stillsteht, kommt man nicht weiter."

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