Coronavirus: Einzelhändler total verunsichert

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Aushänge wie am Haus der Geschenke hängen an vielen Schaufenstern in Altena.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Die Verunsicherung ist groß: Manche Geschäfte sind zu, andere finden kreative Lösungen für den Umgang mit Corona.

Selten war die Verunsicherung größer als zurzeit: Viele Altenaer Einzelhändler öffneten gestern nach der Mittagspause nicht mehr ihre Geschäfte. 

Etwa das Haus der Geschenke von Petra Piekny, Turners Geschenkideen, Gardinen Bartels oder Textilien Danando. Aushänge mit Texten wie „Aufgrund einer Anordnung des Bundes und der Länder müssen wir unser Geschäft bis auf unbestimmte Zeit schließen. Bleiben Sie gesund!“, informierte mögliche Kunden über diesen Schritt. Obwohl Einzelhändler bisher gar nicht vom Erlass betroffen sind und schließen müssen. 

Foto Straker hatte morgens geschlossen, drehte am Mittag aber dann doch den Geschäftsschlüssel um. Juwelier Betzler, Boutique Marlies, Optik Berndt, Zetzmann und Bröer, Brillen Becker, Tante Carolas Drogerie, Buchhandlung Katerlöh und TV-Radio Schmitz waren aber erreichbar. 

Verhaltenes Geschäft

Alle berichteten von eher verhaltenen Geschäften und dass es häufiger vorkomme, dass Kunden vor einem Abstecher in die Stadt sogar anrufen, um zu fragen, ob der Laden noch geöffnet habe. 

Alexander Schmitz von TV Schmitz sagte: „Ich warte auf das, was kommt. Solange geht der Verkauf weiter. Gibt es eine Anordnung, dass wir schließen müssen, wird das natürlich sofort passieren.“ 

Ulrike Singer aus der Drogerie Tante Carola muss keine Verkaufseinschränkungen fürchten, weil ihr Geschäft zur Gruppe der Nahversorger zählt. Die Kundenfrequenz sei gestern gut gewesen, manche Regale wurden fast leer geräumt. 

Verkauf im Freien

Optikermeister Christian Berndt ging einen Sonderweg: Er bot seinen Kunden „einen Service im Freien“ an. Getreu dem Motto: „Unter freiem Himmel hat Corona keine Chance“ konnten sich Kunden dort Pflegemittel kaufen oder Serviceleistungen in Anspruch nehmen und mussten das Geschäft nicht betreten. 

Frederike Haar von Eisen- und Haushaltswaren Zetzmann und Bröer überlegt, bei einer Anordnung zur Schließung besonders Handwerksbetrieben, einem ihrer Kundenschwerpunkte, einen Telefonverkauf anzubieten. 

Namensliste im Modeladen

Sabine Schröder vom Juweliergeschäft Betzler: „Es gibt eine große Unsicherheit. Wir sind aber erst einmal da. Und unsere Putzarbeit haben wir noch deutlich verfeinert.“ 

Marlies Rechenberg (Boutique Marlies) notiert sich „zurzeit grundsätzlich Namen, Anschrift und Telefonnummern von Kunden, die ich nicht kenne. Für alle Fälle“. In der Brillen Boutique Becker kaufen nach Ansicht von Optiker André Hesmar zurzeit „offenbar viele junge Leute ein, die im Homeoffice arbeiten. Das merkt man schon“. 

Lotto und Post: Gute Kombi

Und was sagt der Einzelhandel aus der Doppelgemeinde? Relativ zufrieden zeigt sich Christiane Schauerte, die mit ihrem Mann an der Hagener Straße ein Geschäft für Zeitungen und Zeitschriften, Tabak und Zigaretten sowie eine Lotto-Annahmestelle unterhält. Hinzu kommt eine Postagentur. 

Diese Zusammensetzung wirke sich positiv aus, sagt Schauerte. „Das sind ja alles Dinge, die die Leute brauchen“, so die Geschäftsfrau. Von daher könne sie mit der Kundenfrequenz zufrieden sein. Deutlich schwieriger sei die Lage bei Bekleidung oder Schuhen. „Die trifft es schlimmer.“ Dennoch sei unter den Kunden das Thema stets präsent. „Das ist den ganzen Tag über Gesprächsstoff hier. Mal schauen, was auf uns zukommt."

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK findenSie in unserem Ticker.

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