Auch in der Tankstelle herrscht Maskenpflicht

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Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Die Spritpreise sind so günstig wie schon seit fünf Jahren nicht mehr. 98 Cent kostet der Liter Diesel zu den günstigsten Tageszeiten an der bft-Tankstelle in Altena, Superbenzin liegt rund zehn Cent darüber.

 Rein finanziell gesehen sind das beste Voraussetzungen, um mehr zu fahren als sonst. Und doch ist der Umsatz an den Tankstellen massiv eingebrochen. „Um 40 Prozent ist die Abgabe zurückgegangen“, berichtet Ralf-Peter Meier, Betreiber der Aral-Tankstelle in Nachrodt. Obwohl der Kraftstoff so günstig sei, gebe es „nicht die Riesennachfrage“, sagt er.

 „Die Leute fahren weniger. Wegen der Kurzarbeit pendeln sie seltener zur Firma“, vermutet Michele D’Addario, Juniorchef der Bft-Station an der Rahmedestraße. Auf der anderen Seite nähmen auch Kurztrips in der Freizeit ab: Freizeitparks, Schwimmbäder und andere Stätten für den Zeitvertreib sind derzeit noch geschlossen. 

Zu Beginn des Spritpreissturzes habe es noch viele Autofahrer gegeben, die für zehn oder 15 Euro tankten, wenn es gerade günstig war, berichtet Ralf-Peter Meier. Auch das habe inzwischen nachgelassen. Die Autofahrer haben sich an die neuen Preise gewöhnt. Gestiegen ist der Absatz bei den Zigaretten, erzählt Meier. „Wahrscheinlich haben die Leute zu Hause Langeweile und rauchen deshalb mehr“, scherzt er.

 Es ist merklich weniger los in der Aral-Tankstelle. Sogar zu den Stoßzeiten, also vor Arbeitsbeginn und nach Feierabend, kämen wenige Kunden. Das Homeoffice vermutet der Tankwart als Grund dafür. Wer zu Hause arbeite, habe eben keinen Rückweg, auf dem er an der Tankstelle vorbeifährt. Gelegentlich kämen Menschen, die beim Wocheneinkauf etwas vergessen haben und sich dieses Teil noch besorgen wollen.

 Wie in den Supermärkten gilt übrigens auch an den Tankstellen eine Maskenpflicht; nicht an der Zapfsäule, wohl aber beim Bezahlen im Shop. Der Großteil seiner Kunden halte sich auch daran, sagt Meier. Nur vereinzelt komme es vor, dass jemand keine Maske dabei habe.

 Der Aral-Tankwart macht auf ein praktisches Problem aufmerksam: „Wenn die Menschen schon getankt haben, kann ich sie schlecht wegschicken, wenn sie keine Maske haben. Sie müssen den Sprit ja bezahlen.“ Aufpassen muss Meier neuerdings auf die Auto-Waschplätze. Er berichtet, dass die Menschen beim Warten gedankenverloren seien und nicht auf den Sicherheitsabstand achteten. Jeder Wartende ist dazu angehalten, dies in seinem Auto zu tun.

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