Lockerungen: Sehr unterschiedliche Bewertungen vor Ort

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Hochgestellte Stühle sind bald vorbei: Ab Montag, 11. Mai, dürfen Gastrobetriebe wieder öffnen.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – In den Kommunen gehen die Bewertungen der Beschlüsse von Bund und Ländern weit auseinander. Altenas Bürgermeister ist von den geplanten Lockerungen"überrascht". Doch bei einem Thema sind sich die Bürgermeister einig.

Kontakt zu mehr Menschen, offene Lokale und Sportbetrieb: Die Dimension der Lockerungen, die Bund und Länder beschlossen haben, „überraschen mich – wie viele Lockerungen der letzten Tage“, sagt Altenas Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein (CDU). 

Er persönlich wäre vor allem mit der Nennung konkreter Termine für die nächsten Wochen restriktiver umgegangen. „Meiner Meinung nach hätte es gereicht, anzukündigen, dass gelockert werden soll, aber nicht wann“, sagt er. 

Coronavirus in Altena: Öffnung von Schwimmbädern "nachrangig"

So hatte NRWs Ministerpräsident Armin Laschet die Öffnung von Kinos, Theatern und Konzerthäusern für den 30. Mai in Aussicht gestellt, ebenso wie den Start der Freibadsaison ab 20. Mai. Immer unter der Maßgabe, dass die Fälle von Neuinfektionen nicht wieder drastisch steigen. 

+++Hier gibt es eine Übersicht über die geplanten Lockerungen in NRW.+++

Verglichen mit Schulen und Seniorenheimen sei die Öffnung von Schwimmbädern für ihn „nachrangig. Davon hat keiner ein Butterbrot mehr oder weniger“. 

Als „dringend erforderlich“ bezeichnete der Rathauschef hingegen die Öffnung von Gastronomiebetrieben. „Das Gewerbe leidet sehr.“ 

Coronavirus in Nachrodt: Bevölkerung verunsichert

Die Maßgabe, mehr Entscheidungen auf kommunaler Ebene anzusiedeln, hält er für sinnvoll mit Blick auf das regional unterschiedliche Infektionsgeschehen. 

Damit hat Nachrodt-Wiblingwerdes Bürgermeisterin Birgit Tupat Probleme: „Ich finde das schwierig.“ Gerade für kleine Kommunen mit wenig Personal seien die Herausforderungen groß. Zudem stellt sie mit Blick auf regional unterschiedliche Regeln fest: „Die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß.“ 

Die Lockerungen insgesamt findet Tupat gut. Vor allem, dass Bewohner von Seniorenheimen ab Sonntag, 10. Mai, wieder Besuch empfangen dürfen, hält sie für immens wichtig. „Die soziale Isolation war für die alten Menschen schlimm. Sie drohen zu vereinsamen.“ 

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK lesen Sie hier in unserem Ticker +++

Die Bürgermeisterin hält es auch für gut und richtig, dass „man mal wieder einen Kaffee trinken gehen kann“. 

Coronavirus: Minister Pinkwart: "Gewerbe Perspektive geben"

Dafür hat sich in NRW Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) stark gemacht, der das Konzept für das Hotel- und Gaststättengewerbe mitausgearbeitet hat. Die Entwicklung der Pandemiezahlen lasse diesen Schritt zu, sagte er bei einem Besuch der Dahler Firma Schmale. „Es ist jetzt an der Zeit, auch diesem Gewerbe wieder eine Perspektive zu geben. Das halte ich für sehr wichtig“, erklärte er. 

Natürlich müssten auch dort Hygienekonzepte entwickelt werden. „Ich bin aber sehr sicher, dass die Betriebe damit sehr verantwortungsvoll umgehen werden.“

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