Partnertausch verboten: So wird ab heute getanzt

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Olaf Diembeck bittet wieder zum Tanz.

Altena – Tanzen erlaubt, Partnertausch verboten. Unter besonderen Vorgaben öffnet nun die Tanzschule Diembeck wieder.

"Man muss das Leben tanzen“, sagt ein Sprichwort. Allerdings: Wie tanzt man auf Abstand? Ab Freitag, 15. Mai, öffnet die Tanzschule von Olaf Diembeck in Altena wieder. Die Freude ist riesig, wenn auch aufgrund der vielen Corona-Bestimmungen einiges anders wird. 

„Wir hatten eine Hygieneschulung vom Tanzlehrerverband, an dem 70 Kollegen aus ganz Deutschland online teilgenommen haben“, erzählt Olaf Diembeck. „Aber auch Herr Protzer vom Ordnungsamt hat mich angerufen und gut beraten.“ 

Coronavirus in Altena: Hilfsmittel verboten

Fakt ist: Feste Paare dürfen tanzen, die Partner können aber nicht getauscht werden. Gruppentänze mit Anfassen sind nicht erlaubt, wohl aber Kurse, bei denen die Kinder und Jugendlichen auf Abstand tanzen – wie beim Kindertanz oder Hip Hop beispielsweise. 

Hilfsmittel, wie unter anderem Bälle, dürfen mehr genutzt werden. Und: Je jünger die Tänzer, desto kleiner die Gruppen. „Wir werden allen Teilnehmern einen Flyer überreichen, was erlaubt ist“, sagt der Chef der Tanzschule. 

Umziehen sollte man sich am besten zu Hause. Eltern sollen ihre Kinder unten verabschieden und dort auch wieder abholen. „Aber wenn ein Dreijähriger nicht ganz allein die Treppe hochgehen möchte, ist das auch verständlich. Da werden wir von Fall zu Fall gucken“, sagt Olaf Diembeck. 

Coronavirus in Altena: Kinder üben vor dem Spiegel

Die Kinderkurszeiten haben sich etwas verschoben, damit es keine fliegenden Wechsel der Kursteilnehmer gibt und man sich nicht im Flur begegnet. 

Die Kinder können den Neustart augenscheinlich kaum erwarten. „Die Reaktionen sind durchweg positiv. Eine Mama hat mir geschrieben, dass ihre Kleine jeden Tag vor dem Spiegel übt. Linda macht das toll mit den Kindern, und jeder ist dankbar, dass es wieder losgeht“, erzählt Olaf Diembeck. 

Es darf ohne Mundschutz getanzt werden. „Sonst kippen mir die Leute ja um“, ist der Tanzlehrer froh über diese Entscheidung. Die Mund-Nase-Bedeckung gilt aber beim Kommen und Gehen und auch beim Weg zur Toilette. 

Coronavirus in Altena: Einige Senioren verunsichert

Während seine Mitarbeiter heute starten, gibt Olaf Diembeck am kommenden Sonntag, 17. Mai, seinen ersten Kurs: den Tanzkreis Gesellschaftstanz der Erwachsenen. „Ich bin 26 Jahre in Altena und habe Tänzer dabei, die seit dieser Zeit bei mir sind. Allerdings sind einige auch über 60 und ich weiß nicht, ob sie sich trauen zu kommen“, kann sich Olaf Diembeck eine große Verunsicherung vieler Tänzer gut vorstellen. 

Einige haben ihm auch schon geschrieben, dass sie froh über die Öffnung sind, aber doch noch ein bisschen Zeit ins Land ziehen lassen wollen. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

In der Tanzschule am Stapel 10 werden auf jeden Fall alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um eine Infektionsgefahr auszuschließen und gleichzeitig die Freude am Tanzen weiterhin zu vermitteln und zu ermöglichen. Desinfektionsspender sind vorhanden und alle Türen, die nicht zwingend geschlossen werden müssen, bleiben geöffnet. 

Coronavirus in Altena: Keine neuen Kurse

Um langsam zu beginnen, werden neue Kurse erst einmal nicht angeboten. „Nach den Sommerferien aber auf jeden Fall“, verspricht Olaf Diembeck. Die ausgefallenen Unterrichtsstunden sollen nachgeholt oder weitestgehend kompensiert werden. 

Für den Tanzlehrer aus Altena endet mit dem Neustart eine lange und ungewisse Zeit, die durchaus von Existenzängsten geprägt war. „Tanzen ist Freizeitvergnügen und nicht lebensnotwendig. Und ich weiß von vielen Kollegen, besonders in großen Städten wie Köln, die große Tanzsäle haben, die an finanzielle Grenzen gestoßen sind.“ 

 Waldorfschule: Tanzen fällt aus

Keine Kurse, keine Einnahmen: Das gilt für alle. Und auch, wenn es heute wieder losgeht, so kann man höchstens von einer neuen Normalität sprechen, bei der einiges auf der Strecke bleibt. 

Für Olaf Diembeck sind es zum Beispiel die Tanzkurse in der Waldorfschule Neuenrade. „Gestern habe ich eine Absage bekommen. Damit hatte ich allerdings schon gerechnet“, sagt der Altenaer Tanzlehrer. Standard und Latein gibt es in diesem Jahr für die Elftklässler also nicht

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