Stau in den Fahrschulen: Schüler müssen auf Prüfungen warten

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Ausgebremst! Für Fahrschüler heißt es dieses Jahr: Warten, warten, warten. Zuerst durfte kein Unterricht stattfinden, nun gibt es Verzögerungen bei den Prüfungen.

In vielen Fahrschulen ist derzeit Warten angesagt: Die Prüfungsstelle kommt mit den praktischen Prüfungen kaum hinterher.

In den Fahrschulen haben sich regelrecht Staus gebildet. Die Situation ist aber von Schule zu Schule unterschiedlich, wie eine Nachfrage ergibt. In den drei Wochen unmittelbar nach der Wiedereröffnung seiner Fahrschule habe es Probleme gegeben, sagt Horst Burghardt, der Filialen in Werdohl und Neuenrade, betriebt. 

Wegen der Verzögerungen hat er sich beim Teamleiter des Tüv Nord beschwert – und diese Beschwerde zeigte scheinbar Wirkung. Denn mittlerweile habe sich die Situation etwas entspannt. „Wir sind zufrieden und haben wirklich keinen Grund zu klagen“, sagt Burghardt. Auch bei den Theorieprüfungen läuft es gut. 

Fahrstunden pausieren bis kurz vor Prüfung

Anders ist die Situation in Fahrschulen in Altena. Ein Fahrlehrer, der namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet, dass die Schule stark von den Prüfungsstaus betroffen sei. Wie viele Schüler genau auf einen Termin beim Tüv warten, möchte er nicht sagen. 

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Die Fahrstunden pausieren derzeit, damit die Schüler vor der Prüfung noch einmal üben können, ohne dass der Schüler kostenpflichtige Zusatzstunden nehmen muss. Allgemein habe sich die Situation für die Fahrschulen zwar wieder deutlich verbessert, sagt er. „Wir können uns vor Arbeit nicht retten. Es ist nur leider so, dass wir wegen des Prüfungsstaus auf der Stelle treten.“ 

Für die Schüler sei das natürlich auch eine Herausforderung: Manche müssten nach einer kurzen Pause neu angelernt werden. Bei Dieter Martin, der Fahrschulen in Plettenberg und Herscheid betreibt, ist die Situation ähnlich: „Wir hinken ein bisschen hinterher, aber es wird besser.“ 

Termine mit einer Woche Wartezeit

Die Verzögerungen fielen bei ihm nicht ganz so schlimm aus: „Wir kriegen Termine, nur meistens mit einer Woche Wartezeit.“ In der Hoffnung, dass die Schüler nichts verlernen, pausiert auch Martin beim Praxisunterricht. „Zwei bis vier Stunden verwahren wir für die Zeit unmittelbar vor der Prüfung, damit die Schüler wieder reinkommen.“ 

Der Fahrlehrer ist aber unsicher, inwieweit die aktuelle Situation tatsächlich allein der Corona-Pandemie geschuldet ist. In den Ferien komme es öfter vor, dass viele Schüler, die dann Zeit haben, gleichzeitig zur Fahrschule und in die Prüfungen gehen. 

Beim Tüv seien parallel dazu in den Ferien oft Mitarbeiter im Urlaub, sodass es im Sommer auch unter normalen Bedingungen immer mal schon zu Wartezeiten kommen könne. 

20 Prozent Prüfungen mehr als 2019

Aber es sind in diesem Jahr deutlich mehr Prüfungen, wie Rainer Camen, Sprecher der Tüv-Nord-Gruppe, schildert: „Das Prüfvolumen liegt um circa 20 Prozent über dem des Vorjahres.“ 

Er sagt, die Lage sei angesichts der derzeitigen Situation relativ entspannt. Es könne de facto höchstens zu Wartezeiten von wenigen Tagen bei den Prüfungen kommen – mit abnehmender Tendenz.

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