Vom Urlaub in die Quarantäne: So reagieren heimische Firmen

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In der Firma Möhling gab es noch keinen Corona-Fall. Im Unternehmen gibt es Aushänge, die die Mitarbeiter für eine verantwortungsvolle Urlaubswahl sensibilisieren.

Altena – Viele Mitarbeiter haben ihre Reiseziele geändert. Doch wenn einer aus einem Risikogebiet zurückkommt und in Quarantäne muss, ist das mit der Lohnfortzahlung so eine Sache.

Einen einzigen türkischstämmigen Mitarbeiter gibt es in der Firma Brüninghaus, „aber er macht in diesem Jahr keinen Urlaub in der Türkei“, weiß Firmenchef Jochen Brüninghaus. In dem mittelständischen Familienbetrieb ist der Chef über die Urlaubsziele der meisten Mitarbeiter informiert und kann berichten, dass Corona-Risikogebiete gemieden werden. 

So habe ein Mitarbeiter, der in der Vergangenheit gerne nach Ägypten flog, sich in diesem Jahr umorientiert. „Wenn wir mitbekämen, dass ein Mitarbeiter in einem Risikogebiet Urlaub gemacht hat, würden wir natürlich auf eine zweifache Testung bestehen“, sagte Brüninghaus auf Anfrage. 

Brüninghaus: Kurzarbeit und Quarantäne unter einen Hut bringen

Und wenn eine Quarantäne fällig wird? Dann werde man wohl versuchen, dass mit der im Betrieb geltenden Kurzarbeit unter einen Hut zu bringen. 

Hier geht es zum Corona-Newsticker im Märkischen Kreis.

Wie bei Brüninghaus sind auch in der Firma Möhling alle Überlegungen zum Thema Corona rein theoretischer Natur: „Wir hatten zum Glück noch keinen einzigen Corona-Fall“, zeigt sich die Geschäftsführerin Britta Hölper erleichtert. 

Möhling: Mitarbeiter haben eine Verantwortung

Was das Thema Urlaub angeht, so seien zunächst die Abteilungsleiter sensibilisiert worden. Natürlich schreibe man den Mitarbeitern nicht vor, wo sie Urlaub zu machen haben, sagte Hölper. 

Sie müssten aber wissen, dass sie auch eine Verantwortung für ihre Kollegen hätten. Entsprechende Aushänge im Betrieb machten das deutlich. 

Zudem hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun eine Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten eingeführt.

Eine Grauzone sieht die Möhling-Geschäftsführerin, was die Lohnfortzahlung in Fällen von Quarantäne angeht. Praktisch musste sie sich damit zwar noch nicht auseinandersetzen, weil es solche Fälle noch nicht gab. Theoretisch sei sie aber der Auffassung, dass Mitarbeiter, die sich durch Urlaube in Risikogebieten in Gefahr begäben, auch die finanziellen Folgen selber tragen müssten. 

Pilling: Mitarbeiter treffen gute Wahl

Auf Kommunikation und Eigenverantwortung setzt man in der Kesselfabrik Pilling. „Unsere Belegschaft ist so überschaubar, dass wir in der Regel wissen, wer wo Urlaub macht“, erklärt Nikolai Prinz, Mitglied der Geschäftsführung. 

Die Frage, wie mit Rückkehrern aus Risikogebieten umzugehen sei, habe sich schlicht noch nicht gestellt, weil die „Pillinge“ bei der Wahl ihrer Urlaubsorte Verantwortungsbewusstsein auch fürs Unternehmen unter Beweis gestellt hätten.

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