Reisebusse rollen wieder: Unternehmer über eine Regel besonders erleichert

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Vier von fünf Bussen hat Volker Bösert abgemeldet.

Altena – Ab Samstag, 30. Mai, sind Busreisen wieder erlaubt. Busreiseunternehmer Volker Bösert ist über eine Hygieneregel für seine Branche besonders froh.

Ab heute darf er wieder. „Und wir sind froh darüber“, sagt Volker Bösert, der Inhaber des gleichnamigen Busunternehmens in Evingsen. Die Schutzregeln, die für Busreisen gelten – und die Volker Bösert erst in der Nacht zum Freitag erhielt –, stimmen ihn zuversichtlich. 

Die wichtigste Information für ihn: Wenn in einem Bus der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann, gilt Maskenpflicht während der Reise. Das heißt: „Wir müssen nicht mit einem halb leeren Bus fahren.“ 

Coronavirus in Altena: Busreisen schwieriger als Gastro-Öffnung

Genau das hatte er befürchtet: Dass seine Branche nicht wieder so schnell in Schwung kommt wie zum Beispiel Gaststätten oder Kinos. „Wenn die wieder aufmachen, dann haben sie sofort wieder Gäste, wenigstens ein paar“, sagt er. 

Für ein paar Passagiere die grünen Busse wieder anzumelden und vom Betriebsgelände fahren zu lassen, würde sich nicht lohnen, erklärt der Unternehmer. 

Denn Abstandsregeln würden hohe Kosten nach sich ziehen: „Für den Schulausflug ins Phantasialand verdoppeln sich die Buskosten, wenn jeder zweite Platz frei bleiben und ich statt einem zwei Busse einsetzen müsste“, rechnet Bösert vor. 

Coronavirus in Altena: Einheitliche Regeln unabdingbar

Er geht zudem davon aus, dass auch ein weiteres, branchenspezifisches Problem gelöst wird: „Die Auflagen müssen einheitlich sein. Es kann ja nicht sein, dass ich eine Tour nach Kassel habe und in NRW dann andere Dinge zu beachten habe als in Hessen.“ 

Wann wieder ein Bösert-Bus nach Hessen fahren wird, ist allerdings noch unklar. „Sobald ein Kundenauftrag bei uns eingeht, starten wir wieder.“ Als die Corona-Pandemie ausbrach, wurden viele Touren storniert, und zwar bis in den Herbst hinein. 

Bösert ist kein Reiseveranstalter, sondern ein reines Busunternehmen. Das heißt: Wenn seine Busse nach Paris oder London fahren, dann tun sie das im Auftrag von Reiseveranstaltern, Vereinen oder Schulen, die neben dem Transport auch die Unterbringung und alles andere selbst organisieren. 

Coronavirus in Altena: Reisende verunsichert

Gerade in der Touristikbranche sei die Verunsicherung noch immer riesengroß, weiß Bösert. „Die Lust zum Reisen muss sich erstmal wieder entwickeln. Wir müssen den Kunden die Angst nehmen, wieder in einen Bus zu steigen.“ 

In ein neues Fahrzeug haben Astrid und Volker Bösert erst in diesem Jahr investiert. Seit Februar ist der neue Bus erst zwei Touren gefahren.

Vier Reisebusse gehören zu seinem Fuhrpark. Sie sind alle abgemeldet. „Unser neuestes Fahrzeug haben wir im Februar bekommen“, erklärt der Unternehmer. „Das hat gerade mal zwei Touren gemacht.“ Wegen hoher Umweltauflagen habe er in den vergangenen Jahren viel investieren müssen, erklärt er. 

Viele Investitionen waren nötig

Von den vier Reisebussen erfüllen drei die Euro-6-Norm. Das ist wichtig, weil die Innenstädte vieler Metropolen mit nicht schadstofffreien Bussen nicht oder nur unter (manchmal teuren) Auflagen befahren werden dürfen. Solche Investitionen rechnen sich nur, wenn die Räder rollen. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Newsticker.

Zwischen 60 000 und 70 000 Kilometer pro Jahr legt ein Bösert-Bus im Schnitt zurück. Der durch das Coronavirus ausgelöste Stillstand hat auch Auswirkungen aufs Personal: „Ich habe noch keinen entlassen“, sagt Bösert. 

Coronavirus in Altena: Mitarbeiter in Kurzarbeit

Seine Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Ein kleines bisschen Arbeit gab es aber auch in den vergangenen Wochen zu tun: Zu Böserts Fuhrpark gehört auch ein kleinerer Bus, der im Auftrag der MVG, und damit im Linienverkehr, unterwegs ist. „In den ersten sechs Wochen, als die MVG nach Ferienfahrplan fuhr, wurde der auch nicht gebraucht. Aber jetzt ist er wieder unterwegs“, sagt Bösert.

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