Corona-Hilfe: Netzwerk eingestellt - Unterstützung bleibt

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Hilfeleistung im Alltag: Stefanie Ingenpaß beim Einkauf für eine 82-jährige Seniorin, die im Fritz-Berg-Haus wohnt.

Altena – Das Corona-Hilfsnetzwerk "Altenaer helfen Altenaer" hat Heinz Wagener offiziell eingestellt. Doch es gibt weiterhin Hilfe im Alltag.

Dass Joghurt nicht gleich Joghurt ist und „Brot vom Markt“ einer näheren Beschreibung bedarf, davon kann Heinz Wagener ein Lied singen. 

Er hatte vor vier Monaten ein Helfernetzwerk ins Leben gerufen, das sich auf die Fahne geschrieben hatte, Altenaern in Zeiten der Corona-Krise zu helfen. 

Vornehmlich ging es darum, Einkäufe für andere zu erledigen. Aber ein Rezept in der Apotheke einzulösen zählte ebenso dazu wie ein Ansprechpartner zu sein. „Corona-Hilfe – Altenaer helfen Altenaern“ nannte er das Netzwerk. 

20 Helfer an Bord

Jetzt hat Wagener sein Angebot offiziell eingestellt. „Mangels Nachfrage“, wie er sagt. „In den letzten 14 Tagen gab es keine Anrufe mehr.“ 

Es ist eine Erfolgsgeschichte in der Corona-Pandemie: Das Helfer-Netzwerk kam nach dem Aufruf auf Facebook schnell zustande. Es fanden sich in kurzer Zeit viele Menschen, die bereit waren, anderen Hilfe zu leisten. „Innerhalb von 24 Stunden hatte ich ein Dutzend Helfer zusammen“, berichtet Wagener. Am Ende waren es dann 20.

„Das war ein Zeichen, dass Altena zusammenhält“, freut sich Wagener rückblickend. Der größte Teil der Einkaufwünsche drehte sich um Lebensmittel. „Sicherlich 99 Prozent“, schätzt Wagener. „Brot, Butter oder Getränke, aber auch ganz viel Obst. Das hat mich sogar ein bisschen erstaunt. Es ging insgesamt quer durch alle Läden. Ab und zu stand auch mal eine Glühlampe auf dem Einkaufszettel“, berichtet Wagener. 

Das Problem mit dem Brot

Schwierig wurde es freilich, wenn einfach nur „Joghurt“ auf dem Einkaufszettel stand – oder „das Brot vom Markt“. Da war zusätzliche Recherche notwendig, bei der sich dann das Brot vom Markt als „Landbrot“ eines bestimmten Marktbeschickers herausstellen sollte.

In der Praxis war der Ablauf so, dass sich die meisten Hilfesuchenden nach dem Verteilen von Handzetteln bei Wagener gemeldet haben. „Viele gehören zur älteren Generation, die Leute haben oft keinen Internetzugang.“ 

Die Einkaufszettel wurden von den Helfern abgeholt, zusammen mit dem geschätzten Bargeldbetrag in einem Umschlag. Die Waren wurden dann zusammen mit dem Kassenbon und dem Rückgeld von Helfern übergeben. „Es gab jeden zweiten Tag einen Einkauf“, schätzt Wagener rückblickend. 

Einkauf für Heimbewohnerin

Zu den Helfern gehört auch Stefanie Ingenpaß, die für eine 82-Jährige einkauft, die im Fritz-Berg-Haus wohnt. Ingenpaß sagt: „Ich habe schon den Eindruck, dass die Frau einsam ist und manchmal nur ein bisschen plaudern möchte. Das ist mir telefonisch lieber als persönlich. Coronabedingt und auch, weil wir uns noch nicht so gut kennen, bleibe ich trotz Einladung zum Kaffee erstmal lieber vor der Tür. Die alten Leute sollten generell besser nicht zu vertrauensvoll sein.“ 

Aber: „Späteres Kaffeetrinken ist nicht ausgeschlossen“, meint Ingenpaß. 

Obwohl das Hilfsangebot offiziell eingestellt worden ist, weiß Wagener, dass sich etliche Kontakte im positiven Sinne verselbstständigt haben, viele Einkaufsdienste also weiter geleistet werden. „Da gibt es jetzt direkten Kontakt.“ 

"Altena hilft": Kontakte bleiben

Sehr ähnlich ist die Situationbei einem weiteren Hilfsnetzwerk mit der gleichen Zielsetzung, nämlich „Altena hilft“. „Ich höre nicht mehr viel“, berichtet Anette Wesemann, die sich in der Stadtverwaltung auch um das Netzwerk Stellwerk kümmert. „Die Kontakte haben sich verselbstständigt.“ Und das ist ein schönes Ergebni

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