Maskenpflicht: So reagieren Verantwortliche vor Ort

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Der Bürgermeister macht's vor: Dr. Andreas Hollstein trägt Maske.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Die Maskenpflicht begrüßen Bürgermeister und Einzelhändler vor Ort. Vor allem, seitdem die Lockerungen gelten.

Wenn am Montag, 27. April, der Nachrodter Rat tagt, dann müssen alle, die daran teilnehmen, einen Mund- und Nasenschutz anlegen. Das hat die Gemeindeverwaltung in einer Verordnung festgelegt. Das war weit und breit der erste Fall einer behördlich angeordneten Maskenpflicht

Während einzelne Städte wie Dorsten oder Münster in so genannten Allgemeinverfügungen bereits eine Maskenpflicht für bestimmte Bereiche ihres Stadtgebietes angeordnet haben, warteten die Verwaltungen von Altena und Nachrodt-Wiblingwerde zunächst noch ab – und das, obwohl die beiden Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein und Birgit Tupat sich klar für das Tragen von Masken aussprechen und auch selbst eine anlegen, wenn sie zum Beispiel einkaufen gehen. 

Coronavirus in Altena: Viele ohne Masken in Geschäften

Sie begrüßen deshalb, dass das Land NRW gestern die Maskenpflicht beschlossen hat. Das habe sich bereits in den vergangenen Tagen abgezeichnet, sagte Hollstein und berichtete von einer Telefonkonferenz mit der für Kommunen zuständigen Heimatministerin Ina Scharrenbach. Die Landesregierung habe die Kommunen gebeten, zunächst von eigenen Regelungen abzusehen und darauf hingewiesen, dass eine Entscheidung unmittelbar bevorstehe. Hollstein macht selbst auf Twitter und Instagram sowie auf der Homepage der Stadt Werbung für die Benutzung von Masken. Grundsätzlich sei es ihm lieber, wenn Menschen von sich aus einsichtig seien und nicht durch Verordnungen zu irgendwas gezwungen würden, betonte Hollstein. 

Allerdings beobachte er auch, dass ein Großteil der Bürger ohne Maske in den Geschäften unterwegs sei, was er für unvernünftig halte. Von daher sympathisiere er mit der Maskenpflicht, sagte Hollstein. „Es würde ja nichts schaden, wenn die Altenaer die Masken ab sofort trügen.“ 

Coronavirus im MK: Leute wieder leichtsinniger

Die Verwaltung schließt sich der Regelung übrigens an: Nach wie vor gelte, dass Rathaus und Bürgerservice geschlossen seien und Bürger nur in dringenden Fällen und nach telefonischer Voranmeldung Zutritt haben – und ab Montag nur noch mit Maske.

Gerade angesichts der ersten, vorsichtigen Lockerungen halte sie die Maskenpflicht für sinnvoll, erklärt auch die Nachrodt-Wiblingwerder Bürgermeisterin Birgit Tupat. Sie nehme wahr, dass die Leute wieder etwas leichtsinniger würden. 

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Die kommunalen Alleingänge anderer Städte sieht sie kritisch: Wenn in der einen Stadt eine kommunal angeordnete Maskenpflicht gelte und in der anderen nicht, dann führe das nur zur Verunsicherung der Bürger. Die Bürgermeisterin wies noch auf ein weiteres Problem hin: „Gerade für kleinere Gemeinden ist es schon jetzt ein Kraftakt, die Einhaltung der Auflagen zu kontrollieren.“

Coronavirus in Nachrodt: Mundschutz am Laden-Eingang

Eine zunehmende Akzeptanz der Masken beobachtet Kai Kantimm: „Meine Mitarbeiter haben alle einen Mundschutz. Bei den Kunden bin ich der Meinung, dass jeder da für sich selbst verantwortlich ist“, sagt der Chef des Edeka-Marktes in Nachrodt. In den letzten drei Wochen sei es eher sporadisch vorgekommen, dass Kunden einen Mundschutz getragen hätten. 

Kai Kantimm spürt in seinem Edeka-Markt in Nachrodt eine steigende Akzeptanz für Schutzmasken.

Seit die Bundeskanzlerin gesagt habe, das Tragen von Masken sei zu empfehlen, seien es aber immer mehr Kunden geworden, die das auch umsetzen. Und wer selbst noch keine Maske habe, könne am Eingang des Edeka-Marktes auch einen Mundschutz für den Einkauf kaufen. 

Alina Weber, Inhaberin des Geschäfts Bartels Raumausstattung in Altena, begrüßt die Maskenpflicht. Sie hatte sich diese Entscheidung schon früher gewünscht. In ihrem Ladenlokal trägt sie bereits einen Mundschutz und empfiehlt es auch unbedingt ihren Kunden. „Ich möchte meine Kollegen und mich selbst schützen“, sagt sie. 

Denn sie übernehme eine große Verantwortung, wenn Kunden das Geschäft betreten und womöglich Viren verteilen. Und sie fühle sich mit Mundschutz auf jeden Fall ein bisschen wohler, wenn man in dieser Zeit mit anderen Menschen Kontakt hat.

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