Lokale öffnen wieder - mit Einweg-Speisekarte und ohne Thekenbetrieb

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Kontrolle ist gut: Patrick Hochstein prüft im Haus Pilling, ob die Pilsgläser einsatzbereit sind.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – Kein Thekenbetrieb, Einweg-Speisekarten und viel Abstand zwischen den Tischen. Vieles wird anders beim Restaurantbesuch.

Die Gastronomie bereitet sich darauf vor, mit angezogener Handbremse in die Frühlingssaison zu starten. Handbremse, weil nach wie vor hohe Schutzauflagen zu befolgen sind, aber die Gaststätten, auch die Eiscafés, können wieder öffnen. 

Und das wird dringend Zeit, sagen die Gastronomen. „Für viele geht es ums nackte Überleben“, sagt Patrick Hochstein, der seit Januar die Traditionsgaststätte Haus Pilling in der Nette führt. 

Dort bleibt es bei der Regelung, dass am Montag Ruhetag ist, aber am Dienstag sollen die Türen wieder öffnen. Im Einbahnverkehr übrigens, wobei ein Zugang nur zum Betreten der Gaststätte genutzt wird, der andere zum Verlassen derselben. 

Coronavirus in Altena: Tische anders anordnen

Während der Schließung hat man sich in der Nette mit einem Liefer- und Abholservice über Wasser halten können. „Das ist auch ganz gut angenommen worden“, berichtet Patrick Hochstein. Unter der Woche hat er diesen Service alleine aufrechterhalten, an den Wochenenden dagegen mit seiner Lebensgefährtin. Der Abholservice soll übrigens weiterhin angeboten werden. 

Nun aber naht wieder so etwas wie Normalbetrieb in dem Traditionsgasthaus, das seit 1724 in Betrieb ist. „Wir werden die Tische im Gastraum wohl anders anordnen müssen“, sagt Hochstein mit Blick auf die Abstandsregelungen der Corona-Schutzverordnung. 

Da werde man weniger Sitzgelegenheiten anbieten können, also müssten einige Tische vorerst weichen. Einzelheiten will der Betreiber jetzt mit dem Ordnungsamt klären. Obwohl er gerade erst neue Speisekarten hat drucken lassen, kann er die vorerst nicht nutzen. 

Coronavirus in Altena: Nur Einweg-Speisekarten möglich

Denn beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat er sich darüber informiert, dass nun Einweg-Speisekarten gefordert sind, die nach Auswahl der Speisen entsorgt werden. Auch Stammtische oder Gruppen kommen in der Nette vorerst nicht zum Zug – nur „Einzelpersonen, Paare oder Familien“, hat Hochstein beim Verband erfahren. 

Die Theke will er bis auf Weiteres absperren, Buffets wird es keine geben können, wohl aber Tellergerichte. 

Am Eiscafé Cappuccino kann man bald wieder draußen sitzen. Tatiana Alemanno ist startbereit.

Auch im Eiscafé Cappuccino richtet man sich derzeit darauf ein, den Betrieb am Montag wieder aufzunehmen. Auch dort gab es einen Außer-Haus-Verkauf, aber der bietet nicht die rechte Atmosphäre. Auch reiche dieser Verkauf nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken. 

Coronavirus in Altena: Leute fragen jeden Tag nach Öffnung

„Bei schönem Wetter möchten die Leute einfach draußen sitzen können und einen Kaffee oder ein Eis genießen“, sagt Inhaber Paolo Alemanno aus langjähriger Erfahrung. Seit 1981 betreibt er sein Eiscafé; zunächst in der Bungernpassage, seit 1995 am Zögerplatz. 

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Die Altenaer freuen sich offenbar schon darauf, die Atmosphäre am Eiscafé wieder genießen zu können. „Die Leute fragen mich jeden Tag, wann wir denn wieder aufmachen“, berichtet der Inhaber. Insbesondere für die Betreiber junger Betriebe sei es im Übrigen höchste Zeit, dass sie wieder öffnen können. 

Coronavirus in Nachrodt: Schöne Aussicht bleibt geschlossen

In Zurückhaltung übt sich dagegen Manfred Winkhaus, Inhaber der Gaststätte „Zur schönen Aussicht“ in Wiblingwerde. Er verweist auf die Corona-Abstandsregeln. „Ich warte noch bis Ende des Monats und werde dann mal gucken“, sagt Winkhaus.

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