Mit Maske durchs Museum: So läuft der Besuch im Drahtmuseum

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Hinter den Plastikplanen verbergen sich die Mitmachstationen des Deutschen Drahtmuseums. Sie sind zunächst einmal außer Betrieb.

Altena – Das Drahtmuseum hat wieder geöffnet. Ein Besuch ist nun völlig anders, wie ein Rundgang vor Ort zeigt. Besucher müssen einiges beachten.

Immer nur Garten pflegen und Keller aufräumen ist auf Dauer ja auch langweilig. Gut also, dass es neuerdings wieder Kultur gibt, jedenfalls in kleinen Häppchen. 

Die Museen auf der Burg sind zwar noch geschlossen, dafür kann das Drahtmuseum seit gestern wieder besichtigt werden. Ein Besuch dort kann einem Altenaer ja nicht schaden. Der Bericht eines Selbstversuches.

Maske auf und rein ins ehemalige Mädchengymnasium an der Thoméestraße. Rechts geht’s zur Kasse, das ist geblieben. Vor dem Kauf der Eintrittskarte heißt es „Hände desinfizieren“ – das und viele andere Verhaltensregeln entnehme ich einem im Kassenbereich hängenden Plakat. Mit dem Presseausweis habe ich freien Eintritt, wenn ich dienstlich ins Museum gehe. 

Coronavirus in Altena: Per Einbahnstraße durchs Museum

Eine Karte gibt’s trotzdem, den Verkauf übernimmt Museums-Techniker Ralf Jellema, der das Ticket erst mal vor die Acrylscheibe donnert – an das Leben hinter dem Spuckschutz muss er sich erst noch gewöhnen. 

Dass das Drahtmuseum im Gegensatz zur Burg öffnen konnte, liegt daran, dass sich dort eine Einbahnstraßenregelung realisieren ließ. Sie ist klar ausgeschildert, außerdem ist für jeden Raum festgelegt, wie viele Leute sich gleichzeitig dort aufhalten dürfen. 

Die Museumsaufsichten sind wieder im Dienst und sorgen dafür, dass die Regeln eingehalten werden. Bei meinem Besuch haben sie damit nicht viel zu tun, ich bin alleine im Museum. 

Coronavirus in Altena: Per Knopfdruck in die Historie

Telefone, Seilbahn, Golden Gate Bridge – damit fängt der Rundgang an, weil all das für die Bedeutung des Werkstoffs Draht steht. 

Weiter geht es in den historischen Drahtzug – dort zeigt ein dreiminütiger Film auf Wunsch die Grundzüge der Drahterzeugung. Ganz logisch ist das nicht: Gestartet wird der Film per Knopfdruck. 

Knöpfe drücken müsste man auch an den diversen Mitmachstationen im Museum, wenn man das denn dürfte. Die allerdings sind aus Hygienegründen abgedeckt. 

„Begriffen“ werden können hingegen die Kugelschreiber an den am Eingang und in der Sonderausstellung ausliegenden Gästebüchern. 

Coronavirus in Altena: Aufzugfahren erlaubt?

Weiter geht es im nächsten Stockwerk: Das „Rundgang“-Schild weist zur Treppe – ob ich auch den Aufzug nehmen darf? Ein Verbotsschild gibt es jedenfalls nicht. Behinderte dürften sicherlich den Lift nehmen, erklärt mir später Jellema – allerdings brächte das das Einbahnstraßen-Konzept ins Wanken, wenn sie nach dem Rundgang abwärts fahren würden. Jellema: „Wir müssen jetzt einfach unsere Erfahrungen sammeln, wie das alles funktioniert“. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Weiter geht es durch die Abteilung mit Drahtschmuck und -design, dann zu den Themen Sport und Bauen. Im nächsten Raum wird die Bedeutung des Drahtes für die Kommunikation herausgearbeitet – nicht mehr ganz zeitgemäß in Zeiten von Glasfaser und WLAN. So weit, so gut – eigentlich sollte man das alles kennen, so als Altenaer. 

Coronavirus in Altena: Fotoausstellung als Highlight

Dann geht es aber in den dritten Stock, also dahin, wo es um Draht und Kunst geht. Und das ist die Abteilung, wegen der sich ein Gang durchs Drahtmuseum auf jeden Fall lohnt. 

Dort läuft nämlich eine Sonderausstellung des Altenaer Fotografen Klaus Storch. Sie wurde am 1. März eröffnet, der letzte Eintrag im Gästebuch stammt vom 8. März. Danach war Schluss mit Kunst – bis jetzt. Jetzt kann man sie also wieder sehen, die Drahtfotografie von Klaus Storch. 

Vier Jahre lang war er in Drahtfirmen in Altena und Umgebung unterwegs, um die vielen Facetten des Themas Draht auf die Platte zu bannen. „Die Innenansichten der Produktionsstätten bestechen durch eine Strenge, die vielfach durch einen frontalen Blickwinkel aus der Raummitte heraus herbeigeführt wird. 

Coronavirus in Altena: Draht als Dauerausstellung

Der Fertigungsprozess sowie das fertige Erzeugnis – Draht oder Drahtseil – erscheinen in Großaufnahmen. Dadurch werden Muster, Strukturen sichtbar“, heißt es im Ausstellungskatalog. Das war’s, fast jedenfalls. 

Eine Dauerausstellung zum Thema Drahtkunst, Bilder des Werdohler Künstlers Paul Seuthe – dann geht es über eine eigentlich als Notausgang dienende Außentreppe runter auf den Schulhof, auf dem der Rundgang schließlich endet.

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