Nach Polizei-Einsatz im MK: Ordnungsamt erlässt verschärfte Regeln  für Wirte - verstärkte Kontrollen am Vatertag

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Kein Vatertag wie all die Jahre gibt es in diesem Jahr. Das Ordnungsamt verschärft die Regeln.

Bollerwagen, Bier und die besten Freunde: An Vatertag ist viel los. Nachdem eine Party am Wochenende völlig ausuferte, sehen die Ordnungshüter nun ganz genau hin  - und verschärfen die Regeln.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – "Wenn alle zusammen irgendwo einkehren und an einem Tisch sitzen, verstößt das gegen die Corona-Schutzverordnung“, sagt Sebastian Putz, Ordnungsamtsleiter der Doppelgemeinde. Zwei Teams sind  an Christi Himmelfahrt unterwegs, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren – und wenn nötig einzugreifen. 

Vor allem in Altena sind die Ordnungshüter nach dem Vorfall am Samstag sensibilisiert. „Man kann immer mit uns rechnen“, sagt Ulrike Anweiler, Leiterin des Ordnungsamts. Es werde an Christi Himmelfahrt vor allem in der Innenstadt verstärkte Kontrollen geben. 

Coronavirus in Altena: Mehr Auflagen für Wirte

Zudem sah sich die Stadt gezwungen, „den Gastwirten in der Innenstadt mit Blick auf den Vorfall leider weitere Auflagen zu machen“. Ihre Mitarbeiter mussten nach dem Fußballderby am Samstag am Café Ko am Markaner einschreiten, wo sich mehr als hundert Menschen gegen 23 Uhr weigerten, ihre Party zu beenden. Schließlich rückte die Polizei mit zehn Streifenwagen an.

Der Wirt wurde am Montag zu einem ernsten Gespräch ins Ordnungsamt gebeten. Ihm drohen nun Konsequenzen. Wie diese aussehen, sei noch nicht klar, sagt die Ordnungsamtschefin. Man warte den Einsatzbericht der Polizei ab und entscheide dann. 

Die Folgen des Vorfalls bekommen nun alle Gastronomen der Innenstadt zu spüren. Das Ordnungsamt wird genau darauf achten, dass in Lokalen mit Außengastronomie nur Gäste bewirtet werden, die an einem Tisch sitzen. An der Theke darf nichts ausgeschenkt werden. 

Coronavirus in Altena: Bändchen á la all inclusive

Zudem müsse die Personenzahl überschaubar sein und die Abstände von 1,5 Metern zwischen den einzelnen Gästen eingehalten werden. Und alle Wirte müssen eine Skizze anfertigen, auf der eingezeichnet ist, wo welcher Tisch mit welcher Bestuhlung steht. Kommt das Ordnungsamt zur Kontrolle vorbei, muss der Gastronom diese Skizze vorlegen können. 

Bei der Stadtverwaltung ist eine weitere Idee im Gespräch: Bändchen á la All-Inclusive-Urlaub für Altenas Gaststätten. So könnte jeder Besucher eines Lokals ein farbiges Bändchen bekommen, der seine Kontaktdaten angegeben hat, um sicherzustellen, dass sich niemand schnell ein Bier an der Theke mitnimmt, der kein registrierter Gast des Lokals ist. Das sei aber bislang nur ein Gedankenspiel, betont Anweiler. 

Doch erstmal gilt es, den Vatertag gut zu überstehen. „Das wird sicher sehr aufwändig werden“, sagt sie mit Blick auf die geplanten Kontrollen und die Arbeit für ihre Abteilung. 

Coronavirus in Nachrodt: Kein Vatertag wie all die Jahre

Im Ordnungsamt in Nachrodt-Wiblingwerde „ist niemand verpflichtet worden. Ich habe nett gefragt und die Kollegen haben kein Problem damit, an Vatertag zu arbeiten“, ist Sebastian Putz stolz auf seine Truppe, die „hervorragend zusammenhält“. Jeden Tag werden die neuen Bestimmungen studiert, denn „die Schutzverordnung verändert sich unheimlich schnell“. 

Fakt ist, dass trotz Lockerungen eine Vatertags-Tour wie sonst üblich nicht stattfinden kann. Nur Besuche oder Treffen mit Personen eines zweiten Haushalts – also einer weiteren Familie, einem Paar, einer WG oder Einzelperson außerhalb des eigenen Haushalts – sind erlaubt. 

Ulrike Anweiler fasst das alles so zusammen: „Corona macht dem Vatertag einen dicken Strich durch die Rechnung."

Alle Neuigkeiten rund um das Coronavirus im Märkischen Kreis gibt es in unserem Corona-Ticker.

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