Online-Gottesdienste extrem erfolgreich - Kirche zieht Konsequenzen

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Gottesdienste werden aus der Friedrichskirche ins Internet gestellt.

Altena – Die Not wurde zum Erfolg: Mit den Online-Gottesdiensten erreichte die Gemeinde Rahmede mehr Menschen als in der Kirche. Darauf reagiert die Gemeinde nun.

Als die Kirchen wegen Corona geschlossen blieben, ging auch die evangelische Kirchengemeinde Rahmede neue Wege.

Als am 22. März erstmals kein Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden durfte, stellten Pfarrer Thorsten Brinkmeier und das Presbyterium zunächst Texte für Hausgottesdienste zur Verfügung – umfangreiche Pdf-Dateien mit Predigten, Liedern und Gebeten, die die Gemeindemitglieder zuhause singen oder sprechen konnten.

„Dann kam Helmut Schaffring auf die Idee, eines der Lieder auf der Gitarre zu spielen, das aufzunehmen und in die Whatsapp-Gruppe unserer Gemeinde zu stellen“, berichtet Ralf Ziomkowski. 

Coronavirus in Altena: Zwölf Gottesdienste im Netz

Das sei sehr gut angekommen. Damit war der Presbyter sozusagen der Ideengeber für die Online-Gottesdienste, die die Gemeinde bald darauf ins Leben rief. 

Der erste war eine Passionsandacht, die am 2. April in Netz gestellt wurde. Inzwischen finden sich auf der Homepage der Gemeinde zwölf Online-Gottesdienste. Am Ostersonntag veröffentlichten die Protestanten sogar ein 45-minütiges Gottesdienst-Video. Neben Pfarrer Brinkmeier und der Vikarin Katjana Pogorzelski engagierten sich weitere Gemeindeglieder. 

Einige der Predigten hielt Ralf Ziomkowski, für den das eine wichtige Erfahrung war. Er absolviert gerade eine Prädikanten-Ausbildung. Der Organist Leonhard Voss war immer dabei, für Musik sorgten auch Malin Möritz, Helmut Schaffring, Susanne Möritz und Tzetlanka Wiegand. 

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Gebete und Bibeltexte sprach Heike Ziomkowski. Der Erfolg sei groß, berichtet Ralf Ziomkowski und nennt konkrete Zahlen: Vor Corona sei von der Homepage der Gemeinde ein Datenvolumen von 0,1 Gigabyte pro Monat abgerufen worden. 

Coronavirus in Altena: 27 GB Material im April heruntergeladen

Im April seien dann plötzlich 27 Gigabyte bewegt worden. Der Videogottesdienst sei 250-mal abgerufen worden, einmal sogar aus Amerika. 

Mit ihrem neuen Angebot erreiche die Gemeinde deutlich mehr Menschen als die 30 bis 40 Besucher eines normalen Gottesdienstes, ist Ziomkowski sich sicher. 

Coronavirus in Altena: Top-Akustik dank guter Anlage

„Zugute kommt uns, dass wir vor drei Jahren eine neue, auf die Akustik unserer Kirche abgestimmte Mikrofonanlage haben einbauen lassen“, sagt der Kirchbaumeister. 

Diese Technik macht es möglich: Ralf Ziomkowski mit der Übertragungsanlage, die die Gemeinde für die Online-Angebote erweitern ließ.

Sie wurde jetzt um einen speziellen Einschub erweitert, der die Tonsignale aller Mikrofone aufzeichnet und in das gebräuchliche MP3-Format umwandelt, das von jedem PC und von jedem Smartphone abgespielt werden kann. 

„Die Anlage wurde auch um einen Anschluss für eine Videokamera erweitert, damit Videogottesdienste einen besseren Klang haben. 

Besondere Gottesdienste wollen wir weiterhin als Video aufzeichnen und online stellen“, sagt Ziomkowski. Normale Gottesdienste wie der am morgigen Sonntag werden auch weiterhin als Audiodatei ins Netz gestellt. 

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