Unterschiedliche Regeln in Kommunen

Kegelbahnen bleiben zu - obwohl Stadt besonders humane Corona-Regeln gelten lässt

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Bleibt erstmal geschlossen: die Kegelbahn im Restaurant Alte Linden von Reinhold Thun.

Altena –Die Regeln für Kegelbahnen sind von Kommune zu Kommune unterschiedlich. In Altena gibt's moderate Vorschriften. Trotzdem bleiben alle Bahnen vorerst geschlossen.

Gut Holz! Es scheint, als würde dieser Ruf bald wieder über die Kegelbahnen klingen. Es gibt vier Lokale mit Kegelbahnen in der Stadt: im Restaurant „Alte Linden“ in Dahle, bei „Hugo inne Schledde“ in Evingsen, das generell noch geschlossen ist, und „Dalmatia“ in Mühlenrahmede. 

Derzeit sind allerdings noch alle Anlagen außer Betrieb, was auch für das Haus Lennestein gilt, hier allerdings wegen Renovierungsarbeiten. 

15 Clubs kegeln bei Reinhold Thun in Dahle. „Es war mir zu unsicher, weil niemand etwas Bestimmtes sagen konnte“, meint Thun zu seiner Entscheidung, den Kegelbetrieb vorerst ruhen zu lassen. 

Coronavirus in Altena: Kegeln beim Bier möglich

Allerdings scheint es so, dass die jüngsten Lockerungen der Corona-Schutzauflagen es möglich machen, dass die Kugeln wieder rollen. Allerdings nur für Kegelclubs mit vergleichsweise wenigen Mitgliedern. 

Die Kontaktbeschränkung ist nämlich nur für einen Kreis von bis zu zehn Personen aufgehoben. Der Deutsche Keglerbund beschreibt das Kegeln in einem Merkblatt zum Umgang mit den Corona-Auflagen als „kontakt- und berührungslose Sportart“. Hygieneschutzregeln seien aber natürlich einzuhalten.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Newsticker.

„Wenn zehn Personen an einem Tisch sitzen dürfen, dann gilt das auch für Gaststätten und Kegelbahnen. So interpretieren wir das“, sagt Ulrike Anweiler, Leiterin des Ordnungsamtes. „Immer vorausgesetzt, dass die Infektionsschutzregeln eingehalten werden.“ 

Coronavirus in Altena: Jede Kugel desinfizieren

Das bedeute, dass die Kugeln bei jedem Spielerwechsel desinfiziert werden oder mit Handschuhen gespielt werden muss. 

Auch eine Bedienung der Gäste sei möglich, sagt Anweiler. Sie empfiehlt den Gastwirten, im Zweifel mit dem Ordnungsamt Rücksprache zu halten. 

Dass die Frage, was erlaubt ist und was nicht, bisweilen unterschiedlich ausgelegt wird, weiß man auch beim Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Der für die Region zuständige Geschäftstellenleiter Lars Martin berichtet, dass es zum Kegeln je nach Kommune unterschiedliche Bewertungen der Ordnungsämter gebe. 

Manche Behörde untersage das Kegeln komplett. „Das geht mir aber zu weit“, sagt Martin. In manchen Kommunen dürfen die Gastronomen zwar die Kegelbahn öffnen die Gäste dort dann aber nicht bewirten.

Verband fordert einheitliche Regelung

Und es gebe schließlich noch die moderate Variante, die der Auslegung in Altena entspricht. Nach dieser ist bei Grupen bis zu zehn Personen auch eine Bewirtung zulässig, wenn die Hygieneauflagen eingehalten werden. „Das halte ich für sachgerecht“, sagt Lars Martin aus Sicht des Gastro-Verbandes. 

Als Interessenvertretung der Gastronomie wünscht er sich vor allem aber eine einheitliche Handhabung. Während die Corona-Verordnungen Sisha-Bars, Dart- oder Billardspiel eine klare Absage erteilt, fehle der Freizeitsport mit Kugeln und Pinnen im Regelwerk. „Über Kegeln steht da nichts.“ 

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