Hilferuf der Jugendherbergen: Coronavirus gefährdet ihre Existenz

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Die Jugendherberge auf der Burg Altena.

Seit Mitte März ist die Jugendherberge auf der Burg geschlossen, die Gäste fehlen. Nun startet das Herbergswerk einen besonderen Hilferuf - mit mehr als 100.000 Unterstützern.

Altena – Das Deutsche Jugendherbergswerk hat eine Online-Petition gestartet, in der ein Rettungsschirm für die deutschen Jugendherbergen gefordert wird. Sie dürfen seit Mitte März keine Gäste mehr aufnehmen. Kosten, beispielsweise für die Mitarbeiter und die Gebäudebewirtschaftung, laufen aber weiter. 

Die Existenz der Häuser, unter ihnen die älteste Jugendherberge der Welt auf der Burg Altena, ist bedroht. Staatliche Hilfen für die Jugendherbergen gibt es bisher nur in drei Bundesländern – NRW gehört nicht dazu. 

„Bereits in den nächsten Wochen wird der Zeitpunkt erreicht sein, dass die Jugendherbergen (...) ihre laufenden Verpflichtungen nicht mehr aus der eigenen wirtschaftlichen Tätigkeit decken können. Es droht damit die endgültige Schließung der betroffenen Häuser“, schreibt das Jugendherbergswerk und erzeugt damit eine große Resonanz. 

Coronavirus in Altena: Mehr als 112.000 Unterstürzer

Auf Change.org haben bereits mehr als 112 000 Menschen (Stand 3. Mai) die Online-Petition unterzeichnet. Das Ziel sind 150 000 Unterstützer. „Wir sind sozial relevant“: Unter diesem Motto wendet sich das Jugendherbergswerk an Bundes- und Landespolitiker, aber auch an Landräte und Bürgermeister. 

Seine Bitte: „Setzen Sie sich persönlich auf allen Ihnen zur Verfügung stehenden politischen, wirtschaftlichen und medialen Handlungsebenen für eine schnelle und wirksame Verhinderung des Zerfalls des Deutschen Jugendherbergswerks und seiner Landesverbände ein.“ 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Das Jugendherbergswerk wurde vor 111 Jahren von Richard Schirrmann in Altena gegründet. Es habe seitdem Strukturen wirksamer Bildungsarbeit aufgebaut, Jugendherbergen seien wertvolle Lern- und Begegnungsorte. Und gemeinsames Lernen mit Freizeit- und Naturerlebnissen werde in den kommenden Monaten und Jahren eine enorme Nachfrage erfahren. 

Coronavirus in Altena: Jugendherbergen generieren lokalen Umsatz

„Nach übereinstimmender Einschätzung der politischen Spitzen wird das Deutsche Jugendherbergswerk mit seinen Häusern und inhaltlichen Angeboten gerade in dieser Situation unverzichtbarer Teil der demokratischen Gesellschaft sein“, schreibt der Verband und erinnert auch an die wirtschaftliche Bedeutung der Häuser: „Eine Studie der Tourismusberatungsagentur Dwif-Consulting hat ergeben, dass jeder Euro, der von einem Gast einer Jugendherberge ausgegeben wird, etwa drei Euro zusätzlichen Umsatz für die lokale und regionale Wirtschaft generiert“, heißt es in einer Mitteilung. 

Damit seien die Jugendherbergen nicht nur sozial, sondern auch wirtschaftlich relevant. Die Frage ist, ob eine solche Petition etwas bewirken kann. Der Verein Change.org ist von der Wirksamkeit seines Handelns überzeugt. 

Er schreibt: „In einer modernen Demokratie sind Online-Petitionen ein wirkungsvolles Instrument.“ Allerdings ist eine Onlinepetition nicht bindend, auch dann nicht, wenn sie – wie die Petition des Deutschen Jugendherbergswerks – tausende Unterstützer findet.

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