Geschlossene Schwimmbäder: Altena und Nachrodt gehen unterschiedlich mit Corona-Krise um

+
Nichts los im Freibad in Dahle: Wann Schwimmbäder wieder öffnen dürfen, ist derzeit völlig unklar.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde – In Dahle bleiben die Becken leer, in Nachrodt ist das Schwimmbecken voller Wasser. Die Bäder gehen unterschiedliche Wege in der Krise.

Noch herrscht bei den Beschäftigten des Bäderbetriebes der Stadt Altena keine Langeweile: Sie hätten sich in den vergangenen Wochen mit dem Frühjahrsputz beschäftigt, im Moment seien Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten im Frei- und Hallenbad in Dahle an der Reihe, für die die Schwimmmeister nun endlich genug Zeit hätten, erklärt Betriebsleiter Hendrik Voß. 

Auch deshalb sind Investitionen zunächst einmal auf Eis gelegt. Ob die für dieses Jahr geplante Ladestation für Pedelecs angeschafft werde, sei offen, sagte Voß. Die Becken sind leer – das spart Betriebskosten. Wäre Wasser im Bad, dann müsste es auch umgewälzt und gereinigt werden, die Stromkosten dafür spart sich der Bäderbetrieb. 

Coronavirus in Nachrodt: Reha-Patienten trifft es hart

Gebe es grünes Licht, dann dauere es ungefähr eine Woche, bis das Bad in Betrieb gehen könne, erklärt der Betriebsleiter. „Ich glaube aber nicht, dass das so schnell der Fall sein wird.“ 

Da liegt er auf einer Linie mit Sabine Karisch vom Trägerverein des Nachrodter Gartenhallenbades: „Aus meiner Sicht ist nicht damit zu rechnen, dass wir vor Ende August öffnen dürfen, das ist aber meine subjektive Meinung“, meint sie und äußert Verständnis für die Anordnung, die Bäder zu schließen: „Körperkontakt lässt sich im Sport kaum vermeiden.“ 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Siehier im MK-Liveticker.

Sammelduschen könnten nicht entsprechend umgebaut werden. Problematisch sei die Situation für die Teilnehmer der Rehasport-Gruppen: Sie gehen ins Bad, weil das Wasser sie trägt und ihnen bei etwa 30 Grad Wassertemperatur die Bewegung erst möglich wird. Dass sie jetzt nicht mehr gegen ihre Krankheiten vorgehen könnten, sei schlimm. 

Coronavirus in Nachrodt: Testen mit dem Wasser

Technisch beschreiten die Nachrodter einen anderen Weg als die Altenaer. Das Wasser ist im Becken, damit es geschont wird und die Temperatur hält. „Wir probieren nun aus, wie weit wir herunterfahren können und trotzdem das Becken an den Strahlern dicht halten können“, schildert Karisch das weitere Vorgehen. 

Auch werde man die Umwälzpumpen nur noch über einige Stunden am Tag laufen lassen, um Strom zu sparen. „Das Beckenwasser muss ja momentan nicht der DIN-Norm entsprechen, da wir keinen Betrieb haben“, erklärt die Vereinsvorsitzende. „Sobald es eine Lockerung bezüglich der Sportstätten geben wird, sind wir innerhalb weniger Tage in der Lage, das Hallenbad zu öffnen“, erklärt Karisch.

Coronavirus in Nachrodt: Zeit nicht nutzbar für Sanierung

Dann müssten Wasserproben genommen werden, was aber „stets so vor Inbetriebnahme nach der jährlichen Grundreinigung üblich ist“. 

Leider könne der Verein die Zeit des Stillstandes nicht nutzen, um mit der Sanierung der Sportstätte zu beginnen. Das Land hattedafür 2,1 Millionen Euro bewilligt. Allerdings geht das Geld an die Gemeinde als Eigentümerin des Gartenbades. 

Damit sind selbst einfache Umbaumaßnahmen nur möglich über öffentliche Ausschreibungen. „Wir als Verein sind somit nicht in der Lage, selbst Aufträge zu vergeben und können daher diese Zeit leider nicht nutzen“, sagt Karisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare