Ferienspiele in Corona-Zeiten: So funktioniert's auf dem Nettenscheid

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Lachen, hüpfen, fröhlich sein: Das geht auch mit Maske und Abstand. Das beweisen Betreuer und Teilnehmer der Kinderferienaktion auf dem Nettenscheid.

Altena – Kinderferienspaß unter Coronabedingungen – geht das überhaupt? Auf dem Nettenscheid erstaunlich gut. Und es gibt noch ein Angebot mit freien Plätzen.

„Es klappt erstaunlich gut“, sagt Dirk Goetz vom Solinger „Affentheater“. Gemeinsam mit Heike Volland, einer in der Jugendpflege tätigen Honorarkraft, führt er in diesem Jahr insgesamt vier einwöchige Kinderferienaktionen auf dem Nettenscheid durch. 

Gerade läuft die zweite. Goetz arbeitet schon seit vielen Jahren mit der Stadt zusammen und ist froh, dass er in diesem Jahr wieder engagiert wurde. 

Coronavirus in Altena: Ferienspiele als Test für Spiel und Schutz

Wie alle anderen Akteure der Eventbranche hat er schlimme Zeiten hinter sich. „Es geht erst ganz langsam wieder los mit den Aufträgen“, berichtet der gelernte Erzieher. Der Ferienspaß ist nicht nur eine willkommene Einnahmequelle, Goetz kann dabei auch Erfahrungen sammeln, wie Spiel, Spaß und Schutz vor Corona unter einen Hut zu bringen sind. 

Der Vorteil auf dem Nettenscheid ist, dass es dort viel Platz gibt. Für die Kinderferienaktion wird nicht nur die Jugendbegegnungsstätte, sondern auch der ehemalige Kindergarten genutzt. Weil der seit sieben Jahren leer steht, musste erstmal gründlich geputzt werden. Dann wurden Tische und Stühle aufgestellt. 

Die Räume werden in erster Linie mittags gebraucht, wenn die Kinder das vom Ellen-Scheuner-Haus gelieferte Mittagessen bekommen. Das wird natürlich an einer mit Spuckschutz ausgestatten Theke ausgegeben, die Kinder sitzen immer auf demselben Stuhl und mit viel Abstand. 

15 statt 30 Kinder dabei

Dutzende von Zetteln hängen aus, alles ist bis ins letzte Detail geregelt. Hier darf der Waschraum höchstens von drei Personen benutzt werden, dort sollen sich maximal vier Kinder gleichzeitig aufhalten – im Gebäude mit Mund- und Nasenschutz. Statt der 30 Kinder, die in den Vorjahren mitmachen durften, ist die Teilnehmerzahl in diesem Jahr auf 15 Kinder beschränkt. 

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Tischtennisschläger, Bälle und anderes Spielzeug werden laufend desinfiziert. Stifte, Scheren und derlei mehr müssen die Kinder von zuhause mitbringen und dürfen sie nicht mit anderen teilen. Wenn sie um 14.30 Uhr abgeholt worden sind, wird gründlich geputzt: Stühle, alle Tür- und Fenstergriffe, Tische – all das und noch viel mehr muss vom Fachpersonal desinfiziert werden. 

Theater und Zirkus nicht möglich

Corona hat auch Auswirkungen auf das Programm. In den Vorjahren führte Goetz Zirkus- oder Theaterprojekte durch. Das geht jetzt wegen der Abstandsvorschriften nicht. Stattdessen wird gekickt, geturnt, gebastelt und gemalt. 

Wer den Kindern zuschaut, der sieht fast nur fröhliche Gesichter. „Die Kinder haben in den vergangenen Wochen ja in der Schule gelernt, wie sie sich verhalten müssen“, weiß Heike Volland. 

Deshalb sei es nicht nötig, sie ständig an die Regeln zu erinnern. „Im Gegenteil passen sie sogar auf uns auf und meckern uns aus, wenn sie uns mal ohne Maske erwischen“, berichtet Goetz. 

Freikirche plant Biwak

Die vier Aktionen auf dem Nettenscheid sind fast die einzigen Angebote, die es in diesem Jahr für Kinder in den Ferien in Altena gibt. 

Die Juist-Freizeit wurde ebenso abgesagt wie die einwöchige Ferienaktion der Evangelischen Gemeinde Altena, das Fahrradturnier des MSC und das Piratenwochenende des Canu-Vereins. 

Nur die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Evingsen hat ihren Beitrag zum Kinderferienprogramm nicht komplett abgeblasen, sondern modifiziert. Statt eines großen Zeltlagers mit etwa 50 Kindern bietet sie jetzt ein Biwak an. 

In der Zeit vom 23. bis 26. Juli kann ein Elternteil mit bis zu drei Kindern (acht bis 13 Jahre) auf dem alten Sportplatz am Tüssenberg campieren. Die Gemeinde stellt ihnen eine Parzelle, Werkzeug, Holz, Planen und Vollverpflegung zur Verfügung. 

Damit kann man es sich auf dem „eigenen“ Grund und Boden gemütlich machen und ein Zelt errichten. Dabei stehen die „Royal Ranger“ der Gemeinde mit Rat und Tat zur Verfügung. Wer mag, kann aber auch ein eigenes Zelt mitbringen.

Anmeldungen 

Anmeldungen für das Biwak sind online (www.efgevingsen.de) oder telefonisch (Tel. 01 73/1 72 54 16) möglich. 

Auch bei der Stadt gibt es noch freie Plätze für die Nettenscheid-Aktion in der vierten Ferienwoche (20. bis 24. Juli). Informationen und Anmeldungen bei Angelika Frenzel und Doris Wilbers (Tel. 0 23 52/20 92 38)

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