Fast alle Ferienaktionen abgesagt: Eltern fürchten Corona

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Viel Spaß im Jugendcamp hatten insgesamt 46 Kinder und Jugendliche 2019 auf dem Sportplatz Tüssenberg in Evingsen. In diesem Jahr gab es nur wenig Interesse an einem Biwak für Eltern und Kinder. Es fiel daher aus.

Altena – Kaum eine Ferienaktion findet in diesem Jahr für Kinder statt. Und die Angebote, die es gibt, werden nicht alle gut angenommen.

Nach und nach sind fast alle Ferienaktionen abgesagt worden. Corona lässt grüßen. Die einzige Ausnahme: Die Ferienspiele auf dem Nettenscheid. Nur dort hatten Jungen und Mädchen dieses Jahr die Chance, sich unter Anleitung auszutoben und kreativ zu werden. 

Denn als eine der letzten Aktionen ist nun auch noch das Biwak der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde auf dem alten Sportplatz in Evingsen in der vergangenen Woche kurzfristig ausgefallen. Das Programm auf dem Sportplatz sollte in diesem Jahr unter dem Motto „Western“ stehen, wurde dann aber kleiner und kleiner.

Coronavirus in Altena: "Gab wohl zu viele Bedenken" für Biwak

Nur die evangelisch-freikirchliche Gemeinde Evingsen hatte ihren Beitrag nicht komplett abgeblasen, sondern zunächst modifiziert. Statt eines großen Zeltlagers mit etwa 50 Kindern war ein kleinerer Biwak geplant. Ein Elternteil mit bis zu drei Kindern (acht bis 13 Jahre) sollte auf dem alten Sportplatz am Tüssenberg campieren können. 

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 „Die Gemeinde hat mit der Absage gewartet, aber letztlich gab es nicht genügend Anmeldungen“, sagt Doris Wilbers, die bei der Abteilung für Jugend- und Familienförderung der Stadtverwaltung für die Ferienaktionen mitverantwortlich ist. „Es gab wohl doch zu viele Bedenken wegen Corona. Die Eltern waren vorsichtig.“ 

In den Vorjahren konnte man sich über mangelndes Interesse in Evingsen nie beklagen. Zuletzt waren 2019 46 Kinder in einem gallischen Dorf am Tüssenberg eingezogen. 

Nettenscheid: Viel Platz macht's möglich

Die vier einwöchigen Aktionen auf  dem Nettenscheid waren somit fast die einzigen Angebote, die es in diesem Jahr für Kinder in den Ferien gab. Der Vorteil auf dem Nettenscheid war, dass es dort viel Platz gibt. 

Für die Kinderferienaktion wurde nämlich nicht nur die Jugendbegegnungsstätte, sondern auch der benachbarte, ehemalige Kindergarten genutzt. „So konnte man sich in kleine Gruppen aufteilen“, sagt Doris Wilbers. 

Die 14-tägige Juist-Freizeit – am kommenden Samstag wäre es losgegangen – wurde dagegen ebenso abgesagt wie die einwöchige Ferienaktion der evangelischen Gemeinde Altena, das Fahrradturnier des MSC (Motorsportclubs) und das Piraten-Wochenende des Canu-Vereins. 

„Die evangelische Kirchengemeinde hat schon frühzeitig abgesagt“, erinnert sich Doris Wilbers. Da die Teilnehmerzahl im Mühlendorf immer recht groß war und die Platzverhältnisse im Gemeindezentrum eher beengt, habe es keine Alternative gegeben. 

Bücherei-Angeboten laufen gut

Recht gut läuft es dagegen in der Stadtbücherei. Der Leseclub – jetzt Lese-Challenge genannt – ist gut gestartet, aber auch die Outdoor-Vorlesestunden für Kinder am Bungernplatz und der „Bastelspaß to go“ würden gut angenommen, berichtet Stefanie Ingenpaß. 

Letzterer laufe sogar „sehr gut. In zwei Stunden sind alle Tüten weg“. Am Montag ging es um das Thema Mittelalter – „für Burgfräuleins und Knappen“. In der nächsten Woche steht „Freundschaft“ im Mittelpunkt. 

Bei der Lese-Challenge sind erstmals auch ganze Teams gefragt, etwa aus dem Familien- oder Freundeskreisen. Abgabetag für die Logbücher ist der letzte Ferientag. 

Doch das Sommerfest, das Bücherei und Familienzentrum zum Abschluss der Aktion in der Vergangenheit stets organisierten, könne in dieser Form nicht stattfinden, sagt Ingenpaß. „Aber einen Abschluss soll es auf jeden Fall geben.“

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