Einer der wenigen in ganz  Deutschland

Wohnmobil-Stellplatz im MK trotz Coronavirus offen - mit heftigen Folgen

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Schlange stehen am Pragpaul: Altenas Wohnmobilstellplatz war weit und breit der einzige, der offen hatte. Dementsprechend gut war er besucht.

Altena – Etliche Camper zog es nach Altena,weil dort der Stellplatz als einer der wenigen deutschlandweit noch offen hatte. Das hat sich nun erledigt.

Jetzt also doch: Am Freitagmorgen hat die Stadt den Wohnmobilstellplatz an der Sauerlandhalle geschlossen und abgesperrt. Bisher hatte Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein hartnäckig die Auffassung vertreten, das Übernachten in Wohnmobilen sei dort durch die Corona-Schutzverordnung nicht verboten. 

Das NRW-Innenministerium sieht das anders – und andere Kommunen auch. „Natürlich nicht“ heißt es im Hemeraner Rathaus auf die Frage, ob der dortige Stellplatz noch geöffnet sei. Auch die Anlage am Werdohler Westpark ist seit Mitte März geschlossen. Schild und Flatterband weisen deutlich darauf hin. 

Coronavirus in Altena: Auswärtige fragen nach Stellplatz in Altena

Damit stehen die Nachbarstädte nicht alleine: In ganz Deutschland gebe es kaum noch geöffnete Stellplätze, schrieb schon vor Wochen die Fachzeitschrift Promobil und appellierte an ihre Leser: „Für alle gilt: Daheim bleiben und den Kontakt zu anderen so gut es geht vermeiden – auch wenn die eigenen vier Wände auf Rädern stehen.“ 

Diesem Aufruf folgten viele Camper, aber nicht alle. Und unter denen, die weiterhin mit dem Wohnmobil reisen, scheint sich herumgesprochen zu haben, dass der Platz in Altena weiter geöffnet ist. Selbst bei der AK-Redaktion wurde von Auswärtigen angefragt, ob man den Platz noch nutzen dürfe. 

Coronavirus in Altena: Camper drängen sich noch dichter

Folglich wurde der Campingbetrieb dort immer intensiver, so dass die Stadt Anfang dieser Woche einen ersten, zaghaften Versuch unternahm, die Sache einzudämmen: Sie sperrte die Hälfte der zwölf Stellplätze, ging dabei allerdings nicht besonders klug vor: Statt jeden zweiten Platz zu blockieren, sperrte sie die hinteren sechs ab. 

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

Die Enge auf dem Stellplatz nahm dadurch eher noch zu. Und: Die Camper wichen aus, nutzten jetzt auch den normalen Parkplatz der Sauerlandhalle. Elf Wohnmobile standen gestern Morgen vor der Sportstätte, als die Stadt dann handelte. 

Falschparker: Der Halter dieses Wohnmobils verhielt sich schon vor der Sperrung falsch.

„Wir haben auf die Vernunft der Leute gehofft – leider vergeblich“, kommentierte der Bürgermeister. Der Stellplatz wurde umgehend geschlossen und der Parkplatz der Sauerlandhalle so beschildert, dass er nur noch von Pkw genutzt werden darf. Wohnmobile sind „Sonderkraftfahrzeuge“ und dürfen damit dort nicht mehr parken. 

An die anwesenden Wohnmobilfahrer erging die Anweisung, den Platz bis mittags zu räumen. 

Coronavirus in Altena: Bürger finden Kurs zögerlich

Nach Informationen unserer Zeitung hatte das Ordnungsamt sich in den vergangenen Wochen immer wieder dafür ausgesprochen, den Stellplatz zu sperren, war mit diesem Vorschlag aber am Bürgermeister gescheitert. Auch gegenüber dem AK vertrat Hollstein bis gestern mehrfach die Auffassung, die Anlage könne geöffnet bleiben. 

Den meisten Altenaern war der Campingbetrieb am Pragpaul ein Dorn im Auge, wie Diskussionen im Internet und Zuschriften ans AK beweisen. Viele Bürger ärgern sich darüber, dass Einschränkungen wie das Betretungsverbot der Stufen an den Lenneterrassen von der Stadt ohne großes Federlesen innerhalb weniger Stunden durchgesetzt werden, während sie in Sachen Stellplatz einen Kurs fuhr, den viele als zögerlich empfanden. 

Coronavirus in Altena: Klare Position im Innenministerium

In den Nachbarkommunen versteht man das Handeln der Altenaer vor allem deswegen nicht, weil man dort die Coronaschutzverordnung für eindeutig hält. „Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt“, heißt es dort. In seinen Augen falle der Stellplatz nicht unter diese Regelung, meint Hollstein und verweist darauf, dass die Mobilisten nach wie vor auf jedem Wanderparkplatz übernachten dürften. 

Das sieht das NRW-Innenministerium anders. Es verwies gestern auf AK-Anfrage auf die aktuelle Fassung der Corona-Verordnung. Danach sind Übernachtungen auf Camping- und Wohnmobilstellplätzen nur dann erlaubt, wenn die Fahrzeuge dauerhaft auf einem Campingplatz abgestellt sind. 

Um solche Dauercamper handelt es sich bei den Wohnmobilfahrern aber explizit nicht.

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