Seniorenheime: So läuft's mit den Besuchern

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Besuch auf Abstand ist wieder in den Seniorenheimen möglich. Das funktioniert ganz gut.

Altena/Werdohl - Besonders viel Besuch bekommen die Senioren in den Heimen nach den Wochen ohne persönlichen Kontakt. Und nur wenige halten sich nicht an die Regeln.

Insgesamt 102 Angehörige und Freunde haben in der ersten Juni-Woche die Bewohner des Ellen-Scheuner-Hauses in Altena besucht. Mit den Treffen in der Senioreneinrichtung habe man bislang positive Erfahrungen gemacht, berichtet Pflegedienstleiterin Kornelia Tymoszuk. 

Die Besucher hätten sich an die Regeln und Vorsichtsmaßnahmen gehalten. Und „die Bewohner freuen sich und sind glücklich, dass sie wieder Besuch bekommen dürfen“, sagt Tymoszuk. 

Coronavirus in Altena: Regeln werden auf Weg zum Bewohner erklärt

Die Treffen finden entweder im Restaurant oder im Außenbereich statt. „Je nach dem, ob gutes Wetter ist.“ Normalerweise ein bis zwei, bei Geburtstagen auch schon mal drei Angehörige dürfen zu Besuch kommen. Bei der Ankunft im Ellen-Scheuner-Haus müssen die Hände desinfiziert werden, und man trägt sich in eine Besucherliste ein. 

Vom Pflegepersonal wird der Besucher zu den Bewohnern geführt und auf dem Weg dorthin informiert, welche Regeln einzuhalten sind. An erster Stelle steht der Mindestabstand von 1,5 Metern. Mund-Nase-Schutze sind Pflicht. Die gibt das Pflegepersonal auch an die Besucher aus, falls eine Maske fehlen sollte.

Im Restaurant stehen fünf Tische parat, an denen die ein- bis zweistündigen Treffen stattfinden. „Draußen gehen viele spazieren, wenn das Wetter gut ist“, sagt Kornelia Tymoszuk. „Dabei können wir den Mindestabstand nicht kontrollieren.“

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 Jeder sei stattdessen gehalten, vernünftig zu handeln und die Sicherheit nach vorne zu stellen. Manche Angehörige verzichteten aus Angst, das Coronavirus in das Pflegeheim einzuschleppen, auch ganz auf Besuche und wichen nach wie vor auf Gespräche per Videotelefonat aus. Andere mischten virtuellen und persönlichen Kontakt. 

Coronavirus in Werdohl: Nur Einzelne tanzen aus der Reihe

„Die Angebote werden unterschiedlich wahrgenommen“, sagt Tymoszuk. Ein Bewusstsein für das Risiko sei auf jeden Fall da. 

Im Haus Versetal in Werdohl ist die Lage ähnlich: Von „Einzelnen, die aus der Reihe tanzen“, berichtet Pflegedienstleiter André Sikora. „Man hat hin und wieder Verschwörungstheoretiker, denen die ganzen Lockerungen nicht weit genug gehen“, sagt er. Die Vielzahl, „ich würde sagen rund 95 Prozent“, seien allerdings froh und dankbar, dass Besuche inzwischen wieder möglich sind. 

Ein Problem sei, dass das Land die Verantwortung größtenteils an die jeweiligen Einrichtungen abgegeben hat, erklärt Sikora. Es gebe zwar einen Plan mit 16 Punkten, an die sich die Pflegeheime halten müssen. 

Wie genau diese Punkte umgesetzt werden, und welche Maßnahmen es darüber hinaus gibt, sei aber immer ein Stück weit Interpretationssache. 

Dadurch ergebe es sich, dass in manchen Einrichtungen mehr Beschränkungen gelockert wurden als in anderen. 

Diskrepanz zwischen Regeln "erschreckend"

Diese Diskrepanz bei den Regelungen bezeichnet der Pflegedienstleiter als „erschreckend“. Sie führe gelegentlich zu Diskussionen. 

Die Besuche müssen auch im Haus Versetal vorab telefonisch angemeldet werden und sind dann in erster Linie an den Besucherfenstern in der Cafeteria möglich. Im Einzelfall dürfen die Besucher auch zu den Bewohnern auf die Zimmer, wenn dies aus Sicht des Pflegedienstes sinnvoll ist. 

Die Besuchszeit hat das Seniorenheim zwar begrenzt, „aber ein Stündchen darf man schon vorbeikommen, um zusammenzusitzen und sich zu unterhalten“, sagt Sikora.

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