Coronavirus: So bereiten sich die Schulen auf schrittweise Öffnung vor

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Noch ist es leer am Burggymnasium: Ab 23. April kehren die ersten Schüler zurück.

Die Schulen sollen wieder schrittweise öffnen. Das stellt die Schulen vor Herausforderungen.

Altena/Nachrodt-Wiblingwerde - Es geht weiter in den Schulen – aber langsam und mit Bedacht. So wollen Schulleiter in Altena und Nachrodt die Vorgaben des NRW-Kultusministeriums umsetzen: 

Grundschulen 

Einen genauen Marschplan hat Carsta Coenen, Leiterin der Gemeinschaftsgrundschule Nachrodt-Wiblingwerde, für den 4. Mai noch nicht. Dann kommen die Viertklässler zum Unterricht. Und nur die. „Wir haben noch ausreichend Zeit, uns vorzubereiten. Dabei gibt es landesweite Maßgaben, die wir umsetzen werden, die aber noch nicht gekommen sind“, sagt Carsta Coenen und ergänzt: „Man muss mit Bedacht gucken, wie die Abstandsregelungen eingehalten werden können.“ 

Das gilt nicht nur für den Unterricht, sondern auch für die Pausen. Die Handhygiene dürfte an beiden Schulstandorten das kleinste Problem werden: Waschbecken gibt es in jeder Klasse. 

Sekundarschule 

Dass die Sekundarschule an zwei Standorten arbeitet – in Altena und in Nachrodt – wird jetzt zum großen Vorteil: Die 80 Schüler der zehnten Klassen werden ab dem kommenden Donnerstag, 23. April, aufgeteilt: Die Jugendlichen, die in der Doppelgemeinde wohnen, werden am Holensiepen beschult, die Schüler aus Altena, Dahle und Evingsen am Schulstandort in der Nette. 

So können viele Schüler mit dem Fahrrad oder zu Fuß kommen, denn gerade das Busfahren bereitet Schulleiterin Anne Rohde große Sorgen. „Man kann ja die Schüler nicht auf der einen Seite gut im Unterricht trennen und sie dann mit 70, 80 anderen im Bus fahren lassen“, sagt Anne Rohde. 

Coronavirus im MK: Konzentration auf Hauptfächer

Um die Gruppengrößen, einen sinnvollen Stundenplan und versetzte Pausen geht es in den nächsten Tagen. Die Zehntklässler sollen gezielt auf die Zentralprüfungen vorbereitet werden. Mit anderen Worten: Die Konzentration liegt auf den Hauptfächern Deutsch, Mathe, Englisch. 

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„Wir werden auch eine Lernzeit einbauen, in der Aufgaben verteilt und Lösungen verglichen werden können“, so Anne Rohde. Durchgesickert, aber noch nicht klar ist, ob die Zentralprüfungen durch Klassenarbeiten ersetzt werden. „Da fehlt uns noch die Mail der Ministerin.“ 

Bei der Einhaltung der Hygienevorschriften sieht Anne Rohde übrigens überhaupt keine Probleme: „Wir haben auch schon vor der Schulschließung sehr auf Handhygiene geachtet.“ Alle nötigen Utensilien stehen bereit. „Und die Hausmeister haben die Reinigungskräfte angewiesen, auch die Tischoberflächen zu reinigen. Zudem nutzen wir für den Unterricht Räume, bei denen eine vernünftig Stoßlüftung möglich ist.“ 

Coronavirus im MK: Auch Jüngere werden aufgeteilt

Nach den Zehntklässlern machen sich die Neuntklässler auf den Weg zur Schule – und zwar ab 4. Mai. Auch sie werden dann auf beide Schulstandorte aufgeteilt. „Wie es dann später mit den Jüngeren weitergeht, steht noch nicht fest“, sagt Anne Rohde und erklärt: „Wir haben noch viel Arbeit in den nächsten Tagen vor uns, um uns vernünftig vorzubereiten.“ 

Nicht vergessen sind die Jüngeren: Die Lehrer der Sekundarschule werden für alle Kinder ab Klasse fünf ab kommendem Montag wieder Aufgaben ins Netz stellen. 

Gymnasium 

Um 22.35 Uhr kam am Montag im Burggymnasium eine Mail an, mit der für den gestrigen Tag eine Mail angekündigt wurde: Das Kultusministerium machte es spannend. Ulrich Holtkemper, der Leiter des Burggymnasiums, hatte aber schon geahnt, was auf ihn und alle anderen Mitglieder der Schulgemeinde zukommt und deshalb sein Kollegium für den gestrigen Vormittag zusammengerufen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. 

Ab kommendem Donnerstag werden gut 100 junge Erwachsene zur Schule kommen, deren Abitur ansteht und die auf diese Prüfungen vorbereitet werden müssen. Diese Zwölftklässler so zu unterrichten, dass Kontaktverbote und Abstandsregelungen eingehalten werden, ist angesichts der Größe der Schule unproblematisch. 

Coronavirus im MK: BGA-Gespräche zu Hygieneregeln

Angedacht ist, nur jene Fächer zu unterrichten, in denen Prüfungen anstehen und nur jene Schüler in die einzelnen Kurse zu schicken, die das jeweilige Fach als Abiturfach gewählt haben. Enger wird es dann ab dem 4. Mai, wenn die restlichen Schüler der Oberstufe in die Schule zurückkehren sollen. 

Dann schwebt Holtkemper ein Schichtbetrieb vor, in dem ebenfalls nur Hauptfächer unterrichtet werden. Der Schulleiter wird in den kommenden Tagen noch etliche Gespräche führen müssen, unter anderem mit der Stadt, die als Schulträger bezüglich der Einhaltung von Hygienevorschriften mit im Boot sitzt. Mit der MVG muss darüber gesprochen werden, ob und wie deren Fahrpläne an die geänderten Bedingungen angepasst werden können.

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