Auch ohne Schützenfest: Evingsen zeigt Flagge

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Auch das Wartehäuschen an der Bushaltestelle haben die Evingser geschmückt.

Altena – Klares Zeichen für den Zusammenhalt: Evingsen kommt grün-weiß daher. Die Schützen zeigen Flagge - auch ohne Schützenfest.

Es ist ein Zeichen zur Stärkung des Wir-Gefühls auch in schwierigen Zeiten: Trotz oder gerade wegen der coronabedingten Absage des Evingser Schützenfestes, das vom 17. bis 19. Juli wieder zu einer ganz großen Fete hätte werden sollen, zeigen die Evingser Flagge. 

Sowohl im Dorf als auch digital in sozialen Netzwerken wurde von den Mitgliedern und Freunden des Schützenvereins die Schützenfahne gehisst. 

Bushäuschen geschmückt

Wer in diesen Tagen durch Evingsen fährt oder geht, der könnte annehmen, dass trotz der Pandemie in wenigen Tagen Schützenfest gefeiert wird. In zahlreichen Gärten wehen grün-weiße Fahnen im Sommerwind, an einigen Hausfassaden und Balkonen wurden sie mit Bändern befestigt. 

Das Wartehäuschen an der Bushaltestelle Im Höttel wurde sogar mit grün-weißen Wimpelketten geschmückt. 

„Es freut mich sehr, dass so stark Flagge gezeigt wird und die Idee so gut angenommen wurde“, sagt André Schneider, der 48-jährige Vorsitzende des Schützenvereins Evingsen. 

Die besagte Idee, Flagge zu zeigen beziehungsweise Fahnen hissen zu lassen, war im Vorstand der Schützen gereift. „Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was man machen kann, wenn das Schützenfest nicht stattfinden kann. 

Zusammenhalt ohne Vogelschießen

Es ging darum, ein Zeichen zu setzen, damit das Schützenfest nicht aus den Köpfen verschwindet. Es ist ein symbolischer Akt, der zeigen soll, dass es auch ohne Vogelschießen einen Zusammenhalt gibt“, betont Schneider, der mit seinen Vorstandskollegen Tage später sowohl auf der Homepage des Schützenvereins als auch auf der Facebook-Seite der Schützen sowie in persönlichen Gesprächen zu dieser Aktion ermunterte. 

Edgar Milster hat in seinem Vorgarten an der Straße Zur Roleye wie so viele Evingser geflaggt – auch zur Freude von Enkeltochter Laura.

„Hallo liebe Schützen, morgen, Freitag, wäre es soweit gewesen. Wir hätten mit musikalischer Begleitung unseren wunderschönen Aar durchs Dorf zum Schützenplatz geleitet und im Schützenheim unsere Generalversammlung abgehalten. Dies wird leider ebenso wenig stattfinden wie das Schützenfest. 

Große Resonanz auf Aufruf

Der Vorstand des Evingser Schützenvereins bittet alle Evingser Schützen, traditionell zum Termin der Generalversammlung bis zum Ende des Schützenfesttermins das Dorf mit der Vereinsflagge des Evingser Schützenvereins zu schmücken. Das Hissen der Flagge ist das erste Anzeichen im Dorf, dass das Schützenfest vor der Tür steht. Auch wenn es dieses Jahr leider nicht so ist...“ 

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Dieser am 2. Juli gepostete Aufruf, der mit einem „Horrido und bleibt gesund“ endet. Er sollte auf große Resonanz stoßen. Nicht nur in Evingsen, sondern auch in anderen Stadtteilen, in denen es ebenfalls Mitglieder des Evingser Schützenvereins gibt. 

Auch das von André Schneiders Frau Dagmar erstelle Design, mit dem in sozialen Netzwerken Profilbilder mit der Evingser Schützenfahne und den Hashtags #flaggezeigen und #jetzterstrecht verziert werden können, wurde von den Schützen eifrig verwendet.

Jubilar ganz vorne dabei

Zudem wurden nach Angaben Schneiders in verschiedenen Whatsapp-Gruppen der Schützen Fotos von gehissten Flaggen, die bei Adjutant Carsten Gluth ordentlich nachgefragt wurden, geteilt und zum Teil auch auf Facebook gepostet. 

Einer, der in diesen Tagen sowohl in seinem Vorgarten an der Straße Zur Roleye als auch digital Flagge zeigt, ist Edgar Milster. „Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, dem Aufruf zu folgen und zu flaggen“, sagt Milster, der seit seinem 18. Lebensjahr Mitglied des Evingser Schützenvereins ist und noch in diesem Monat seinen 68. Geburtstag feiern wird. „Genau“, sagt Milster.

Typisch Evingsen

„Ich bin in diesem Jahr 50 Jahre Mitglied im Schützenverein. Und das traditionelle Frühstück wäre am Schützenfestfreitag eigentlich bei mir gewesen.“ Eigentlich… Die weithin sichtbare Schützenfahne im Vorgarten des Jubilars Edgar Milster wird mindestens bis zum 19. Juli gehisst bleiben. „Das ist doch klar“, betont der 67-Jährige. 

Er blickt dabei auf die Gärten der Nachbarhäuser, wo ebenfalls grün-weiße Schützenfahnen im Wind wehen, und sagt: „Das ist Evingsen."

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