Absage des Schützenfests 2021 schlägt Wellen

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Eine Riesenparty ist das Altenaer Schützenfest immer. Dass dies nun von 2021 auf 2022 verschoben werden soll, schlägt wellen in der Stadt.

Altena – Die geplante Absage des Altenaer Schützenfests 2021 schlägt wellen in der Stadt: Nicht jeder kann sie nachvollziehen.

„Ich persönlich glaube, dass diese Absage zu früh kommt.“ Mit diesem Statement reagierte Wolfgang Noack auf die sich abzeichnende Absage des Schützenfestes der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft (FWG). 

Deren Vorstand schlägt  wegen Corona eine Verschiebung des Festes ins Jahr 2022 vor. Als Geschäftsführer des Kulturrings ist Noack Mitorganisator des Mittelaltermarktes und damit der zweiten „großen Großveranstaltung“ im kommenden Jahr. 

Auch dafür müssen Pläne geschmiedet und Verträge geschlossen werden. Aber noch sei es nicht nötig, über eine Absage nachzudenken, meint Noack. Das habe Zeit bis zum Herbst, weil die Vorbereitungen dann in die heiße Phase gingen. 

Mittelaltermarkt: "Behutsam diskutieren"

„Wir werden das dann ganz behutsam diskutieren“, kündigt Noack an. Natürlich habe der Gesundheitsschutz der Besucher oberste Priorität. Man müsse aber auch an die Eventbranche denken, für die die Pandemie existenzbedrohend sei. 

Für dieses Jahr waren alle Groß-Events in der Burgstadt Mitte April abgesagt worden.

Coronavirus in Altena: Existenz der Unterhaltungsbranche bedroht

Diesen Aspekt betont auch der Altenaer Musiker Potlako Mokgadi alias Tlako in einem Diskussionsbeitrag auf Facebook: „Noch ein Jahr und die komplette Unterhaltungsbranche ist verschwunden“, schreibt er. Die Empfehlung des FWG-Vorstandes sei „ im Moment in ihrer Tragweite gar nicht einzuschätzen“. Es sei zu befürchten, dass Zeltverleiher und deren Mitarbeiter im kommenden Jahr alle pleite oder arbeitslos seien, wenn das Beispiel aus Altena Schule mache. 

Andere Schützen zeigen Verständnis

Das könnte dann auch für die Schützen selbst ein Problem werden, meint Ratsherr Ulrich Biroth (SDA): „Wer wird denn 2022 noch da sein, um Zelte und den Rest zur Verfügung zu stellen?“, fragt er. 

Noch ein Jahr ohne Einnahmen überlebe keiner in der Branche. Bei anderen Schützen stößt die Entscheidung der FWG auf Verständnis. Das ergab eine Umfrage der Meinerzhagener Zeitung bei Schützenvereinen, die 2021 in deren Erscheinungsgebiet feiern. 

Die denken zwar im Moment noch nicht über eine Absage nach, geben aber zu bedenken, dass das Fest in Altena ein ganz anderes Kaliber sei. „Da reden wir von ganz anderen Dimensionen als bei uns. Die Absage dort ist für mich verständlich“, sagt beispielsweise Daniel Schmidt, Schriftführer des Schützenvereines Zur Listertalsperre. 

Karneval: Köln fährt Zwei-Szenarien-Plan

Dort könne man deutlich kurzfristiger entscheiden als in der Burgstadt. „Ich denke, dass wir Anfang 2021 sehen werden, in welche Richtung es bei uns geht und welche behördlichen Vorgaben es dann gibt“, schätzt Schmidt. Wie die Vertreter anderer Meinerzhagener Schützenvereine hofft er auf einen Impfstoff. 

Altenas Schützenhauptmann Klaus Hesse zeigte sich in dieser Hinsicht bei der Pressekonferenz am Samstag eher skeptisch. Lange vor dem Schützenfesttermin in Altena soll in Köln Karneval gefeiert werden. Diesen Grundsatzbeschluss fasste das dortige Festkomittee, das aber auf alle Eventualitäten vorbereitet sein möchte und deshalb zweigleisig plant: Ein Best-Case-Szenario und ein Worst-Case-Szenario werden entwickelt. 

Alle weiteren Szenarien mit anderen Rahmenbedingungen können dann mit Elementen aus beiden Grundplanungen realisiert werden.

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