Schwerer Start für neuen Pfarrer

Dr. Sadrack Djiokou in der leeren Lutherkirche.

Altena. Seit  etwas mehr als einem Monat ist  Dr. Sadrack Djiokou neuer Pfarrer  der  Evangelischen Gemeinde. Seinen Start in Altena hätte er sich  anders gewünscht. 

Ostern liegt hinter der Evangelischen Kirchengemeinde. Ohne Gottesdienste in klassischer Form. Wie hat Dr. Sadrack Djiokou, der neue Pfarrer, das wichtigste Fest der Christenheit nun verbracht? „Im Kreis der Familie“, sagt Djiokou. Mit seiner Frau und den beiden Kindern hat er einen Familiengottesdienst gefeiert. Dabei wurden zum Beispiel die Anliegen der Kinder zusammengetragen und gemeinsam gebetet. „Ich bete für Dich, Du betest für mich“, sei der Grundgedanke. Auch gab es zu Ostern Bibelarbeit im Hause Djiokou. „Das ist wichtig, damit die Kinder ihre Spiritualität entwickeln können. Neben der Intellektualität ist das das Wichtigste“, ist der Theologe überzeugt.

 „Grundsätzlich ist es natürlich sehr schade, dass die Gemeinde in der Karwoche nicht zusammenkommen konnte“, meint der neue Pfarrer. Wichtig sei in diesen Tagen, „dass das Wort Gottes bei den Menschen ankommt“. Dazu trügen nun auch die Internet-Gottesdienste bei, die über die Homepage der Kirchengemeinde aufrufbar sind. Die Zugriffszahlen zeigten, dass mit einem Online-Gottesdienst bis zu 600 Menschen erreicht werden. „Die Leute haben Interesse“, freut sich Dr. Djiokou. 

Nicht nur die Ostertage, schon Djiokous Amtsantritt in der Burgstadt war alles andere als leicht. Es blieben ihm wegen der Corona-Pandemie schließlich nur wenige Tage, um mit möglichst vielen Personen aus der Gemeinde wirklich in Kontakt zu kommen. Als neuer Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde war Dr. Sadrack Djiokou am 1. März in der Lutherkirche in sein Amt eingeführt worden.

 Bald darauf hagelte es ministerielle Erlasse und städtische Ordnungsverfügungen zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus. Am 23. März erließ das NRW-Innenministerium ein landesweites Kontaktverbot. Damit kam auch das kirchliche Leben in der evangelischen Kirchengemeinde zum Erliegen, die Dr. Sadrack Djiokou gerade einmal richtig kennenlernen wollte.

 Keine Gottesdienste, keine Trauungen, keine Treffen von Gruppen und Kreisen mehr. Eine Entwicklung, von der der Geistliche überrascht wurde. „Das ist wirklich nicht gut“, meint er, „ich war drauf und dran, mich überall vorzustellen. Man kommt ja voller Begeisterung und möchte planen.“

 Dazu hat die Zeit aber noch nicht gereicht. Immerhin drei Frauenhilfe-Runden konnte er noch besuchen, darunter die in Wiblingwerde. Der neue Pfarrer bedauert die Kontaktverbote sehr, weiß aber, dass sie unvermeidbar sind. „Wir sind ja dazu da, die Menschen zu betreuen und dafür zu sorgen, dass sie sich wohlfühlen“, sagt er über seine Ziele. „Jetzt müssen wir Geduld bewahren, bis wir uns wiedersehen können.“ Nun brauche es Zeit. „Aber wir haben Zeit. Gottes Zeit“, sagt Djiokou. 

Dabei erinnert er auch an die Bibel: „Wir wissen, dass Gott die Schöpfung mit Geduld gemacht hat.“ Er nutzte jetzt die Zeit, „um mich vorzubereiten auf den Dienst des Herrn“. Einen guten Monat ist Dr. Sadrack Djiokou jetzt in Amt und Würden. Kennen ihn die Menschen in der Burgstadt schon? „Das kann ich so noch nicht sagen“, antwortet der Geistliche. Manche würden ihn vielleicht nur von Fotos kennen. Seit den Corona-Schutzregeln würden ja viele Menschen zuhause bleiben und es seien viele Geschäfte geschlossen. „Das ergibt natürlich auch weniger Chancen für eine Begegnung. Wir müssen uns eben jetzt mehr Zeit dafür lassen.“

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