Pflicht zum Testangebot

Vom Corona-Test an den Schreibtisch: Unterschiedliche Strategien in Altenas Firmen

Mit einem negativen Testergebnis konnten Kunden im Kreis Unna zuletzt noch einkaufen. Das geht nun nicht mehr.
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Corona-Selbsttests für zuhause bieten manche Firmen ihren Mitarbeitern an

Bei einem Unternehmen gibt es eigene Testteams, andere setzen auf Selbsttests für Angestellte. Und mancher wartet noch dringend auf die bestellten Tests. Die Strategien der Firmen in Altena sind sehr unterschiedlich.

Altena – Altenas Arbeitgeber stehen bereit, um die nächste Corona-Herausforderung anzunehmen. Sie werden aber vereinzelt noch ausgebremst durch Lieferschwierigkeiten. Es geht um die Pflicht, Arbeitnehmern Corona-Tests anzubieten. Eine Stichprobe in Unternehmen der Burgstadt.

Möhling: Eigene Test-Teams in der Firma

„Wir testen seit einer Woche“, berichtet Britta Hölper, Geschäftsführerin der Möhling GmbH. Etwa 25 Prozent der Belegschaft, rund 100 Mitarbeiter, lassen sich regelmäßig testen. In der Burgstadt beschäftigt das 175 Jahre alte Traditionsunternehmen, ein Spezialist für Verbindungstechnik, rund 400 Mitarbeiter. Für die Tests sind zwei unternehmenseigene Test-Teams zuständig, die jeweils dienstags und donnerstags ihrer Aufgabe nachgehen.

Bis Montagvormittag können sich Mitarbeiter dafür anmelden, dann geht es zum Test, für die an beiden Werkstandorten eigene Räume eingerichtet wurden. Die Mitarbeiter werden an ihrem Arbeitsplatz angerufen und begeben sich dann zum Test. Die Teams können eine 24 Stunden lang gültige Bescheinigung über das Testergebnis ausstellen. Eine Ärztin hat die Tester im Umgang mit Probanden, Räumlichkeiten und Material unterwiesen.

Selter: 800 Testkits für Mitarbeiter für Zuhause bestellt

Rund 800 Selbsttests hat die Firma Selter in Dahle bestellt, der Hersteller der bekannten Addi-Handarbeitsnadeln. Das offenbar mit ausreichend zeitlichem Vorlauf. Die Tests sind in der vergangenen Woche geliefert worden. Die Mitarbeiter nehmen die Testsets mit nach Hause und führen die Probe in eigener Verantwortung durch.

Wie Geschäftsführerin Claudia Malcus berichtet, begegnet man in dem Unternehmen, das seit 1829 produziert, der Herausforderung durch Corona auch mit einem Zweischichtbetrieb, der – und das ist sicherlich ungewöhnlich – auch für die Verwaltung gilt. Zwischen den beiden Schichten gibt es jeweils eine Betriebsunterbrechung, um zu engen Begegnungsverkehr zu vermeiden.

Für das Unternehmen arbeiten und 130 Mitarbeiter, davon rund 100 in den beiden Firmengebäuden an der Hauptstraße. Homeoffice gibt es im Dahler Unternehmen nur bedingt. „Es gibt Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sehen nur die Sanduhr“, sagt Claudia Malcus zum Problem, dass schnelles Internet flächendeckend fehlt. In Dahle wird daran aktuell gearbeitet.

Claas und Klincke: Lieferung trifft endlich ein

„Wir haben schon eine kleinere Menge an Tests“, hieß es am Freitag (23. April) bei den Firmen Claas und Klincke in der Rahmede, deren Inhaber Bernd Falz ist, „wir sind aber in der weiteren Beschaffung“. Am Montag (26. April) wurde dann geliefert, ab sofort werden Tests an Angestellte ausgegeben. „Jeder Mitarbeiter bekommt zwei Tests wöchentlich, und zwar für fünf Wochen im Voraus.“ Das vereinfache die Abwicklung.

Falz berichtet von zwei wichtigen Grundsätzen, die in der Firma gelten: „Wir versuchen, unsere Mitarbeiter und uns so gut wie möglich zu schützen. Und es geht darum, unsere Produktionsfähigkeit sicherzustellen.“ Dazu trügen natürlich die Selbsttests bei, die die Mitarbeiter „am besten zu Hause“ durchführen sollten. Neue Entwicklungen der Pandemielage im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Live-Ticker.

Abstände seien in dem Traditionsunternehmen vergleichsweise gut zu halten. „Der Drahtzieher steht ja ziemlich allein an seiner Maschine.“ Wo es möglich ist, etwa in Verwaltung und Buchhaltung, biete man Homeoffice an. „Im Vertrieb geht das aber schlecht.“ In den beiden Claas-und-Klincke-Werken sind insgesamt 110 Angestellte beschäftigt.

Lüling: Warten auf die bestellten Tests

Auch beim Stahldrahtwerk der Firma Lüling an der Kleffstraße soll so schnell wie möglich getestet werden. „Wir haben bestellt.“ 1000 Testsets stehen auf der Einkaufsliste, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter Fabian Schmidt. Bis zur Kalenderwoche 26, also ab dem 28. Juni, werde man dann wohl mit der Bestellung auskommen, „aber wahrscheinlich müssen wir auch noch mal nachordern“. Ein Recht auf einen Corona-Test haben rund 100 Mitarbeiter, die für Lüling arbeiten.

Geschäftsführer Christian von der Crone sagte am Montag zu den Tests: „Wir warten noch darauf. „Das ist ganz einfach ein logistisches Problem.“ In allen Unternehmen gehe es jetzt um Test-Bestellungen in großen Mengen. Die Lieferengpässe seien derzeit „nicht zu ändern“. Er kritisiert die Test-Politik: Entscheidungen fielen zunehmend „überraschend“ aus, merkte der Lüling-Geschäftsführer an. Deutlich harschere Kritik übt ein anderer Unternehmen aus dem MK an der Testpflicht.

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