Extra-Portionen in der Pandemie: So läuft‘s für Tafel und Suppenküche

Die Suppenküche läuft: Aus den Zeiten vor der Pandemie stammt dieses Foto. Wenn am Donnerstag der Wochenmarkt in der Innenstadt läuft, ist auch das Team der Suppenküche am Start. In dieser Woche gibt es Hühnersuppe.
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Die Suppenküche läuft: Aus den Zeiten vor der Pandemie stammt dieses Foto. Wenn am Donnerstag der Wochenmarkt in der Innenstadt läuft, ist auch das Team der Suppenküche am Start. In dieser Woche gibt es Hühnersuppe.

Spaß an der Sache haben sie. „Ein Segen für unsere Gemeinde“, sagt Gemeindeschwester Claudia Sauer über die Suppenküche, die 2002 von Pastor Wolfgang Reuther ins Leben gerufen wurde. Sie erfüllt noch immer den Leitgedanken: deftige Hausmannskost zu kleinem Preis.

Altena – Menschen aller Altersgruppen sollen satt werden. Jeder, der das Bedürfnis nach Gemeinschaft hat, soll willkommen geheißen werden. Gerade Gemeinschaft fehlt aber durch die Corona-Pandemie. „Ich vermisse diese Atmosphäre donnerstags im Luthercafé“, sagt Claudia Sauer. „Hier habe ich noch kein Essen bekommen, bei dem es nicht fröhlich zuging. Ich habe immer jemanden kennengelernt und bin ins Gespräch gekommen.“ Einblicke in eine besondere Atmosphäre, die im neuen Gemeindebrief Turmhahn nachzulesen sind.

Und so geht es im Grunde jedem, der die Suppenküche besucht: Man lernt sich kennen. „Das Team hat alle im Blick und wenn jemand einmal nicht zum Essen kommt, dann fällt es gleich auf. Gute Nachbarschaftshilfe möchte ich meinen, denn hier geht es nicht nur um den satten Bauch, sondern auch um das satte Herz“, lobt Claudia Sauer. „Es läuft so gut, wie es in diesen Zeiten laufen kann“, erzählt Köchin Brigitte Kleinschmidt. Zwar gebe es hier und da Besucher, die sich die alten Runden im Innenraum zurückwünschen, „aber das geht zur Zeit ja nicht. Wir hatten regelrechte Stammtische“, berichtet Brigitte Kleinschmidt.

Herz und Bauch werden satt

Auch in Zeiten der Pandemie schafft es dieses Team, Herz und Bauch satt zu machen: 30 bis 35 Brötchen, 70 bis 80 Portionen Eintöpfe, drei Kuchen und 40 bis 50 Waffeln gibt die Gruppe aus nunmehr sechs Personen unter Einhaltung der Hygieneauflagen und mit guter Laune an Hungrige weiter. Der Verkauf läuft durchs offene Fenster. Beim nächsten Mal steht am Donnerstag, 1. April, Hühnersuppe auf dem Speiseplan.

Nicht alle können sich die Suppe holen, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehören, aber dafür gibt es die Nachbarschaftshilfe. „Der Topf wird einem Nachbarn in die Hand gedrückt oder jemand aus dem Team fährt vorbei und stellt den Topf vor die Tür. Ich bin so froh, dass es diese wunderbare Einrichtung in unserem Haus gibt“, lautet das Fazit von Claudia Sauer.

Tafel hat Zulauf

Über guten Zuspruch freut sich auch eine zweite Altenaer Einrichtung, die weitaus jünger ist. Die Rede ist von der Tafel, von der Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt werden. „Ich bekomme fast jeden Tag eine Neuanmeldung“, berichtet Anette Wesemann vom Stellwerk, bei der die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Tatsächlich scheint es großen Bedarf zu geben. Als die Tafel als Zweigstelle der Lüdenscheider Tafel im Januar dieses Jahres in Altena an den Start ging, standen 38 Haushalte auf der Liste – jetzt sind es schon 79. „Es spricht sich eben herum“, sagt Anette Wesemann. Zu den Empfängern zählen 105 Erwachsene und 60 Kinder. Und Wesemann ist sich sicher: „Das ist noch längst nicht das Ende.“ Ob der Zuwachs pandemiebedingt sei oder durch wirtschaftliche Einflüsse – oder durch beides –, das sei kaum zu sagen. Fest steht aber: „Nach der letzten Ausgabe am 9. März waren wir leer“, berichtet Wesemann. Es waren keine Lebensmittel mehr vorhanden.

Der nächste Ausgabetermin ist am Mittwoch, 7. April. Ein Ausnahmetermin wegen Ostern. Normalerweise ist die Ausgabe an jedem ersten und zweiten Dienstag eines Monats in den Stellwerk-Räumen an der Lüdenscheider Straße.

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