Verkaufsstart im Discounter

Schnelltests bei Aldi nach wenigen Minuten ausverkauft

Warteschlangen vor dem Aldi in Werdohl zum Verkaufsstart der Corona-Selbsttests.
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Warteschlangen vor dem Aldi zum Verkaufsstart der Corona-Selbsttests.

Aldi hat am Samstag (5. März) die ersten Corona-Selbsttests auf den Markt gebracht. Das sorgte für Warteschlangen vor Öffnung vor den Filialen. Die begehrten Fünferpacks waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Eine Stichprobe in Altena und Umgebung.

Uhr, vier Grad minus vor dem Aldi-Markt in Werdohl. „Ich hatte gedacht, es wären noch Kunden mehr da“, sagt eine junge Kundin. Mit gut 15 anderen wartete sie auf die Öffnung der Filiale. Kaum gingen die Türen auf, konnte ein interessantes Schauspiel beobachtet werden: Der Großteil der Wartenden ging geradewegs zu Kasse. Nur dort gab es die Corona-Selbsttests. Preis pro Fünfer-Packung: 24,99 Euro. Ausgegeben wurde maximal ein Päckchen pro Kunde.

Der eine oder andere ging anschließend noch einmal in den Discounter, um richtig einzukaufen. Aber nicht alle. Viele kamen auch nur wegen der Tests. Die Vorräte waren knapp. „Wir haben nicht viele da”, sagte die Mitarbeiterin an der Kasse. Manche Aldi-Filialen hatten nur zehn Fünfer-Packs erhalten.

Selbsttests in weniger als 30 Minuten vergriffen

Warum sich viele bei frostigen Temperaturen am Samstag so früh aufrafften? „Für mehr Sicherheit, wenn wir ältere Verwandte besuchen”, sagte ein Kunde auf dem Parkplatz. Das frühe Aufstehen am Wochenende? Für ihn und seine Partnerin kein Problem: „Wir stehen eigentlich immer so früh auf.”

29 Minuten später und 15 Kilometer weiter im Aldi-Markt an der Bahnhofstraße in Altena: „Alle weg.” Kurz und knapp die Antwort der Mitarbeiterin. Keine 30 Minuten nach Ladenöffnung waren sämtliche Tests vergriffen. Immer mal wieder fragten Kunden an der Kasse nach. Doch die Stimmung blieb gelassen: „Dann probiere ich es nächste Woche noch einmal“, meinte ein Mann und verließ die Filiale wieder.

Mit Selbsttest die Mutter „endlich mal wieder umarmen“

Ein ähnliches Bild beim Aldi an der Altenaer Straße in Lüdenscheid. Die Tests waren um 7.30 Uhr vergriffen, doch das Chaos blieb aus. Aus der Zeitung hatte Andreas Klocke, der dort zu den ersten Kunden gehörte, von der Aldi-Aktion erfahren. „Das ist es mir in dem Fall wert. Es schafft ein besseres Gefühl.“

Gleichfalls durch die Zeitung war Barbara Feld auf den Verkaufsstart der Tests aufmerksam geworden. „Absichern, um Kontakte zuzulassen“, hatte sie beim Kauf im Hinterkopf. In Gedanken war sie da vor allem bei ihrer 82-jährigen Mutter. Der Test gebe mehr Sicherheit. „Sich endlich mal wieder sehen und umarmen zu können“ war ihr großer Wunsch.

Nur zwölf Fünfer-Packs in der Filiale

Auch in Balve bekamen nur die schnellen Kunden den Schnelltest: Bereits zehn Minuten nach Öffnung des Aldi-Markts waren dort die Tests vergriffen. „Wir wollen endlich unsere Kinder wieder besuchen“, erzählten Roland und Karin Kuhlmann aus Neuenrade, warum sie einen Schnelltest mit auf ihre Einkaufsliste gesetzt hatten. „Dieser zertifizierte Test gibt uns Sicherheit.“

Die Neuenrader berichteten von sehr großem Interesse im Balver Aldi-Markt: „Wir waren unter den ersten sechs Kunden.“ Und nur zwölf Kunden konnten am Samstag einen Fünfer-Pack mit nach Hause nehmen. Alle anderen wurden vertröstet. In dieser Woche werden die Selbsttests in den Aldi-Filialen nachgeliefert. Discounter wie Lidl und Drogerie-Märkte wie Rossmann und DM ziehen in den kommenden Tagen nach.

Selbsttests: Aldi setzt auf Risiko

Warum nur Aldi am Samstag mit dem Verkauf startete? Man habe dafür ein „gewisses Risiko in Kauf genommen“, heißt es in der Pressestelle auf Nachfrage. Denn: Der Discounter habe die Tests bereits vor der Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte beschafft. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog

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