Bundesweite Corona-Notbremse

Das große Warten in den Kitas

Spielzeug liegt in einer Kindertagesstätte auf dem Boden
+
Die Kitas müssen ab der Inzidenzzahl von 165 in den Notfallbetrieb.

Kurze Fristen, große Unsicherheit: Eltern und Kitas stehen vor Herausforderungen, wenn ab Montag, 26. April, Notbetrieb angesagt ist. Die Stimmung in Altena und Nachrodt.

Altena/Nachrodt – Die neue bundesweite Corona-Notbremse stellt Erzieher und Eltern vor Herausforderungen. Schon ab Montag soll es ab einem Inzidenzwert von 165 nur noch eine Notbetreuung in Kitas geben. Der Märkische Kreis liegt weit über diesem Wert.
NRWs Familienminister Joachim Stamp (FDP) entschuldigte sich bei Eltern, Kindern und Erziehern für die kurze Frist.

Awo-Kita in Nachrodt: Alle Eltern abtelefoniert

Deren Folgen bekommen nun Eltern und Erzieher zu spüren. „Wie haben einen Großteil der Kinder wieder da“, sagte Mona Schmöle, stellvertretende Leiterin der Awo-Kita in Nachrodt am Donnerstag zum Sachstand. Das soll sich – so das Ziel der Notbremse – ändern. Zuletzt kamen schon einige Mädchen und Jungen allerdings nur für drei oder vier Tage in der Woche.

Normalerweise besuchen 70 Mädchen und Jungen den Kindergarten, aktuell sind es rund 50. „Wir sind jetzt dabei, alle Eltern abzutelefonieren“, sagte Mona Schmöle am Freitag. Man gebe jeweils den Hinweis auf die neue Lage. „Ich gehe fest davon aus, dass wir ab Montag weniger Kinder haben“, sagt Mona Schmöle. Viele Familien setzten auf die Hilfe von Großeltern, Freunden und Bekannten für die Betreuung der Kinder. „Man trägt es mittlerweile mit einer gewissen Routine“, sagt sie zu den häufigen Änderungen und kurzen Informationsfristen.

Kindergarten Evingsen: Zahl der Kinder schwankt

„Notbetrieb, aber bedürfnisorientiert“ heißt es im Evangelischen Kindergarten in Evingsen. Feste Gruppen, kein Zusammentreffen draußen oder drinnen, die Eltern können nicht ins Gebäude. Von 54 Kindern blieben in dieser Woche etwa ein Drittel zu Hause, „aber das ist schwankend“, sagt die stellvertretende Leiterin Nina Herberg.

Die Unsicherheit ist groß: „Wir wissen offiziell noch nichts“, sagte sie am Freitagmorgen. Erst gegen Mittag konnte sie dann die Eltern via Kindergarten-App informieren. Wie viele Kinder ab Montag kommen werden, vermochte Nina Herberg nicht zu sagen. „Das wird darauf ankommen, wie die Eltern es stemmen können.“

Kindergarten St. Matthäus: „Alle zehn Minuten ändert sich was“

Mit 32 Mädchen und Jungen war der katholische Kindergarten St. Matthäus am Freitag sogar voll besucht. Man halte sich an den Handlungsleitfaden des Familienministeriums, wenn es darum gehe, welche Eltern einen Betreuungsanspruch haben. „Wie es am Montag sein wird, müssen wir abwarten“, sagte Emanuele Sortina als stellvertretender Leiter. Man habe alle Eltern informiert. Zahlen seien aber noch nicht absehbar. Natürlich gebe es bei Eltern und Erziehern auch das Gefühl, „dass sich alle zehn Minuten etwas ändert“. Und das ist kein gutes.

Waldkindergarten Wiblingwerde: Rundmail an Eltern von 20 Kindern

Mit einer gewissen Gelassenheit geht der Trägerverein des Waldkindergartens Wiblingwerde mit der neuen Situation um. „Ich habe erst am Freitagmorgen eine erste Information erhalten“, berichtet Vorsitzende Ina Litz. Sie habe eine Rundmail an die Eltern der 20 Kinder geschickt. Wie diese nun die Betreuung managen können, sei noch nicht vorherzusagen. „Bei uns ist es aber ganz gut zu handhaben.“ Neue Entwicklungen der Pandemielage im Märkischen Kreis lesen Sie in unserem Live-Ticker.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare