Masken: Nachfrage in Apotheken steigt rasant 

Apothekerin Jaqueline Daly aus der Lenne-Apotheke in Nachrodt.
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Apothekerin Jaqueline Daly aus der Lenne-Apotheke in Nachrodt.

Medizinische Masken werden in der Öffentlichkeit Pflicht. Bei der ersten Ausgabe von FFP2-Masken wurden die Apotheker überrannt. Auch jetzt steigt die Nachfrage wieder deutlich.

Altena/Nachrodt – Medizinische Masken – OP- oder FFP 2 – beim Einkaufen, in Bus und Bahn werden Pflicht. Die heimischen Apotheker stellten sofort nach dem Beschluss von Bund und Ländern fest, dass die Nachfrage stark steigt. Allerdings ohne überrant zu werden.

Anders war es beim letzten Mal. Die Zustände, die mit dem Ansturm bei der ersten Maskenausgabe für Ältere im Dezember eintraten, bezeichnet Jaqueline Daly, Inhaberin der Lenne-Apotheke in Nachrodt, als „fast schon unmenschlich. In der Apotheke war es, als gäbe es Freibier.“ Punktuelle Anstürme seien für die Kalkulation des Bedarfs ein großes Problem.

Verschiedene Ausführungen: Welche OP-Maske zählt?

Auch jetzt sei die Nachfrage in der Lenne-Apothekewieder merklich gestiegen. Aber: „Einen Engpass befürchten wir nicht, es läuft alles gut“, so Daly. Für sie ist aber noch unklar, welche Masken genau unter die Formulierung „medizinische Masken“ fallen.

Denn die blassblauen Mundschutze gibt es in zwei Ausführungen: dreilagig und vierlagig. Unter die Definition müssten die vierlagigen fallen, vermutet Daly. Sie wolle sich aber noch einmal schlau machen, unter anderem im Kollegenkreis.
Zusätzlich zu den normalen Verkäufen läuft derzeit auch die Verteilaktion von FFP2-Masken an die Risikogruppe, also an alle, die über 60 Jahre alt sind. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

Appell: Tragt auch die FFP2-Masken!

Daly ist froh, dass die Altersgruppen bei der aktuellen Verteilaktion nacheinander von ihren Krankenkassen angeschrieben werden und sich daher alles etwas entzerrt. Bei der ersten Aktion im Dezember waren alle zeitgleich zur Abholung berechtigt.

Daly richtet einen dringenden Appell an die älteren Mitbürger, die Masken in der Lenne-Apotheke abholen: „Tragen Sie die Masken auch.“ Sie habe schon oft beobachtet, dass sich Leute die Maske zwar holen, dann aber weiter ihre Stoffmaske benutzen. „Neulich hat ein Kunde die Apotheke mit den Worten verlassen: ,Danke, hoffentlich werde ich sie nicht brauchen’“, sagt Daly und ist fassungslos. „FFP2-Masken sollen getragen werden, weil sie besser vor einer Infektion schützen. Die Bundesregierung hat sich das ja nicht umsonst ausgedacht.“

Vorlauf macht es für Apotheker leichter

Dass dieses Mal alles geordneter abläuft als Anfang Dezember, bestätigt Apotheker Dr. Gerrit Fritsch, Chef der Stern-Apotheke im Gesundheitszentrum Rahmede. „Die ersten Masken-Gutscheine wurden verteilt, der Andrang war aber noch nicht massiv“, so der Apotheker.

Die Nachfrage steigt aber auch bei ihm merklich. Er ist vorbereitet: „Wir haben letztes Jahr gut eingekauft und können jetzt davon zehren. Beim ersten Mal wurde die Verordnung so schnell durchgepeitscht, da hat man sich ja die Augen gerieben“, sagt Fritsch. Deshalb musste er kurzfristig reagieren.

Gute Qualität, gute Lieferzeiten

Das sei dieses Mal nicht so. „Wir hatten einen Monat Zeit um das zu organisieren.“ Fritsch empfiehlt seinen Kunden grundsätzlich die FFP2-Maske. Außerdem habe aus man den Erfahrungen der ersten Maskenausgabe lernen können. Im Dezember machte er auch Erfahrungen mit Maskensammlern, die von Apotheke zu Apotheke zogen. „Hier waren Menschen, die ich vorher noch nie gesehen habe. In einem Fall hat mir ein Mitarbeiter später berichtet, dass der Kunde die Masken später im Internet weiterverkauft hat.“

Auch aus der Bahnhof-Apotheke in Altena berichtet eine Mitarbeiterin, dass die Anfragen nach Masken steigen. Es gebe deutlich mehr Verkäufe. Die Apotheke könne sich aber auf zwei feste Firmen verlassen, die bislang problemlos und in guter Qualität liefern. Sorgen wegen Lieferengpässen mache man sich deshalb nicht.

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