Corona-Lockdown

Apollo-Kino fürchtet Streaming-Dienste nicht - aus mehreren Gründen

Das Apollo-Service-Kino leidet nicht so stark wie andere Kinos - aus mehreren Gründen.
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Das Apollo-Service-Kino leidet nicht so stark wie andere Kinos - aus mehreren Gründen.

Viele Wochen Lockdown, viele Kinos leiden. Begeistert ist auch das Team im Apollo-Service-Kino nicht. Doch keine Spur von Trübsinn. Das Team kann auf ein gewichtiges Pfund setzen, wenn es wieder losgeht.

Altena – Welchen Kinofilm hat Nicole Güldner als ersten gesehen? Da muss die Inhaberin des Apollo-Service-Kinos in der Nette erst einmal überlegen. „Das Dschungelbuch müsste es gewesen sein. Daran habe ich frühe Erinnerungen.“ Magische Momente aus der Feder des britischen Autors Rudyard Kipling, in den Disney-Studios 1967 zu einem zauberhaften Zeichentrickfilm verarbeitet.

Was sie als nächstes in ihrem eigenen Kino sehen wird, das weiß die Betreiberin noch nicht. Seit 27 Jahren und in der vierten Familien-Generation sitzt sie auf der „Insel“, wie das Kino an der Nettestraße 15 wegen seiner Lage in der Mitte der Landstraße auch genannt wird.

Lockdown: Viele Stammkunden fragen nach Wiedereröffnung

Große Sorgen vor der Zukunft hat sie nicht. Das Kino werde einen sicheren Neustart hinlegen, glaubt Güldner. „Wir haben ja viele Stammkunden, und die fragen auch schon oft, wann es weitergeht.“ Und es gebe etliche Filme auf dem Markt, auch große Produktionen, die wegen der Lockdowns nicht gezeigt werden konnten. Und die auch nicht über Streaming-Dienste liefen.

Der Animationsfilm „Mignons“ zum Beispiel ist für den Sommer eingeplant. „James Bond 007“, der eigentlich im März in den Einsatz geschickt werden sollte, muss sich hingegen etwas gedulden, bis er wieder mit schicken Autos und noch schickeren Frauen auftritt. Er wird in der Nette erst im Oktober wieder auf Schurkenjagd gehen. „Die großen Dinger haben oft noch keinen Starttermin“, plaudert die Kinobesitzerin aus dem Nähkästchen.

„Miss Piggy“ und „Kermit“ mit an Bord

So oder so, Nicole Güldner und ihr Team stehen, wie auch der Doppel-Null-Agent, Gewehr bei Fuß. „Eine Woche Vorlauf werden wir schon brauchen“, schätzt die Kino-Betreiberin mit Blick auf eine mögliche Wiedereröffnung. „Schließlich müssen wir Getränke, Popcorn und Süßwaren einkaufen.“ Die Kunden sollen auf nichts verzichten müssen.

Schon gar nicht auf die Klassiker im Apollo-Kino. Nicole Güldner nennt zwei, die seit Jahrzehnten beliebt sind: Die Rede ist von „Miss Piggy“ und „Kermit“, die Stars aus der Sesamstraße. „Miss Piggy“ ist ein Mix aus Himbeersirup mit Fanta, während mit dem Namen des berühmten Frosches eine Fanta mit Waldmeister serviert wird.

„Damit haben wir ganze Generationen großgezogen“, sagt Nicole Güldner mit einem Lächeln. Das Team lässt sich immer wieder besondere Aktionen einfallen. So gruselte der Clown aus „ES“ durch Altena - und brachte dem Kino einen Preis.

Ganze Generationen an Apollo-Fans

Apropos Generationen: Die Beliebtheit des Kinos misst sich auch daran, dass Besucher, die einst im Kindesalter im Apollo waren, heute mit ihren eigenen Kindern kommen – „oder auch mit den Enkeln“, ergänzt Nicole Güldner. „Dann bekommt die Tochter oft den Lolli, den früher die Mama gekriegt hat.“ Das Kino ist beleibt wie kaum ein anderes in der Region - und landete deutschlandwiet beim ranking auf einem Top-Platz.

Wegen Streaming-Diensten wie Netflix macht sie sich wenig Sorgen. Natürlich sei es denkbar, dass demnächst Filme parallel via Internet und im Kino gestartet werden. „Aber das ist ein ganz anderes Erlebnis“.

Wer zuhause schauen möchte, werde immer wieder Störungen ausgesetzt, die es im Kino eben nicht gibt. Das könne ein Haustier sein, ein nicht abgeschaltetes Handy oder ein Mitbewohner. „Im Kino“, weiß Kinochefin Nicole Güldner, „schaut man einfach konzentrierter. Kino ist Magie.“ Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

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