Nur aus konkretem Anlass

Corona-Kontrollen in Wohnungen: So geht das Ordnungsamt in Altena vor

Das Ordnungsamt führte im 2020 weniger herkömmliche Kontrollen durch als im Jahr zuvor. Hauptgrund war die Arbeitsbelastung durch die Corona-Maßnahmen.
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Das Ordnungsamt führte im 2020 weniger herkömmliche Kontrollen durch als im Jahr zuvor. Hauptgrund war die Arbeitsbelastung durch die Corona-Maßnahmen.

Die Mitarbeiter der Ordnungsämter haben es in der andauernden Coronapandemie auch weiterhin nicht leicht. Schon wieder ist eine neue Regelung da, die zu mehr Arbeit führt. Dabei arbeiten die Ämter schon jetzt am Limit.

Altena – „Der neue Erlass sieht vor, dass wir nun auch im privaten Raum die Einhaltung der Coronaschutzverordnung überprüfen“, schildert Ulrike Anweiler. Sie ist die Leiterin des Ordnungsamtes in Altena und muss als solche gerade viele Aufgaben managen. Für Schwierigkeiten sorgt wie vielerorts die Personaldecke, die für das derzeitige Arbeitsaufkommen zu dünn ist. Die Umsetzung neuer Vorgaben wird immer wieder zu einer Herausforderung.

Dass die Planungen, wie die neue Verordnung umgesetzt wird, noch nicht abgeschlossen sind, wundert vor diesem Hintergrund nicht. Man überlegt noch, wie die Kontrollen in Wohnungen und Wohnhäusern bewerkstelligt werden können.

Von dem neuen Erlass sei Ulrike Anweiler grundsätzlich nicht überrascht gewesen. „Die meisten Ansteckungen mit dem Virus finden im privaten Raum statt. Deshalb ist es schon sinnvoll, in diesem Bereich aufzupassen“, so Anweiler. „Wir müssen das einfach sacken lassen und überlegen, wie wir an die Sache sinnvoll herangehen.“

Erste Gedanken zur Vorgehensweise hat sich die Ordnungsamtsleiterin bereits gemacht. Klar ist für sie: „Wir werden keine Trupps bilden und Wohnungen stürmen.“ Um möglichst effizient zu arbeiten, hat sich Anweiler bereits mit der Altenaer Polizei abgestimmt. In dem Gespräch ging es darum , wann welche Behörde eingreift und wie man sich bestmöglich unterstützen kann. „Wir werden in erster Linie beschwerdeorientiert arbeiten, also Hinweisen von Bürgern nachgehen“, erklärt Anweiler. Im Augenblick sei dies die beste Möglichkeit, um die Kontrollen personell zu stemmen.

Zuletzt hatte das Ordnungsamt auf die Unterstützung anderer Mitarbeiter der Stadt zählen können. Unter anderem die Kassiererin des Burgaufzugs half bei der Bewältigung täglicher Aufgaben. Da der Burgaufzug nach Anweilers Kenntnisstand nun aber wieder öffnen soll, fällt diese Hilfe weg. Die Ordnungsamtsleiterin hofft nun darauf, dass die Schwimmmeisterinnen des Dahler Hallenbads die Behörde erneut unterstützen können.

„Da möchte ich auf jeden Fall wieder anfragen.“ Unterm Strich bleibe es vorerst aber bei mehr Arbeit, die von weniger Personal bewältigt werden muss. Deshalb sind die enge Zusammenarbeit mit der Polizei und eine gute Organisation auch essenziell.

„Die Umsetzung der Regeln ist wie immer schwierig“, unterstreicht Ulrike Anweiler. In diesem Fall seien die Kontrollen ein besonders heikles Thema. „Wir dringen bei Privathaushalten in einen Bereich ein, der besonders geschützt ist“, erklärt Anweiler. „Das Recht dazu haben wir. Die Verstöße müssen dafür aber normalerweise schon immens sein.“

Wie die Bürger auf eine Kontrolle in ihren eigenen Wohnräumen reagieren, ist ebenfalls fraglich. Anweiler hatte mehrfach berichtet, dass die Stimmung schon bei den Kontrollen im öffentlichen Raum wie der Fußgängerzone zunehmend schlechter wird. Im Januar war bei einer Kontrolle am Bahnhof außerdem ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes tätlich angegriffen worden. Ihm wurde von einem Passanten gegen den Kopf getreten.

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