Corona könnte Stadt im MK bis zu 15 Millionen kosten

Die Corona-Pandemie könnte die Stadt bis zu 15 Millionen Euro kosten.
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Die Corona-Pandemie könnte die Stadt bis zu 15 Millionen Euro kosten.

Was kostet Corona? Diese Frage stellt sich auf vielen Ebenen, auch in den Kommunen. Eine Stadt im MK hat nun eine erste Schätzung. Klar ist: Es wird teuer.

An eine Antwort wagte sich Altenas Stadtkämmerer Stefan Kemper während seiner Haushaltsrede vor dem Stadtrat: 15 Millionen Euro könnten es in der Zeit von 2020 bis 2025 wohl sein, sagte er. Das wären im Schnitt über zwei Millionen Euro pro Jahr – und trotzdem keine Katastrophe für die finanziell arg gebeutelte Stadt Altena.

Das Land erlaubt es den Kommunen nämlich, die coronabedingten Belastungen aus den ordentlichen Haushalten auszulagern und 50 Jahre (!) lang abzuschreiben.

Drei Millionen Euro: gewerbesteuer bricht ein

Für 2021 rechnet Kemper mit Coronakosten von etwas mehr als vier Millionen Euro. In erster Linie geht es dabei um wegbrechende Einnahmen: Mit 7,47 Millionen Euro wird die Gewerbesteuer gut drei Millionen unter den bisherigen Annahmen liegen, die Vergnügungssteuer wird um 64 000 Euro einbrechen und der Gemeindeanteil an der Einkommens- und der Umsatzsteuer dürfte nach Kempers Prognose um mehr als 600 000 Euro zurückgehen.

Überraschend niedrig sind auf den ersten Blick die wegen Corona anfallenden Mehrausgaben. Sie betragen etwas mehr als 110 000 Euro. Das liegt aber auch daran, dass nur Sachausgaben und Ausgaben für externe Dienstleister aufgeführt werden dürfen. In der Verwaltung anfallende Ausgaben für das eigene Personal dürfe er nicht berücksichtigen, erklärt Kemper auf Anfrage unserer Zeitung.

Überraschende Ausgabe für Jugendschutz

Einen beachtlichen Teil der Mehrausgaben erhalten Reinigungsfirmen, weil öfter geputzt wird. Das treibt den Aufwand für die Bewirtschaftung der städtischen Gebäude (zu denen auch die Schulen gehören) um 47 000 Euro nach oben.

Auf Platz zwei folgt etwas überraschend eine Ausgabe im Zuständigkeitsbereich des Jugendamtes: Die Pandemie sorgte in einer Familie für einen solchen Ausnahmezustand, dass für die Krisenintervention externe Hilfe in Anspruch genommen werden musste, was in diesem Jahr voraussichtlich 20 000 Euro kosten wird.

Der Rest: Viele kleine Positionen für „sonstigen Verwaltungs- und Betriebsaufwand“, hinter denen sich beispielsweise die Anschaffung von Desinfektionsmitteln oder von „Maskenschildern“ für die Innenstadt verbirgt. Auch der Bauhof hat mit Corona zu tun, wenn er zum Beispiel Spielplätze sperren muss. Kemper rechnet für solche Dienstleistungen mit Mehrausgaben von 9000 Euro.

Corona belatstet bis in 2070er Jahre

2022 könnten ähnlich hohe Belastungen anfallen, für 2023 und 2024 kalkuliert der Kämmerer in seiner mittelfristigen Finanzplanung mit insgesamt rund 6,7 Millionen Euro.

Wenn das mit den insgesamt 15 Millionen Euro stimme, dann belaste Corona die Haushalte bis in die 2070er Jahre demnach mit 300 000 Euro pro Jahr, erklärte Kemper. Sicherlich viel Geld. Angesichts der über 50 Millionen Euro, die die Stadt in den kommenden Jahren jährlich ausgeben wird, aber überschaubar.

Hoffen auf günstige Zinsen

Es gibt allerdings noch ein weiteres Problem: Die Stadt muss sich das Geld für die Corona-Kosten leihen. Damit ist ein Anstieg der sogenannten Liquiditätskredite programmiert. In den vergangenen Jahren war es erklärtes Ziel der Altenaer Ratsfraktionen, diese Liquiditätskredite abzubauen. In der Spitze beliefen sie sich auf 48 Millionen Euro, im Moment sind es noch etwas über 30 Millionen.

„Hoffen wir, dass die Zinsen dann noch so günstig sind wie im Moment. Ansonsten ergibt sich für die Kinder- und Enkelgenerationen daraus eine weitere Problemlage“, sagte der Kämmerer in seiner Haushaltsrede zu dem zu erwartenden Anstieg der Verbindlichkeiten. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

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