Corona und der kleine Liebling: Das müssen Tierhalter wissen

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Tierärztin Dr. Andrea Schick (l.) beim Behandeln einer Katze.

Altena –Viele Tierbesitzer haben Angst. Das spürt Tierärztin Dr. Andrea schick täglich in ihrer Praxis. Sie hat eine klare Botschaft.

Können sich Hund und Katze mit dem Coronavirus infizieren? Übertragen sie das Virus? Wie sollten Besitzer mit unseren Lieblingen in umgehen? 

Dr. Andrea Schick, Tierärztin mit eigener Praxis an der Friedhofstraße 2, wird zurzeit häufig genau das gefragt. Doch sie gibt Entwarnung – bei aller Vorsicht und wissenschaftlich gebotener Zurückhaltung: 

„Das Coronavirus, das jetzt den Menschen solche Probleme bereitet, gehört zwar zur gleichen Gruppe von Viren, wie sie seit Mitte der 1960er Jahren auch unter dem Namen Coronavirus bei Hunden und Katzen nachgewiesen ist, aber beide haben nichts miteinander zu tun. Die Medizin geht deshalb derzeit davon aus, dass es keine Ansteckungsgefahr über Hunde oder Katzen für den Menschen gibt.“ 

Fall aus Hongkong schürt Angst

Natürlich ist auch die erfahrene Medizinerin im Bilde über im Netz kursierende Nachrichten. Dort wird verbreitet, dass sich im fernen Hongkong ein Hund mit dem Coronavirus infiziert habe und dann in Quarantäne kam. Dieser Fall, so vermutet die Ärztin, war es auch, der viele Haustierbesitzer in Altena verunsicherte. Sie erkennt darin eine gewisse Panikmache, die in keiner Weise angebracht sei. 

Bei dem Hund, der in Hongkong schwache Spuren des Coronavirus’ aufwies, folgt sie aus der Ferne der Ursachen-Einschätzung der dortigen Wissenschaftler und Virologen. Sie hatten gesagt, das Tier habe möglicherweise Kontakt mit einer infizierten Person gehabt und nur deshalb die Virusspuren aufgewiesen. „Das uns bekannte Coronavirus, das Hund und Katze befällt, sorgt bei beiden für starke Durchfälle. Bei Katzen führt es in der Regel zu einer Bauchwassersucht-Infektion. Aber es ist absolut nicht vergleichbar mit dem Lungenvirus.“ 

Tipps für Tierfreunde

Schick rät im Umgang mit Tieren mehr denn je zu strikten Hygienemaßnahmen, und zwar besonders der Hände. Es sei wichtiger denn je, sich die Hände gründlich und sorgfältig zu waschen. Die einschlägigen Hinweise dazu seien absolut nicht aus der Luft gegriffen. Hausbesuche hat Dr. Andrea Schick zurzeit ausgesetzt. Sie fallen unter das Kontaktverbot. 

Auch im Praxisalltag gibt es Änderungen. So wurden die Sprechzeiten verkürzt, es ist immer eine telefonische Anmeldung nötig. Die Ärztin bittet darum, etwa bei einem kranken Kaninchen nicht mit fünf Personen in die Praxis zu kommen. Auch das falle unter das Kontaktverbot, das bekanntlich Ordnungsamt und Polizei am Ort streng überwachen. 

Auch in der Burgstadt greifen besondere Vorsichtsmaßnahmen, wenn beispielsweise ein erkrankter Nachbar oder Freunde bitten würde, sein Tier auszuführen. Das Schick-Praxisteam wurde mit solchen Fällen aber noch nicht behelligt. 

Eine vermehrte Abgabe von Tieren in Tierheime aus Angst vor einer eigenen Ansteckung hat das gesamte Praxisteam bisher nicht noch erlebt.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Siein unserem Ticker.

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