Impfaktion in Altena

Ellen-Scheuner-Haus: Bewohner und Mitarbeiter am Samstag geimpft

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Lutz Vormann (links) gehörte am Samstag zu den Bewohnern, die im Scheuner-Haus geimpft wurden.

23 Bewohner und 39 Mitarbeiter des Ellen-Scheuner-Hauses wurden gegen Corona geimpft. In dem Altenheim in Altena gab es viele Infizierte und insgesamt elf Tote. Die Impfung ist ein echter Lichtblick im stark gebeutelten Heim.

Altena - „Es ging relativ schnell, man merkt nichts. Ich kann nur jedem dazu raten, die Impfung durchführen zu lassen“, sagte Lutz Vormann. Der ehemalige stellvertretende Landrat und Ehrenvorsitzende des Altenaer SPD-Ortsvereins, der 2018 einen Schlaganfall erlitten hatte und noch auf einen Rollstuhl angewiesen ist, gehörte am Samstag (9. Januar) zu den 23 Bewohnern des Ellen-Scheuner-Hauses, die sich zusammen mit 39 Mitarbeitern gegen Covid-19 impfen ließen.

Für die Altenaer Pflegeeinrichtung, die von einem Corona-Ausbruch hart getroffen wurde, war der „Stichtag“ am Samstag ein ganz besonderer und ein vielfach lang ersehnter. „Ich bin sehr froh für das Scheuner-Haus“, betonte Petra Winkler nach dem ersten Impftermin in dem von ihr geleiteten Heim. 

Scheuner-Haus in Altena: Noch ein Bewohner und zwei Mitarbeiter infiziert

Mit Stand vom Samstagnachmittag waren in der Pflegeeinrichtung im Altenaer Stadtzentrum, in der seit dem Corona-Ausbruch elf Bewohner im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstarben, noch ein Bewohner und zwei Mitarbeiter, deren Quarantäne in Kürze endet, positiv.

Die Impfbereitschaft bei den Mitarbeitern habe bei „über 50 Prozent“ gelegen, machte Petra Winkler deutlich. Geimpft wurde am Samstag jedoch weniger als die Hälfte des Personals. „Es sind ein paar Mitarbeiter schon immun, weil sie die Infektion mit dem Coronavirus schon durchgemacht haben“, erläuterte die Einrichtungsleiterin. Von den Bewohnern hätten sich einige für, andere aber auch gegen eine Impfung entschieden.

Scheuner-Haus: Genesene Corona-Patienten werden nicht geimpft

„Manchmal wollen Leute nicht, manchmal geht es aufgrund des gesundheitlichen Zustands nicht, manchmal sprechen andere Dinge dagegen. Da ist das Potpourri groß. Und Leute, die die Infektion durchgemacht haben, wurden nicht geimpft“, so Winkler.

Wir testen ständig. Aber auch kurz vor der Impfung wurde jeder nochmal getestet, um eine Infektion auszuschließen. Das war uns wichtig.

Einrichtungsleiterin Petra Winkler

Bevor das Vakzin von Biontech/Pfizer am Samstag verimpft wurde im Scheuner-Haus, wurden alle Bewohner und auch die Mitarbeiter, die im Vorfeld ihre Bereitschaft zur Impfung erklärt hatten, sicherheitshalber erneut getestet. „Wir testen ständig. Aber auch kurz vor der Impfung wurde jeder nochmal getestet, um eine Infektion auszuschließen. Das war uns wichtig“, so Winkler.

Arzt: Impfung im Scheuner-Haus „hervorragend organisiert“

Gegen 13 Uhr schritt dann schließlich Dr. Joachim Matuszewski, der von einer Mitarbeiterin unterstützt wurde, zur Tat. Den Auftakt machten zunächst die Mitarbeiter des Scheuner-Hauses. Auch Petra Winkler, die mit ihrem Team belastende Wochen hinter sich hat, ließ sich impfen. „Ich habe nichts gemerkt, das ging Ruckzuck. Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit hatte, mich impfen lassen zu dürfen. Überhaupt bin ich froh, dass es einen Impfstoff gibt“. 

Unterm Strich war die Impfaktion im Scheuner-Haus nach Angaben von Dr. Matuszewski „hervorragend organisiert“ und habe zu einem „guten und erfolgreichen Ablauf“ geführt.

Lutz Vormann lobt Perthes-Werk und die Mitarbeiter im Scheuner-Haus

Lutz Vormann war einer der letzten Bewohner, der am Samstag an der Reihe war. „Für mich war es nach den Inzidenzen und auch wegen der Situation im Märkischen Kreis und darüber hinaus absolut klar, mich impfen zu lassen. Ich kann nur jedem dazu raten“, sagte der 56-Jährige, der die Aufklärung über die Impfung seitens des Perthes-Werkes lobte: „Das war sehr gut – auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“

Vormann freute sich sehr für für alle Bewohner des Hauses, deren Angehörige, Besucher und Mitarbeiter, dass die erste Impfung durchgeführt wurde. Er hofft nun auf eine baldige Entwarnung für alle Beteiligten, für die die vergangenen Wochen alles andere als leicht waren. Kurzum: Es brennt Licht am Horizont...

Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

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