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Ängste und hoher Druck: Corona-Fälle in Kita im MK

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Von: Ines Engelmann

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Kinder im Kindergartenalter stehen nebeneinander und halten sich an den Händen
Kinder im Kindergartenalter stehen nebeneinander und halten sich an den Händen © Monika Skolimowska/dpa

Das Corona-Virus macht auch vor den Kleinsten nicht halt. In einer Kita in Nachrodt gibt es derzeit zwei positive Fälle. Auch in anderen Kitas sind Erzieher und Eltern deshalb besonders achtsam.

Altena/Nachrodt – Die Omikron-Variante grassiert mittlerweile überall. Zwei Corona-Fälle in der Nachrodter Kita St. Elisabeth sorgt derweil für Unruhe. Und noch immer ist die Corona-Impfung für die Kleinsten nicht freigegeben. Die Stimmung in den Kindergärten ist deshalb sehr unterschiedlich.

„Die Stimmung in St. Elisabeth ist etwas angespannt“, sagt Iris Leidel, vom katholischen Kitazweckverband und Gebietsleiterin im Märkischen Kreis. Zwei positive Corona-Fälle in der Nachrodter Kita sorgen derweil dafür, dass alle Kinder drei Mal – anstatt zwei Mal – pro Woche Selbsttests mit nach Hause nehmen. Weil sich die Kinder durch das teiloffene Konzept beim Essen oder beim Spielen im Nebenraum treffen, müssen alle Kinder der Kita getestet werden.

Corona-Fälle in Kita im MK: Kita St. Elisabeth

„Die Eltern müssen uns unterschreiben, dass die Kinder getestet werden“, so Leidel. Kinder, die negativ sind, dürfen weiter ganz normal in die Einrichtung kommen. Einige Eltern ließen ihre Kinder bei einem positiven Fall innerhalb der Kita jedoch lieber zu Hause. Doch vor allem für berufstätigen Eltern sei dies nicht immer einfach.

Derzeit befinden sich neben den beiden positiven Corona-Fällen noch zwei weitere Kinder in Quarantäne, weil in ihrem Umfeld Infektionen aufgetreten sind.

Mitarbeiter haben durch die Corona-Fälle viel zu tun, weil sie die dreimalige Testung der Kinder überprüfen müssen. Zudem äußerten Mitarbeiter Ängste: „Sie sind besorgt, dass sie sich infizieren und im häuslichen Umfeld Familienmitglieder anstecken“, so Leidel. Sie zollt den Mitarbeitern höchsten Respekt für die Arbeit in solchen Ausnahmesituationen.

Entspannung nicht in Sicht: Kita St. Elisabeth und St. Katharina

Sehr froh ist die Gebietsleiterin darüber, dass in der Einrichtung alle Mitarbeiter vollständig geimpft sind. „Denn so ermöglichen sie den Kindern den höchsten Schutz.“ Entspannung ist aber erst in Sicht, wenn 14 Tage lang kein weiterer Corona-Fall in der Kita auftritt. Bis zum 24. Januar müssen also alle Beteiligten weiter durchhalten und die strengeren Corona-Maßnahmen einhalten.

In der Kita St. Katharina in Altena ist „die Stimmung der Situation angepasst“, erklärt Leidel und beschreibt die täglichen Herausforderungen: „Eltern verstehen oft die Anpassungen der Corona-Schutzverordnung nicht.“ Einen aktuellen Corona-Fall gibt es in der Kita nicht, sodass die Eltern freiwillig ihre Kinder testen können. Leidel: „Dies wird aber kaum in Anspruch genommen.“

Ängste und hoher Druck: Kindergärten Rahmede und Knerling

Auch in anderen Kitas stehen Mitarbeiter unter großem Druck: „Natürlich ist die Verunsicherung da, das Virus in die Kita zu bringen oder sich selbst anzustecken“, sagt Inge Harneid, Leiterin der Evangelischen Kindergärten Rahmede und Knerling in Altena. „Wir schützen uns privat so gut es geht, aber in der Kita können und wollen wir den Abstand zu den Kindern nicht halten.“

Für einen besseren Überblick setzt sich die Kitaleiterin für Pool-Tests in den Einrichtungen ein. An Schulen werden diese schon lange verwendet. Aktuell werden den Eltern stattdessen zwei Mal in der Woche Corona-Selbsttests mit nach Hause gegeben. Aber ob die Tests dann überhaupt gemacht und ob sie auch richtig durchgeführt werden, das ist ungewiss. Denn Kita-Kinder sind von der Testpflicht bisher ausgenommen.

„Damit möglichst alle Kinder bei der Pool-Testung in der Kita mitmachen, müssen wir natürlich die Eltern mit ins Boot holen“, betont Harneid. Wann der Pool-Test in den Kitas Rahmede und Knerling zum Einsatz kommt, ist noch offen. „Aktuell laufen die Gespräche noch. Wir können aber von den Erfahrungen anderer Kommunen profitieren, die die Pool-Tests schon anbieten“, sagt Harneid und ist optimistisch.

Ein weiterer Vorteil des Pool-Tests: Tritt ein positiver Corona-Fall auf, könne das betroffene Kind schneller herausgefiltert werden, sodass nicht alle Kinder in Quarantäne müssten, sagt Harneid. Das dürfte auch viele Eltern freuen.

Sensiblere Eltern: Lage in Johanniter-Kitas in Altena

Auch in den Johanniter-Kitas Zwergenburg und Altroggenrahmede sind Eltern und Mitarbeiter durch die Pandemie mittlerweile sensibler geworden: „Die Eltern sind sehr verantwortungsbewusst“, betont Karoline Meßling-Sachs, die Leiterin der Johanniter-Kita Altroggenrahmede. Viele betreuen ihre Kinder zu Hause, sobald diese Erkältungssymptome haben oder es im näheren Umfeld Corona-Infektionen gibt. „Kinder, die erkältet sind, die Symptome wie Halsschmerzen oder Schnupfen haben, sollen generell nicht in die Kita gebracht werden. Das war bereits vor der Pandemie wichtig“, betont auch Karina Lazar, Leiterin der Johanniter-Kita Zwergenburg. Sie findet es gut, dass den Eltern in der Pandemie zusätzliche freie und bezahlte Arbeitstage bei Erkrankung des Kindes zugesprochen wurden: „Diese Tage können die Mütter und Väter nun sehr gut nutzen.“

Die von der Kita angebotenen und freiwilligen Lolli-Tests würden laut Meßling-Sachs von vielen Eltern regelmäßig mitgenommen und angewendet. Ihre Einschätzung: Da es um die Gesundheit ihrer Kinder geht, äußerten die meisten Eltern Verständnis für die Corona-Maßnahmen. Corona hat den Erziehern in den Kitas viel Arbeit beschert. Um sie zu entlasten, arbeiten nun Alltagshelferinnen in den beiden Johanniter-Kitas in Altena mehr mit

Frische Luft statt stickige Räume: Waldkindergarten Wiblingwerde

Deutlich entspannter ist die Situation im Waldkindergarten Wiblingwerde: Da die Kinder den ganzen Tag draußen sind, sei die Infektionsgefahr geringer als in einer Haus-Kita, sagt Marina Hoheisel, organisatorische Leiterin des Kindergartens. „Deshalb ist die Lage bei uns eigentlich relativ entspannt.“ Einen Coronafall gab es im August 2020 im Waldkindergarten, seitdem sind weitere Infektionen bislang ausgeblieben. Hoheisel: „Mittlerweile sind die Corona-Regeln bei allen in Fleisch und Blut übergegangen und wir hatten Glück, dass alles gut an uns vorbeigegangen ist.“ Dass Kinder bisher nicht geimpft werden können und der dauerhafte Abstand zwischen Kind und Erzieher nur schwer umsetzbar ist, sieht Hoheisel skeptisch und versteht die Verunsicherungen. Dennoch arbeitet das Team weiterhin an der frischen Luft ohne Maske, „weil es nicht kindergerecht wäre.“

Um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, werden auch im Waldkindergarten regelmäßig Tests mit nach Hause gegeben. „Wir hoffen darauf, dass alle Eltern ihre Kinder testen, aber das machen sicher nicht alle“, glaubt Hoheisel. Ans Aufgeben denkt sie dennoch nicht: „Jammern bringt nichts. Im Großen und Ganzen ist alles ganz ok.“

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