CORONA Deutlich weniger Gruppen in Tagungsheimen / Private Unterstützer

Nicht auf Rosen gebettet

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Bessere Tage und deutlich mehr Gäste: Im Bergheim übernachteten 2020 deutlich weniger Gäste als üblich.

Altena/Nachrodt – Die Jugendherberge auf der Burg ist seit März geschlossen und bangt um ihre Existenz. Auch das Bergheim in Mühlenrahmede und die Freizeit- und Bildungsstätte Auf dem Ahorn in Wiblingwerde sind im Momemt alles andere als auf Rosen gebettet, kommen aber noch einigermaßen über die Runden – dank Kurzarbeitergeld und dank der Spenden von Unterstützern. „Es war uns möglich, die Kosten, die monatlich anfallen, bisher immer von Spenden zu bezahlen“, schreiben Harald und Angela Bürzl von „Auf dem Ahorn“ in einem Brief an ihre Unterstützer.

Das Haus gehört einem Verein, der der Freikirche nahesteht, sich aber selber tragen muss. Etwas anders ist die Lage am Bergheim, das der Glaubensgemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten gehört und „in Grenzen“ von der getragen würde, wenn es finanziell zu eng werden würde, wie Marc Krätzig berichtet. Er leitet dieses Haus seit Juni gemeinsam mit seiner Frau Judith und profitiert von der guten Arbeit seines Vorgängers Reinhard Fuchs, der eine Rücklage geschaffen hatte. Die war eigentlich für Modernisierungen gedacht, hilft jetzt aber dabei, durch die Krise zun kommen – eine nicht ganz einfache Situation, weil demnächst für den Brandschutz und für den Aufzug erhebliche Investitionen fällig werden, die eigentlich aus diesem Topf bezahlt werden sollten.

Auch dem Bergheim hilft ein Freundeskreis mit regelmäßigen Spenden, hinzu kommen Zuwendungen aus dem räumlichen Umfeld. Krätzig erzählt in diesem Zusammenhang von einem Spaziergänger, der regelmäßig vorbeikommt und sich an den Tieren erfreut, die auf dem weitläufigen Gelände gehalten werden. Er habe spontan 150 Euro für deren Futter gespendet. Im Brief an die Unterstützer des Hauses „Auf dem Ahorn“ schreibt Bürzl, dass es statt der in normalen Jahren üblichen 15 000 Übernachtungen in diesem Jahr wohl nur 2000 sein werden. Krätzig schätzt, dass die Zahl im Bergheim etwas höher liegen wird, von normalen Jahren sei man aber auch dort weit entfernt. In beiden Häusern haben Gruppen auch für solche Zeiten abgesagt, in denen sie reisen durften. Als Beherbergungsbetriebe im Juni wieder geöffnet werden durften, konnten beide Häuser trotzdem Gäste begrüßen, und zwar auch Gruppen beziehungsweise Schulklassen.

Als „Wohltat für die Klassengemeinschaft“ hätten Lehrer den Aufenhalt in Wiblingwerde bezeichnet, berichtet Bürzl. Auf dem Ahorn bietet Übernachtungsmöglickeiten in zwei verschiedenen Gebäuden. Große Gruppenräume, ein großzügiges Außengelände: Gute Voraussetzungen für die Umsetzung von Hygienekonzepten, meint Bürzl. Bei ihm werden sogenannte Bezugsgruppen von höchstens 20 Personen gebildet, die dann großen Abstand zu anderen Gruppen halten müssen. Krätzig orientiert sich im Bergheim unter anderem an den Empfehlungen des Hotel- und Gaststättenverbandes und stöhnt ein wenig darüber, dass angesichts der vielen verschiedenen Gruppen, die bei ihm unterkommen, auch viele verschiedene Regeln gelten. Für ein Chortreffen beispielsweise sind es andere als für Vater-Kind-Wochenenden. Einzelne Gruppen hätten interne Hygienekonzepte für ihren Aufenthalt entwickelt und teilweise sogar mit dem Ordnungsamt abgestimmt, was gut geklappt habe.

Auch im Bergheim waren in den vergangenen Monaten Schulklassen zu Gast, was der Leiter des Hauses nicht problematisch findet: „50 Kinder auf unserem großen Gelände sind ganz bestimmt sicherer, als wenn sie mit 300 weiteren auf dem Schulhof stehen.“ Hoch gelobt werden von beiden Leitern die Regelungen zum Kurzarbeitergeld, die Entlassungen bisher verhindert hätten. Organisatorisch nicht ganz einfach war es für Krätzig, die Ausbildung eines jungen Menschen zu organisieren, der im Bergheim Koch lernt. Dazu muss an mehreren Tagen pro Woche Betrieb in der Küche herrschen, „aber auch das haben wir hinbekommen“. Das Bergheim hat 104 Betten, Auf dem Ahorn können normalerweise rund 120 Menschen übernachten. Die beiden Häuser sind damit die größten Beherbergungsunternehmen in ihren Kommunen. Ihre Belegung wirkt sich sehr stark auf die Übernachtungszahlen in Altena und Nachrodt aus.

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