Bei Bösert rollt’s wieder an

Vier Reisebusse hat das Evingser Unternehmen Bösert im Einsatz – einer ist derzeit aber noch abgemeldet. Es gibt zwei feste Fahrer.
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Vier Reisebusse hat das Evingser Unternehmen Bösert im Einsatz – einer ist derzeit aber noch abgemeldet. Es gibt zwei feste Fahrer.

Volker Bösert bleibt vorsichtig, ist aber optimistisch. Sein Busunternehmen, dass die Familie seit dem Jahr 1954 betreibt, befand sich lange im Lockdown. Die sogenannten „Verstärkerfahrten“ für die Schulbuslinien haben zwar einiges gerettet, aber Ausflugsfahrten und touristische Beförderungen blieben aus. Fraglich sei zudem, ob die Verstärkerfahrten nach den Sommerferien fortgesetzt würden, berichtet Volker Bösert.

Seit dem 28. Mai aber gibt es einen Silberstreif am Horizont.

Altena – Busfahrten zu touristischen Zwecken sind wieder erlaubt.

„In den letzten zwei Wochen haben wir es deutlich gemerkt“, sagt Volker Bösert. „Es gibt wieder Anfragen; für den Herbst und auch schon für das Jahr 2022.“

Der Corona-Lockdown hat sich aber, wie in so vielen anderen Branchen auch, als schwierige Zeit erwiesen. „In den verschiedenen Bundesländern gab und gibt es einen Flickenteppich an Regelungen“, hat Volker Bösert beobachtet. Teilweise hätten sich die Auflagen täglich verändert. „Aber es soll wieder in Gang kommen“, ist der Busunternehmer zuversichtlich.

Klassenfahrten sind wichtig für den Evingser Unternehmer, außerdem Ausflugsfahrten bei Kinderferienaktionen und – über verschiedene Veranstalter – Ziele in Großstädten wie München oder Berlin. Außerdem, und das ist eine bei Bösert-Kunden beliebte Veranstaltung, soll es am 4. Juli zum Markt ins niederländische Venlo gehen. „Da sind wir im Moment in der Vorplanung“, berichtet Volker Bösert.

Die Regeln sind derzeit noch überaus kompliziert. Das veranschaulicht Andriana Sakareli, Pressesprecherin des Verbandes der nordrhein-westfälischen Omnibusunternehmen (NWO) in Langenfeld. NWO vertritt 430 Busbetriebe. Nordrhein-Westfalen sei derzeit das Bundesland mit den vertracktesten Reglungen, so Andriana Sakaleri.

Vier Varianten

Es gebe grundsätzlich vier Beförderungsmodelle. Busse könnten oberhalb einer Inzidenz von 35 voll besetzt werden, wobei Fahrgäste, die nicht immunisiert sind, einen Negativtest brauchen. Alle Mitfahrer müssen eine FFP2-Maske tragen.

Soll der Bus voll besetzt werden, aber keine Maskenpflicht herrschen, kommen als Passagiere nur Geimpfte und Genesene in Betracht – ein Test reicht dann nicht.

Eine dritte Variante betrifft eine gemischte Reisegruppe aus Geimpften, Genesenen und Getesteten, die unter einer Bedingung ohne Maske befördert werden darf – wenn der Bus nur zu 60 Prozent der Sitzplätze belegt wird. Und in diesem Fall gibt es die zusätzliche Auflage, dass die lediglich getesteten Passagiere separat sitzen müssen.

Eine vierte Variante betrifft schließlich den Fall, dass alle Reisegäste aus Gebieten mit einer Inzidenz von 35 oder weniger kommen. Dann dürfen auch gemischte Gruppen wie bei Variante 3 transportiert werden und der Bus darf voll besetzt sein. Die Maskenpflicht besteht aber. Da das erste Halbjahr so gut wie um ist, steht für den Verband fest: „Wir werden das Beförderungsniveau von vor 2019 nicht erreichen. Aber Tagesfahrten würden wieder nachgefragt. „Es kommt schnell ans Laufen.“ Da ist sich Sakareli einig mit Volker Bösert.

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