Kitas fordern: „Wir brauchen Planungssicherheit“

Abstand halten ist in der Kindertagesstätte Kunterbunt nicht möglich – ebenso wenig wie das Tragen von Masken.
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Die Betreuung der Kinder stellt die Kitas vor Herausforderungen.

Die Kitas öffnen eingeschränkt. Wenn möglich, sollen Kinder zuhause betreut werden. Das stellt die Einrichtungen vor Probleme. Es gibt klare Forderungen.

Altena/Nachrodt – Ab Montag (11. Januar) bieten Kindertagesstätten einen „eingeschränkten Pandemiebetrieb“ an, wie es NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) formulierte. Der maximale Betreuungsumfang für jedes Kind wird bis Ende des Monats um zehn Wochenstunden gekürzt. Zugleich appellierte Stamp an die Eltern, Kinder weiter zuhause zu betreuen, um die Kitas zu entlasten. Viele Eltern mit einem notwendigen Betreuungsbedarf werden nach der Reduzierung der Wochenstunden erneut vor Organisationsprobleme gestellt. Und auch für die Kitas ist es eine ebenso knifflige wie herausfordernde Situation. Eine Stichprobe.

Kindergärten Knerling und Drescheider Berg in Altena

„Wir müssen das Beste aus der Situation machen. Kinder brauchen soziale Kontakte, aber Corona ist auch kein Zuckerschlecken“, sagte Inge Harneid, die für die evangelischen Kindergärten Knerling und Drescheider Berg sowie für die Waldgruppe zuständig ist. Obwohl soziale Kontakte für die Mädchen und Jungen so wichtig seien, appelliert auch Harneid an die Eltern, bis zum Monatsende „wenn möglich die Kinder zuhause zu betreuen.“

Wohlwissend, dass die Situation für viele berufstätige Väter und Mütter sehr schwierig bis belastend sei. Bereits Mitte Dezember war abgefragt worden, welche Eltern wann eine Betreuung ihrer Kinder benötigen. „Ich denke, dass wir diese Abfrage jetzt wieder machen werden und die Eltern fragen, wann sie ihre Kinder bringen. Denn auch wir brauchen mit Blick aufs Personal Planungssicherheit“, so Harneid.

„Angst vor einer Ansteckung“ vorhanden

Das Angebot der kostenlosen Corona-Tests wurde vom angesprochenen Personal während der Pandemie wahrgenommen. „Und wir werden die Test auch weiterhin in Anspruch nehmen“, versichert Harneid, die zugibt, dass angesichts der hohen Infektionszahlen „bei uns allen Angst vor einer Ansteckung“ vorhanden sei. Die Situation, sie sei letztlich für alle Beteiligten belastend. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog. 

Das Konzept der evangelischen Kindergärten Knerling und Drescheider Berg sieht eigentlich vor, dass sich die verschiedenen Gruppen vermischen und Mädchen und Jungen die Räume und Spielplätze gemeinsam nutzen. Eigentlich. Verlangt wird aber vom Ministerium nun einmal mehr eine strikte Trennung der Gruppen.

„Das macht es uns zusätzlich schwer. Trennen Sie mal einen Spielplatz“, so Harneid. Sie geht davon aus, dass einige Eltern ihre Kinder bis Ende des Monats nicht in die Kita bringen werden. Insbesondere die Eltern, die im Januar auch ihre schulpflichtigen Kinder zuhause betreuen müssen. Die Schulen bleiben im Gegensatz zu den Kitas bekanntlich bis Ende des Monats dicht, bis zur Klasse sechs gibt es eine Notbetreuung.

Awo-Kindertagesstätte in Nachrodt

Katrin Bormann, Leiterin der Awo-Kindertagesstätte in Nachrodt, wartete am Donnerstagmittag (7. Januar) noch auf offizielle Informationen des Ministeriums sowie auf Anweisungen des Trägers, um dann ins Gespräch mit den Eltern und damit in die Planungen für die nächsten Wochen zu gehen. „Wir werden eine gute Lösung finden“, sagte Bormann, die nur zu gut weiß, wie schwierig und herausfordernd die Reduzierung des Betreuungsumfangs für jedes Kind um zehn Stunden pro Woche für erwerbstätige Eltern wieder werden könnte.

Es sei diesbezüglich „viel Eigenverantwortung gefragt“. In der Einrichtung herrschten ein ebenso großes Verantwortungsbewusstsein wie Vertrauensverhältnis, das Team nehme zudem die Corona-Tests in Anspruch, um sich „so gut es geht zu schützen“, wie Bormann verdeutlichte. Die Anweisungen des Ministeriums, Gruppen strikt voneinander zu trennen, sind für die Awo-Kindertagesstätte seit der Pandemie längst zur Selbstverständlichkeit geworden, Kontakte zwischen den Gruppen gebe es weder drinnen noch draußen. Die Mädchen und Jungen kämen damit klar.

Die Johanniter-Kindergärten in Altena

Auch die Kindergärten Zwergenburg und Altroggenrahmede warteten am Donnerstag noch auf offizielle Informationen des Familienministeriums. Wie Johanniter-Sprecherin Sabine Eisenhauer auf Nachfrage mitteilte, würden nun die Eltern abgefragt, ob sie ihre Kinder bis Ende des Monats zuhause selbst betreuen oder die eingeschränkte Betreuung in Anspruch nehmen wollen.

Kitas St. Katharina und St. Matthäus in Altena

Der Kita-Zweckverband des Bistums Essen, der in Altena die Einrichtungen St. Katharina und St. Matthäus betreibt, warte ebenfalls noch die offiziellen Informationen des Ministeriums ab, bevor die individuelle Umsetzung mit den Kitas vor Ort besprochen werde, teilte Iris Diedenhofen, Gebietsleiterin für den Märkischen Kreis, mit.

Die Kitas könnten aber auf bereits angewandte Konzepte aus der Pandemiezeit zurückgreifen und diese gegebenenfalls korrigieren. „Da wir mit den Eltern die Bedarfe besprechen, wissen wir auch immer, ob und gegebenenfalls wann ein Kind anwesend ist“, erklärte Diedenhofen, wie die Kindertagesstätten die Betreuung in dieser schwierigen Zeit planen können.

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