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Corona-Ausbruch an Schule im MK: 28 Kinder infiziert 

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Von: Janine Tokarski

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Wird verschönert: der Hof der Grundschule im Mühlendorf. Auch die Schule auf dem Breitenhagen soll von den Landesgeldern profitieren.
An einer Schule im MK sind aktuell 28 Kinder mit Corona infiziert. © Thomas Keim

Kurz vor den Weihnachtsferien ist die Stimmung und Lage an der Grundschule im MK angespannt: Insgesamt 28 Kinder und eine Lehrkraft haben sich mit dem Coronavirus infiziert.

„Das bedrückt uns natürlich sehr“, sagt Schulleiter Wolfgang Wilbers. Zumal sich die Infektionen nicht auf eine oder zwei Klassen beschränken. „Sie ziehen sich durch alle Jahrgangsstufen. So heftig war es bei uns noch nie.“ Bei der Sieben-Tage-Inzidenz der Kommunen im Märkischen Kreis ist Altena auch dadurch bedingt derzeit Spitzenreiter. Der Wert lag am Donnerstag (16. Dezember) bei 726,08, an zweiter Stelle folgt Halver mit 403,53.

Vor etwa zwei Wochen seien erstmals vermehrt Infektionen in der Schule aufgetreten, erzählt Wilbers. Zunächst in zwei vierten Klassen. Seitdem kommen immer wieder neue Fälle in verschiedenen Jahrgangsstufen hinzu. Das Infektionsgeschehen sei sehr dynamisch. Während einige Kinder nach der Quarantäne oder durch Freitestungen zurückkehren, fallen Tests in anderen Klassen positiv aus. Es ist derzeit ein ständiges Kommen und Gehen an der Schule.

Pool-Test in erster Klasse positiv

Ganz aktuell ist eine erste Klasse im Mühlendorf betroffen. Dort fiel das Ergebnis des Pool-Tests der Kinder am Mittwoch (15. Dezember) positiv aus. Danach mussten die Eltern PCR-Tests mit den Jungen und Mädchen zuhause machen und diese am Donnerstagmorgen (16. Dezember) in der Schule abgeben. Von dort wurden sie ins Labor nach Leverkusen geschickt, das Ergebnis der Einzeltests wird am Freitag (17. Dezember) erwartet. Bis dieses vorliegt, bleiben die Kinder zuhause.

Kreispressesprecher Alexander Bange spricht von einem „Infektionsherd“ in der Schule, der immer dann vorliege, wenn mindestens vier Infektionen in direktem Zusammenhang stünden. Das sei im Mühlendorf der Fall. In einer Klasse konnten sechs, in der zweiten vier positive PCR-Tests einander direkt zugeordnet werden.

Corona-Ausbruch fordert Lehrer immens

Die Kinder steckten sich untereinander an. Bei mindestens vier positiven PCR-Tests muss die ganze Klasse zuhause bleiben. Bei den aktuell weiteren 18 Infektionen an der Schule sei dies nicht eindeutig, sagt Bange. Diese Mädchen und Jungen könnten sich auch im privaten Umfeld mit Corona infiziert haben. Zudem ist eine Lehrkraft erkrankt und zeigt Symptome, berichtet Schulleiter Wilbers.

Der Ausbruch fordert ihn und sein Team immens. Nicht nur, weil „wir die Kinder, die zuhause bleiben müssen, so gut wie möglich von der Schule aus betreuen wollen“, wie Wilbers sagt. Das allein sei schon „recht schwierig“ neben dem normalen Unterricht.

Schutzmaßnahmen in der Schule deutlich verschärft

Wenn der Pool-Test einer Klasse positiv ausfällt, müssen die Lehrer zudem alle Eltern kontaktieren und am nächsten Tag ab etwa 7.15 Uhr vor der Schule stehen, um die PCR-Tests der Kinder von den Eltern entgegenzunehmen und ins Labor zu schicken. „Wir sind zwar Lehrer, mussten aber in den vergangenen eineinhalb Jahren alle einen großen Lernprozess durchmachen“, sagt Wolfgang Wilbers. „Wir sind nun auch noch Gesundheitsexperten.“ Doch er bleibt pragmatisch. „Es hilft ja nichts, schließlich geht es um unsere Kinder.“

Derweil stehen er, Vertreter der Stadt als Schulträger und des Gesundheitsamts beim Kreis regelmäßigen in engem Austausch. Die Regeln zum Schutz vor Corona wurden im Mühlendorf deutlich verschärft und reichen weit über die hinaus, die das Land vorgibt. „Manchmal muss man auch Lösungen finden, die nicht in Verordnungen stehen“, sagt der Schulleiter.

Lehrer pendeln nicht zwischen Mühlendorf und Dahle

So werden derzeit keine Klassen im Mühlendorf durchmischt, wie es beim Religionsunterricht normalerweise üblich ist. Stattdessen gibt es eine Art Ethikunterricht im Klassenverbund. Auch die Lehrer wechseln so wenig wie möglich die Klassen. Jene, die üblicherweise an beiden Standorten – im Mühlendorf und in Dahle – unterrichten, bleiben an einer Schule, „damit keine Übertragung des Virus’ durch Lehrer stattfinden kann“, sagt Wilbers.

Auch er ist aktuell nur in der Schule im Mühlendorf und konferiert mit dem Kollegium in Dahle per Video. Der Schulleiter, die Lehrer und auch die Kinder und Eltern sind froh, dass bald Ferien sind. „Wir sehnen wohl alle die Weihnachtsferien herbei“, sagt Wolfgang Wilbers. „Bis dahin sehe ich wenig Entspannung.“

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