Nur Notfall-Betrieb

Lockdown in den Kitas : Die meisten Kinder bleiben zuhause

Weihnachtsfeier Kindergarten
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So war es im Jahr 2019: Weihnachtsfeier in der Awo-Kita Nachrodt.

Die Kindergärten bleiben geöffnet, aber nur für Notfälle. Viele Eltern in Altena und Nachrodt lassen ihre Kinder zuhause. Die katholischen Kitas sind besonders streng mit den Notfall-Regeln.

Altena/Nachrodt - Die Kindergärten bleiben geöffnet, aber nur für Notfälle. Das ist der Tenor eines Schreibens, das das NRW-Familienministerium am Freitagnachmittag an alle Träger schickte. Nach Möglichkeit sollten die Kinder zuhause betreut werden, heißt es darin. Wie ist die Situation in dieser Woche in den Kitas in Altenas und Nachrodt-Wiblingwerde? Eine Stichprobe.

Kita St. Matthäus in Altena: Eltern brauchen Nachweis

In den katholischen Kindergärten wird diese Empfehlung des Ministeriums sehr eng ausgelegt: Der Kita-Zweckverband im Bistum Essen als Träger der katholischen Kindergärten in Altena und Nachrodt-Wiblingwerde habe direkt am Montagmorgen einen Erfassungsbogen herumgeschickt, mit dessen Hilfe die Leitungen den Bedarf an Betreuung ermitteln können, erklärt Martina Hochstein, Leiterin des Kindergartens St. Matthäus in Altena.

Eltern, die ihre Kinder weiter in die Einrichtungen schicken wollen, müssen sogar Bescheinigugen ihrer Arbeitgeber vorlegen, dass die Kinderbetreuung wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unbedingt erforderlich ist.

„Die meisten Eltern halten sich an die Empfehlung des Ministeriums“, berichtet Hochstein. Zehn Kinder seien am Montag in ihre Einrichtung gekommen – „und es werden noch weniger“. Hochstein hat noch am Freitag die Eltern per E-Mail informiert, der Elternbeirat erinnerte am Sonntagabend in einer Whatsapp-Gruppe der Eltern noch einmal an die Einschränkungen. „Die Eltern haben sich das wirklich zu Herzen genommen“, ist Hochsteins Eindruck. In St. Matthäus werden nicht mehr alle Mitarbeiterinnen benötigt. Sie haben Urlaub genommen oder arbeiten Liegengebliebenes ab.

Evangelische Kitas in Altena: Erzieherinnen im Homeoffice

Ähnlich verhält es sich bei den Kindergärten, für die Inge Harneid zuständig ist. „Natürlich können auch Erzieherinnen im Homeoffice arbeiten“, erklärt sie. Fachliteratur lesen, Dokumentationen vervollständigen, Fortbildung per Video: Das geht auch zuhause.

Harneid ist für die evangelischen Kindergärten Knerling und Drescheider Berg sowie für die Waldgruppe zuständig. Dass von den 45 Kindern am Knerling im Moment nur zehn kommen, ist der Leiterin sehr recht: Dort drohte wegen der Erkrankung mehrer Mitarbeiter ohnehin ein Notbetrieb.

Ein Segen sei in solchen Situationen die von den Kindergärten genutzte Kita-App, sagt Harneid. Mit ihrer Hilfe ließen sich die Eltern im Handumdrehen informieren. Die meisten hätten Verständnis für den Appell, die Kinder zuhause zu lassen. Alle Infos und aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.  

Awo-Kita Nachrodt: 30 von 70 Kindern da

Mit einer Kita-App arbeitet die Awo noch nicht. Katrin Bormann, Leiterin der Awo-Kindertagesstätte in Nachrodt, setzt auf Telefongespräche mit den Eltern. „Das ist zwar sehr zeitaufwendig, aber so kommt man noch mal ganz anders ins Gespräch.“ Am Mittwoch waren 30 von insgesamt 70 Kindern in der Einrichtung, „aber es werden jetzt täglich weniger“.

Für die kommende Woche sind für Montag und Dienstag noch acht Mädchen und Jungen angemeldet, dann schließt die Einrichtung bis einschließlich 6. Januar. Eltern müssen bei der Awo keine Bescheinigung des Arbeitgebers für eine Betreuung einreichen. Man setzt lieber auf persönliche Gespräche.

Um den Kindern noch einen schönen Abschluss zu bieten, durften am Montag noch mal alle Kinder kommen. Es gab innerhalb der Gruppen kleine Weihnachtsfeiern. „Wir hatten das so vorbereitet, dass man das jederzeit machen konnte“, erzählt Katrin Bormann.

Waldkindergarten Wiblingwerde: Geschenke zu verteilen

Im Waldkindergarten Wiblingwerde war eigentlich für Freitag eine Weihnachtsfeier geplant. Fünf von insgesamt 20 Kindern werden derzeit im Lockdown betreut. „Wir haben einen Ausflug zum Hühnermobil gemacht“, erzählt Britta Podworny.

Sie ergänzt: „Wir werden Ende der Woche alle Kinder persönlich besuchen, natürlich mit großem Abstand, damit sie auch die gebastelten Weihnachtgeschenke von den Eltern bekommen und die Eltern die der Kinder.“ Täglich bekommen die Eltern auch eine Adventskalendergeschichte zugeschickt, damit diese den Kindern zu Hause vorgelesen werden kann.

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