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Corona: Apotheker wollen impfen - doch offene Fragen bremsen

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Von: Ines Engelmann

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Apotheke symbolbild
Corona-Impfung in Apotheken? Das befürwortet zumindest der Apothekerverband Westfalen-Lippe. Auch Apotheker aus Altena und Nachrodt könnten sich vorstellen, dieses Angebot künftig anzubieten. Doch es gibt noch viele offene Fragen. Foto: Jens Wolf/dpa © Oliver Berg / dpa (Symbolbild)

Das Corona-Virus breitet sich weiter aus. Aus diesem Grund hält der Apothekerverband Westfalen-Lippe es für sinnvoll, dass künftig auch Apotheken gegen Corona impfen dürfen. Apotheken in Altena und Nachrodt stehen diesem Vorschlag offen gegenüber. Doch es gibt noch viele offene Fragen.

Altena/Nachrodt – „Grundsätzlich können wir uns vorstellen, künftig die Corona-Impfung anzubieten, aber wir müssen abwarten, was die Politiker entscheiden“, sagt Maria Nawrath, Inhaberin der Mühlen-Apotheke in Altena. Denn das sei ein ganz neues Thema. Ob dann tatsächlich die Impfung an der Ihmerter Straße angeboten werden kann, sei noch nicht sicher: „Denn es kommt auf die Voraussetzungen an“, sagt Nawrath. So spiele nicht nur der personelle Aufwand eine Rolle, sondern auch mögliche Schulungen und die Bedingungen für die Räumlichkeiten. „Ich glaube nicht, dass das alles so leicht zu erfüllen ist.“

Die Apotheken-Inhaberin sieht aber nicht nur diese Punkte als Herausforderung an: Bereits jetzt erhalten viele Ärzte nicht die bestellte Menge an Impfstoff. Müssen Ärzte und Zentren den vorhandenen Impfstoff dann auch noch mit Apotheken teilen, mache es das nicht leichter. Nawrath: „Es ist eine große Problematik, dass der Impfstoff nicht für alle Ärzte und Apotheken reichen könnte.“ Sie findet, dass Ärzte zudem grundsätzlich besser für Impfungen ausgestattet seien. Denn der Impfstoff muss kühl gelagert werden. „Wir haben dazu zwar die Möglichkeit, aber nicht in großen Mengen“, so Nawrath.

Apotheker wollen gegen Corona impfen: Hindernisse und ungeklärte Vorraussetzungen

Auch in der Lenne-Apotheke in Nachrodt werden derzeit Pläne gemacht, ob und wie die Corona-Impfung künftig angeboten werden könnte. „Aber es ist einfach noch etwas zu früh, um Genaueres zu sagen“, erklärt Inhaberin Jacqueline Daly. „Wir als Apotheker sind noch gar nicht richtig darüber informiert worden.“ Auch sie sieht mögliche räumliche Voraussetzungen als eine Hürde für Apotheken an. Denn es könnte sein, dass die Impfung nur in separaten Räumen verabreicht werden dürfen. „Aber es ist derzeit ohnehin offen, wie das alles ablaufen soll“, so Daly.

Dass Apotheken künftig auch die Corona-Impfung anbieten könnten, empfindet Daly als den richtigen Weg. Sie könne sich nicht vorstellen, dass es für Ärzte ein Problem sei, wenn auch Apotheken die Verabreichung des Vakzins anbieten. „Ich glaube, dass uns die Ärzte dankbar sind, wenn wir sie entlasten können. Die Impfwilligen rennen ihnen derzeit die Bude ein.“ Kritisch blickt Daly jedoch auf die Menge des vorhandenen Impfstoffs. Auch sie wisse nicht, ob er dafür überhaupt ausreiche.

Etwas mehr Erfahrung beim Thema Impfung hat bereits das Team der Markt-Apotheke an der Kirchstraße in Altena. Dort wird bereits die Grippeimpfung angeboten. Vorbereitungen für die Corona-Impfungen habe es laut Apotheker Dirk Voss zwar noch nicht gegeben, aber auch dort würde künftig gerne versucht zu impfen. „Wir stehen zu hundert Prozent hinter dem Impfstoff und würden gerne dazu beitragen, die Herdenimmunität zu erreichen“, so Voss. „Warum auch nicht? Umso mehr Anlaufstellen es gibt, desto besser.“ Auch er hofft, dass Ärzte so entlastet werden. „Wir möchten den Ärzten aber keine Konkurrenz machen. Ich kann verstehen, wenn sie das nicht wollen und dann soll es mir auch recht sein, nicht zu impfen“, sagt der Apotheker. Die Räumlichkeiten in der Apotheke am Bahnhof bieten sich laut Voss jedoch nicht für Impfungen an. Dort gibt es keinen extra Raum.

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