Lockerungen für Einzelhandel

Click & meet: Verhaltene Freude bei Einzelhändlern

Einzelhändler Alexander Schmitz aus Altena mit verschiedenen Modellen von Fernsehgeräten.
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Einzelhändler Alexander Schmitz aus Altena mit verschiedenen Modellen von Fernsehgeräten.

„Besser als nichts.“ Die Einschätzung fasst die Stimmung der Einzelhändler in Altena und Nachrodt gut zusammen. Jubelstürme gibt es nicht angesichts der Lockerungen. Aus mehreren Gründen.

Altena/Nachrodt – Als Zwischenlösung sieht Ulrike Betzler-Hüttemeister vom Juwelierhaus Betzler die neuen Regelungen für den Einzelhandel an. „Aber“, so sagt die Geschäftsfrau, „es ist doch besser als nichts.“ Bis zu drei Kunden können nach einer Terminvereinbarung gleichzeitig in die Geschäftsräume eingelassen werden.

„Die Kunden rufen an, und wir fragen sie nach ihrem Wunschtermin.“ So regelt sie das Geschäft derzeit. Damit ist zumindest der Verkauf an der Tür nach dem „Click&Collect“-Prinzip überwunden.

Kritik an Kontaktdaten-Erhebung

Dass es gerade beim Juwelier erhöhten Beratungsbedarf geben kann, zum Beispiel beim Kauf von Eheringen, hat die Juwelierin mit einkalkuliert. „Das können wir ganz gut regeln und steuern“, sagt sie. Für solche längeren Termine gebe es auch einen separaten Beratungsraum.

„Geordnet und gesteuert“: Das sind zwei Schlüsselbegriffe für die Altenaer Geschäftsfrau. Sie sieht es „sehr kritisch“, dass sie nach wie vor gehalten ist, die Kontaktdaten von Kunden zu notieren. Dafür gebe es keine Grundlage, sagt sie. Es habe sich doch gezeigt, dass der kleine Einzelhandel keine Quelle von Neuinfektionen ist. „Wir hatten brav geschlossen.“ In jedem Supermarkt gebe es weithaus größere Kundenströme – ohne dass Kontaktdaten erhoben werden.

Sport Ben: Teamausstatter leidet unter Sportverbot

Wenig Hoffnung auf eine konkrete Verbesserung fürs Geschäft hat Dennis Gerlach, Mitinhaber von Ben Sport in Nachrodt-Wiblingwerde. „Wir sind ein Teamsport-Ausstatter“, sagt Gerlach über den Kundenkreis. Etwa 90 Prozent der Kundschaft sei in Mannschaften zuhause, zum Beispiel Fußball oder Handball.

Und so lange der Vereinssport heruntergefahren sei, bestehe für ihn wenig Aussicht auf Besserung. „Für die kleinen Einzelhändler ist das ein Trauerspiel“, meint Dennis Gerlach. Natürlich könne man ihn aber per E-Mail, Facebook oder Insta-gram jederzeit kontaktieren und „gerne einen Termin vereinbaren. Es wird aber noch nicht viel los sein“, sagt Gerlach mit Blick auf die nächsten Tage.

Fernseher nicht mehr am Hinterausgang

Alexander Schmitz, Inhaber von Radio Schmitz in Altena, hat sich auf das „Click & Meet“-System eingerichtet. Kleinere Artikel sollen weiterhin am Gitter an der Tür verkauft werden, wenn es aber um Großgeräte geht, dann will er Interessenten nach einer Terminvereinbarung gerne wieder ins Ladenlokal bitten.

„Wenn es zum Beispiel um ein Fernsehgerät oder eine Waschmaschine geht, muss ich das Gerät nicht mehr an die Tür ziehen“, sieht Schmitz einen Vorteil. Beratung und Vorführung könnten dann wie gewohnt verlaufen. Für das einzelne Kundengespräch könne er Zeitfenster ansetzen und dabei auf seine Verkaufserfahrung zurückgreifen. In einer halben Stunde, so Schmitz, sei schon viel zu schaffen.

„Ich werde das irgendwie regeln“, kündigt Friederike Haar, Inhaberin des Haushaltswarengeschäftes Zetzmann & Bröer, an. Kunden sollen sich telefonisch melden, um einen Termin zu vereinbaren. Anders als beim Außer-Haus-Verkauf an der Klappe zur Lenneuferstraße sei nun auch wieder eine eingehendere Beratung möglich, sagt die Einzelhändlerin. Alle Infos und Entwicklungen zum Coronavirus im MK finden Sie in unserem News-Blog.

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