Chronische Ebbe in der Stadtkasse von Altena

ALTENA - Das städtische Geld zusammenhalten und dafür sorgen, dass die chronische Ebbe in der Stadtkasse sich auch in ein paar Jahren nicht zur Dürre auswächst - kein leichter Job für Kämmerer Stefan Kemper. Über einen wichtigen Teil dieser Aufgabe erstattete Kemper am Montagabend dem Hauptausschuss Bericht: „Zinsmanagement“, lautetet da das wichtige Stich- und Zauberwort.

Mit Hilfe der NRW Bank bemüht sich die Stadt seit Juni 2010, die Zinslasten auszutarieren und die Zahlungsverpflichtungen auch langfristig so zu steuern, dass keine ungewollten Spitzen auftreten. Und es geht um Beträge, die einem Häuslebauer den Angstschweiß auf die Stirn treiben würden. Die Stadt steht mit 66,9 Millionen Euro in der Kreide. Die Verbindlichkeiten verteilen sich auf 28,8 Mio. an Investitionskrediten (43 %) und 38,1 Mio. (57 %) an Liquiditätskrediten (früher Kassenkredite). Bei den Investitionskrediten handelt es sich in erster Linie um „Altlasten“, denn gegenwärtig darf die Stadt solche Darlehen aufgrund des Nothaushaltes nicht aufnehmen. Insbesondere die Liquiditätskredite werden immer umfangreicher: Waren es 2005 noch zehn Millionen Euro, so sind es derzeit 37 Millionen.

Beim Zinsmanagement geht es auch um die Frage, ob die in den jeweiligen Etats bereitstehende Summe ausreicht, um den Zinsaufwand eines Jahres und der folgenden zu decken. Bleibt das Zinsniveau wie es ist, muss der Kämmerer bis in die Jahre 2025/2026 mit wachsenden Zinslasten rechnen und leben. Diese dürften auf jährlich bis zu 2,6 Millionen Euro wachsen. Zum Vergleich: Derzeit sind es jährlich 1,8 Millionen Euro.

von Thomas Keim

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