Christen aus Pankow zu Gast in Altena

Pfarrerin Petra Krötke (Mitte): „Altena hat ganz viel Charme.“

Altena -  Besuch aus Berlin-Pankow empfing die evangelische Kirchengemeinde Altena am vergangenen Wochenende. Aus der dortigen Partnergemeinde kamen Pfarrerin Petra Krötke, Chorleiterin Mechthild Merfeld, Uschi Schweiger aus dem Kindergarten der Gemeinde, Edith Schnabel vom Seniorenkreis sowie Lore Wilkening.

Für den Empfang im Gemeindehaus Mühlendorf tischte die Lutherkantorei üppig auf. Die Berliner brachten Brote mit, die in einem historischen Steinofen der Gemeinde gebacken worden waren. Die Laibe bereicherten das Buffet beim Gemeindefest an der Lutherkirche, und einer wurde unter dem Motto „Brot und Spiele“ in einem abendlichen Quiz als Preis vergeben. Detlef Haack war der Gewinner.

Pfarrer Dieter Claßen, der die Partnerschaft zur Berliner Luthergemeinde vor allem in den Jahren 1983 bis 2008 gepflegt hatte, brachte zwei Filme zu dem Willkommensfest mit: Einen privat gedrehten Bericht über ein großes Treffen in Altena, zu dem die Berliner mit Posaunenchor und Kantorei anreisten. Ein professionell erstellter Film zeigte die bewegenden Ereignisse in Pankow an dem Sonntag nach der Maueröffnung: Zum ersten Mal seit Jahrzehnten konnten die evangelischen Christen in Pankow, deren Gemeinde durch den Mauerbau auseinander gerissen worden war, wieder einen gemeinsamen Gottesdienst feiern. Die Wiedervereinigung hatte auch Auswirkungen auf die Partnerschaft zu den Altenaern: Was 1951 als Patenschaft zu einer Ostberliner Gemeinde begonnen hatte, wurde nach 1989 zu einer Partnerschaft.

„Es ist fast wie Urlaub“, freute sich Pfarrerin Petra Krötke von der Gemeinde Pankow-Nordend über den Wochenend-Ausflug ins mediterrane Altena. Sie entdeckte hier den einstigen handwerklichen und industriellen Wohlstand, der der Burgstadt immer noch ein besonderes Gesicht verleiht. Thema der Gespräche waren auch die Sorgen der Anderen, die den Blick auf die jeweils eigene Gemeindesituation schärfen: Petra Krötke staunte über die „idealen Arbeitsbedingungen für eine Kirche“ und die kurzen Wege in Altena. Kirchliche Angebote müssten sich hier nicht mühsam gegen eine ungeheure Fülle von Alternativangeboten wie in Berlin behaupten. Doch die Mitgliederzahlen der Kirchengemeinde steigen dort. Zwischen 2008 und 2013 wuchs die Zahl der nominellen Gemeindemitglieder um knapp 16 Prozent. Das liege vor allem an den demographischen Entwicklungen und Umzugsbewegungen in Berlin, erklärte die Pfarrerin und berichtete von einer Stadtlandschaft, die durch Kindersegen glänzt: In der kinderreichsten Gegend Deutschlands stolpere man auf der Straße über den Nachwuchs.

Besondere Freude machte den Besuchern die Zusammenarbeit mit der Lutherkantorei Altena. Am Sonntag sangen Gastgeber und Gäste unter der Leitung von Kantor Johannes Köstlin gemeinsam im Gottesdienst.

Von Thomas Krumm

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