Christen besinnen sich auf das Wesentliche

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Das Kindermusical in der Lutherkirche kam gut an.

ALTENA - Seit November liefen die Proben. Einmal in der Woche wurde in der Lutherkirche gesungen und gespielt, schließlich sollte bis zum Heiligen Abend alles perfekt sein. Die Anspannung stand den 20 Kinder-Schauspielern ins Gesicht geschrieben, schließlich saßen am Freitagnachmittag nicht nur Eltern, Großeltern und andere Bekannte in den Reihen sondern hunderte Menschen.

Der Krippenspielgottesdienst war wie bereits in den vergangenen Jahren beliebt. Dabei absolvierten die Altenaer Pastöre Dr. Dietmar Kehlbreier und Merle Vokkert einen wahren Gottesdienstmarathon. Fünf verschiedene Gottesdienste hatten sie vorbereitet.

Ein modernes Krippenspiel zeigte am Nachmittag den wesentlichen Aspekt von Weihnachten. Das Kindermusical erzählte die Geschichte von Nils. Der Junge gerät kurz vor Weihnachten immer mehr unter Druck, weil er so viele Geschenke kaufen muss und eigentlich gar kein Geld dafür hat. Seine Freundin Tina gibt ihm dann den Tipp, die Sachen einfach zu klauen. Doch dann trifft Nils den Drehorgelmann, der ihm erklärt was Weihnachten eigentlich wirklich ist.

„Es ist eine tiefsinnige Geschichte, die uns daran erinnert, dass es mehr als materielle Dinge gibt, die unseren Alltag bestimmen sollten“, erklärte Pfarrerin Merle Vokkert und weiter: „Denn Jesus Christus ist das eigentliche Geschenk, weil er uns liebt.“ Begleitet wurden Schauspieler sowie der Chor von der Band „The Jackets“ vom Burg Gymnasium.

Da die Vergangenheit gezeigt hatte, wie beliebt der Krippenspielgottesdienst ist gab es in diesem Jahr erstmals einen Gottesdienst für Familien mit Kleinkindern. „Wir wollen versuchen den anderen Gottesdienst ein wenig zu entlasten“, erklärte Vokkert. Auch hier gab es eine Geschichte und zwar „die vier Lichter des Hirten Simon“ (siehe auch Seite Nachrodt).

Auch in der Christvesper stand die schlichte Weihnachtsbotschaft im Vordergrund. Pastor Dr. Dietmar Kehlbreier betonte, dass es kaum einen Tag im Jahr gäbe, wo alles zusammenkäme: Sehnsucht, Wehmut und Trauer. „Gott liebt die Welt so sehr, dass er seinen Sohn gibt. Er zögert nicht, herunterzusteigen in unsere Welt. Sich der Welt auszusetzen, buchstäblich mit Haut und Haar“, erklärte Kehlbreier. Größer sei die Liebe Gottes nicht vorstellbar. „Er kommt als Retter – nicht als Richter.“ Kehlbreier nahm sich die Zeit für kritische Gedanken. „Schlimm, dass die Fundamentalisten der Religionen genau wissen,  wer im Licht und wer in der Finsternis steht.

Die Trennlinie aber zieht Gott allein.“ Und er stellte die unbequeme Frage wie ernst ist es jedem Einzelnen mit der Religion sei und zitierte einen Spruch von einem Lesezeichen: „Angenommen, du würdest verhaftet, weil du Christ bist – gäbe es genügend Beweise, dich zu überführen?“ Wir sängen vom Frieden auf Erden, aber wie erkennbar sei unser Friedensbekenntnis im Afghanistan-Krieg? Ein Kind in kargen Verhältnissen ständ im Mittelpunkt – aber was tun und sagen wir zur Kinderarmut in unserem reichen Land?

„Gott liebt die Menschen bedingungslos. Wir bedürfen dieser Liebe. Wir können diese Liebe weitergeben.“ Das sei die alte Botschaft von Weihnachten. Nicht originell, aber original.

- Von Lydia Machelett

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