Chemikalien sorgen für Stadtalarm

Warten auf den Einsatz.

ALTENA ▪ Einsatz Nummer 1102230072 war einer der größeren in der jüngsten Zeit: Bis auf die Löschgruppen Rosmart und Evingsen war am späten Mittwochnachmittag so ziemlich alles auf den Beinen, was die Feuerwehr aufzubieten hat. Ziel des Einsatzes war das Gebäude der früheren Firma Forkert an der Rahmedestraße, das heute einer Firma aus Lüdenscheid als Lager dient (AK berichtete).

Die Firma stellt nach Informationen des Ordnungsamtes Paletten her, hat aber auch einen „Verwertungsbetrieb“ angemeldet.

Bei einer routinemäßigen Gewerbekontrolle war das Ordnungsamt in der ersten Etage des Gebäudes auf zehn Chemikalienbehälter mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1000 Litern gestoßen, mit denen etwas nicht zu stimmen schien. Einer der Behälter war am unteren Ende leck geschlagen, ein anderer oben aufgesägt. Um welche Mengen von Chemikalien es sich insgesamt handelt, bleibt zunächst unklar, denn die Behälter waren nach Auskunft des Märkischen Kreises unterschiedlich weit gefüllt. Das Hauptproblem war, dass sich nicht eindeutig sagen ließ, welche Stoffe dort gelagert wurden. Laut Aufschrift handelte es sich um Eisen-III-Chlorid, das unter anderem in galvanischen Betrieben und Beizen verwendet wird. Vom Ordnungsamt wurde die Kennzeichnung der Behälter jedenfalls an die Kreisleitstelle in Lüdenscheid durchgegeben – und von dort aus der so genannte Stadtalarm ausgelöst.

Sechs Trupps von Feuerwehrmännern in Vollschutzanzügen machten sich schließlich auf den Weg ins Gebäude, um die unbeschädigten Behälter in einen anderen Raum zu bringen. So sollte eine mögliche Reaktion der Chemikalien untereinander vermieden werden. Aus Dortmund wurde ein Analytik-Trupp der Berufsfeuerwehr angefordert, der aus den beiden defekten Behältern Proben entnahm. Diese werden zur Analyse an ein Labor weitergegeben. Mit dem Ergebnis der Untersuchung rechnet der Märkische Kreis, der mittlerweile Herr des Verfahrens ist, in dieser Woche nicht mehr. Kreis-Pressesprecher Hendrik Klein erinnerte im Zusammenhang mit dem Einsatz an die Vorgänge bei der Iserlohner Firma Weka. Was dort passiert sei, habe viele Kollegen sensibilisiert.

Das Ordnungsamt hat die Etage, in der die Behälter stehen, versiegelt. Diese Versiegelung, so war zu erfahren, bleibt bestehen, bis die Stoffe identifiziert sind. ▪ tk

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