CDU-Verluste manchmal „erdrutschartig“

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Mehr als 175 ehrenamtliche Wahlhelfer waren stadtweit am Sonntag im Einsatz.

ALTENA Bei Spelsberg wurde wieder am schnellsten gezählt – und das Ergebnis, das der dortige Wahlvorstand ans Rathaus meldete, ließ bei den CDU-Anhängern im Ratssaal noch Hoffnung keimen. Thorsten Schick lag bei 56,1 Prozent und damit auf dem Niveau von 2010, bei den Zweitstimmen hatte die CDU sogar einen Hauch zugelegt. Sollte es in Altena doch nicht so schlimm werden wie anderswo?

Die Gesichter von CDU-Chefin Christel Voßbeck-Kayser wurden schnell lang und immer länger. Teileweise erdrutschartige Verluste wurden aus den einzelnen Altenaer Stimmbezirken gemeldet. Zum Beispiel aus der Sauerlandhalle, wo die Union bei den Zweitstimmen 13,6 Prozent einbüßte – im Stadtdurchschnitt lag das Minus „nur“ bei 6,8 Prozent.

Im evangelischen Gemeindezentrum Mühlendorf sackte die CDU sogar um 14,8 Prozent ab. 2010 schaffte sie dort immerhin noch knapp 28 Prozent der Zweitstimmen, am Sonntag waren es nur noch 13,1 Prozent, also weniger als die Hälfte. Die SPD-Zuwächse (12,3 Prozent bei den Zweitstimmen) waren hier ebenso überdurchschnittlich wie die der Piraten. Bei den Erststimmen lag Thorsten Schick (40 Stimmen) nur unwesentlich vor Hugo Trawny von den Piraten, der 31 Stimmen holte. 141 Wähler stimmten dort für Michael Scheffler (SPD).

Frappierend auch das Ergebnis in der Netter Schule. Während die SPD im Stadt-Durchschnitt bei den Zweitstimmen um sechs Prozent zulegte, verlor sie in diesem Stimmbezirk 6,8 Prozent und damit noch mehr als die CDU (-5,8 Prozent). Profitiert haben davon die Grünen (+ 5,3 Prozent) und vor allem die Piraten, die in diesem Stimmbezirk aus dem Stand 10,4 Prozent der Zweitstimmen holten.

Hauchdünn fiel das Erststimmenergebnis in der Grundschule Dahle aus: 206 Wähler stimmten für Thorsten Schick, 207 für Michael Scheffler – ein gutes Beispiel dafür, dass es immer weniger Parteigänger alter Schule gibt. Bei den letzten Kommunalwahlen kam die CDU hier nämlich mit ihrem Kandidaten Helmar Roder auf fast 80 Prozent.

von Thomas Bender

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