CDU-Generalsekretär Ziemiak in Altena: Das ist der Grund

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Paul Ziemiak (dritter von links) im Gespräch mit den Wagener-Geschäftsführern Markus Giese und Eckart C. Lüling (rechts). Mit im Bild ist Ziemiaks Mitarbeiterin Franziska Bayerl, die aus Altena kommt.

Altena – CDU-Generalsekretär Paul Zimiak war am Mittwoch zu Gast in Altena. Das hatte auch mit der Feuerwehr zu tun. Ihm wehte Kritik an der Bundespolitik entgegen.

Dank und Anerkennung sprach Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas der Geschäftsführung der Firma Wagener aus Altena dafür aus, dass sie es ihren Mitarbeitern ermöglicht, sich in der Lüdenscheider Feuerwehr zu engagieren. Die entsprechende Urkunde veröffentlichte die Firma auf ihrer Homepage, darüber stolperte dann irgendwann Paul Ziemiak. Der CDU-Generalsekretär fragte an, ob er mal vorbeikommen könne. 

Gestern kam es dann zu einem Gespräch mit den Wagener-Geschäftsführern Markus Giese und Eckart C. Lüling. Das Thema Ehrenamt spielte nur am Rande eine Rolle: „Wir müssen der Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagte Markus Giese, der sich im Netzwerk Draht engagiert. 

Harsche Kritik an Politik

Lüling arbeitet in Gremien des Bundesverbandes der Industrie mit. „Eigentlich alles.“ Mit dieser Antwort von Lüling hatte Ziemiak wahrscheinlich nicht gerechnet, als er fragte, was die Politik in Berlin besser machen könne. Harsch fiel die Kritik an Wirtschaftsminister Peter Altmaier aus. Der agiere nicht mittelstandsfreundlich und produziere nur „warmen Wind“. 

Ein Knüppel nach dem anderen werfe die Politik den Firmen zwischen die Beine. Als Beweis für diese These führte Lüling die wachsende Bürokratie und Umweltauflagen an. Ihm sei bewusst, dass vieles davon auf europäischer Ebene ersonnen worden sei, „aber wir in Deutschland vergolden das dann häufig noch.“ 

Wagener gehört zur Künne-Gruppe und damit zu einem mittelständischen Familienunternehmen, das in Altena und Hemer ansässig ist und Draht produziert. Der gehe zu 35 Prozent in die Automobilindustrie, im Werk Altena mit seinen rund 100 Mitarbeitern sei der Anteil noch größer, erklärte Markus Giese dem prominenten Besucher. 

"Dieselgate tut uns weh"

Schon jetzt spüre man, dass die Abgasdebatte Folgen habe: „Dieselgate tut uns richtig weh“, sagte Lüling, der E-Mobilität für einen Irrweg hält. „Der ökologische Fußabdruck eines Elektroautos ist ungünstiger als der eines Dieselfahrzeugs.“ 

Völlig unrealistisch sei die Zielvorgabe, bis 2030 22 Millionen E-Autos auf die Straße zu bringen, sagte Giese und wies darauf hin, dass zurzeit etwa 6000 pro Monat zugelassen würden. Das müsse die Politik den Bürgern auch sagen, forderte Lüling: „Alle wissen es, dass das nicht geht. Es sagt aber keiner.“ 

Kurzarbeit-Regeln ändern

Eine ganz konkrete Bitte an Ziemiak war, sich für die Wiedereinführung der alten Regeln zur Kurzarbeit einzusetzen. Die beiden Geschäftsführer gehen davon aus, dass ein Ende des Aufschwungs in Sicht ist. Ein Indiz dafür sei, dass er wieder vermehrt Angebote von Zeitarbeitsfirmen bekomme, sagte Giese.

Vor einem Jahr sei das deutlich weniger der Fall gewesen als heute, weil diese Unternehmen damals einfach kein Personal gehabt hätten.

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