An der CDU-Basis war Ruh‘

Thorsten Schick musste kaum Fragen zu den zu Guttenberg-Turbulenzen beantworten.

ALTENA ▪ Kaum war die erste Blitzmeldung über den bevorstehenden Rücktritt des Verteidigungsministers veröffentlich, da lief die Nachricht per SMS bei Thorsten Schick ein – „ich habe noch so meine Netzwerke“, verriet der CDU-Kreisvorsitzende, der bis 2010 im Landtag saß und jetzt an einer Iserlohner Schule unterrichtet. Von Thomas Bender

Aus den Zentralen von Bundes- und Landespartei kam nichts zum Fall zu Guttenberg. Analysen, Zusammenfassungen, Argumentationshilfen   gebe es zu politischen Sachthemen, erklärte Schick – „aber doch nicht zu einer so hochemotional geführten Personaldebatte, da muss sich schon jeder seine eigene Meinung bilden“.

Solcher Hilfestellungen bedurfte es auch nicht – und das nicht nur, weil Schick noch immer Profi genug ist, um ohne sie auskommen zu können. Zu Guttenberg sei an der Basis schlicht kein Thema gewesen, meint der Kreisvorsitzende. Er habe weder Nachfragen beantworten müssen, noch sei es zu irgendwelchen Diskussionen gekommen. Die einzige Ausnahme habe sein privates Umfeld betroffen, berichtet Schick – und dabei habe es sich um ein Gespräch mit einem befreundeten SPD-Wähler mit Migrationshintergrund gehandelt: „Der konnte nicht verstehen, warum in Deutschland mit einem Mann wie zu Guttenberg so umgegangen wird“.

Für den Rücktritt oder doch dagegen? Um die Beantwortung dieser Frage kam Schick am Dienstag herum – zum Zeitpunkt des Gespräches mit dem AK hatte zu Guttenberg seine Entscheidung schon getroffen, der Kreisvorsitzende konnte sich in Diplomatie üben. „In dieser Situation muss da wohl jeder für sich selbst entscheiden“, sagte er und ergänzte, dass der Freiherr von nachlassenden Kräften gesprochen habe. „Wenn das so ist, dann muss man die Konsequenzen ziehen“, sagte Schick. Er erinnerte daran, dass die Intensität der Vorwürfe noch zunehme – „das alles einfach so stehen zu lassen, wäre nicht gut gewesen“. Jetzt habe zu Guttenberg mehr Zeit, sich um diese Angelegenheiten zu kümmern.

Für Schick bedeutet der Rücktritt übrigens nicht, dass die politische Karriere des Ministers ein für alle Mal beendet ist. Größere Auswirkungen auf die drei bevorstehenden Landtagswahlen würden die Turbulenzen der vergangenen Tage nicht unbedingt haben, meint der Kreisvorsitzende: „Die Popularität der CDU hängt ja nicht an zu Guttenberg allein. Wir sind schon etwas breiter aufgestellt“.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare